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Herbarium der Blicke - Neuaufnahmen im Deutschen Künstlerbund


Eingabedatum: 04.04.2003


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vom 4. April bis 29. Juni 2003
in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Der 1903 gegründete Deutsche Künstlerbund gibt mit der Ausstellung "Herbarium der Blicke" einen umfassenden Einblick in das Kunstschaffen seiner in den letzten vier Jahren neu aufgenommenen Mitglieder.
Die Wahl des Ortes steht hierbei für die enge Verbundenheit des Künstlerbundes mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland sowie der Künstlerschaft aus dem Rheinland.
Allein die Zahl der insgesamt 40 TeilnehmerInnen lässt eine Vielzahl von Positionen erwarten.
"Herbarium der Blicke" nähert sich mit dieser Zusammenstellung von Arbeiten der Frage von Kunst und Natur. Dabei steht das Prozesshafte der Arbeiten im Vordergrund.
Die Ausstellung wird von Mitgliedern des Künstlerbundes kuratiert (Camill Leberer, Andrea
Ostermeyer, Judith Samen und Helmut Schweizer).
Das Konzept der Ausstellung ruht auf zwei Säulen. Es werden sowohl die umfassenden
Möglichkeiten des Mediums Zeichnung gezeigt als auch Einzelpräsentation von plastischen
Arbeiten, Malerei, Fotografie, Videos und Installationen von insgesamt 14 ausgewählten
KünstlerInnen.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Er umfasst 96 Seiten, ca. 55 Abb. 4/4-farbig und enthält Texte von Lorraine Daston, Durs Grünbein, Volker Harlan, Claus-Artur Scheier, Christoph Schreier sowie Olaf Nicolai im Gespräch mit Thomas Irmer. Preis: 14.- EUR



Geschichte des Deutschen Künstlerbundes

Auf Initiative des Kunstförderers Harry Graf Kessler und den Künstlern Corinth, Kalckreuth,
Liebermann, Slevogt, Thoma, Trübner, dem Architekten van de Velde sowie dem Museumsdirektor Lichtwark wurde der Deutsche Künstlerbund 1903 in Weimar gegründet.
Dieser Zusammenschluss war die kulturpolitische Antwort auf die Kunstpolitik des Wilhelminischen Deutschland. 1906 verzeichnete die Mitgliederliste weitere namhafte Künstler, wie Hodler, Hofer, Holzer, Kandinsky, Klimt, Kollwitz, Munch, Orlik, Rohlfs, Vogeler und Zille und auch die bedeutenden Architekten Behrends, Bonatz, Paul, Hoffmann, Olbricht, Riemerschmid, Wagner und einflussreiche Kunstvermittler wie Cassirer, Pauli und Wölfflin.
Der Aufbruch der Moderne in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist zu einem Teil dieser freien Künstlergemeinschaft zu verdanken.
Die Anerkennung und die Toleranz gegenüber künstlerischer Eigenart, künstlerischer Innovationen und Experimentierfreudigkeit waren eine zentrale Forderung bei der Gründung des Deutschen Künstlerbundes.
Mit wenigen Ausnahmen trat der Deutsche Künstlerbund von 1904 bis 1914 und 1920 bis 1936 alljährlich mit einer Ausstellung in verschiedenen deutschen Städten an die Öffentlichkeit. In den 20er und 30er Jahren traten weitere Künstler wie Ahlers-Hestermann, Barlach, Beckmann, Bissier, Campendonk, Faßbender, Feininger, Glöckner, Grosz, Heckel, Jawlenski, Kirchner, Klee, Kolbe, Kubin, Marcks, Mataré, Modersohn, Nay, Nolde, Purrmann, Schlemmer, Schmidt-Rottluff, sowie die Architekten Gropius und Kreis und die Museumsdirektoren Braune, Dorner, Dornhöffer, Fischer, Graul, Justi, Posse und Waetzholdt dem Verein bei. Die letzte Jahresausstellung vor dem Zweiten Weltkrieg
fand 1936 in Hamburg statt und wurde auf Druck der Nationalsozialisten zwei Wochen nach ihrer Eröffnung unter Einsatz der Polizei geschlossen. Im selben Jahr folgte das endgültige Verbot durch die NSDAP.
1950 wurde der Deutsche Künstlerbund in Berlin von Künstlern wie Baumeister, Gilles, Hartung, Heckel, Heiliger, Hofer, Mataré und Schmidt-Rottluff neu gegründet.

Neben den überregionalen Ausstellungen betreibt der Deutsche Künstlerbund seit Oktober 2001 in seinem neuen Projektraum in Berlin-Mitte eine Plattform für den künstlerischen Dialog.
Die Zahl der Mitglieder ist Anfang 2003 auf circa 550 angewachsen, worunter sich viele Neuaufnahmen der letzten Jahre befinden.

Der Deutsche Künstlerbund versteht sich als ein Zusammenschluss von Bildenden KünstlerInnen. Er setzt sich für die Interessen aller in der Bundesrepublik lebenden KünstlerInnen ein. Dazu zählt die Sicherung der künstlerischen Freiheit, die Auseinandersetzung mit der Stellung der Kunst in der Gesellschaft, Offenheit gegenüber verschiedenen Kunstrichtungen und die Förderung junger KünstlerInnen.
Ebenso wirken Mitglieder des Künstlerbundes in bedeutenden Auswahlgremien, Kuratorien und Ausschüssen mit, die beratend an der Erarbeitung gesetzgebender Regelungen beteiligt sind.
Im Mittelpunkt steht vor allem das Interesse am Werk der Kunstschaffenden. Gemeinsame
Ausstellungskonzepte, Ateliergespräche, Treffen und verschiedene Diskussionsforen fördern die gegenseitige Solidarität und das Verständnis der KünstlerInnen untereinander.
Somit versteht sich der Künstlerbund als ein lebendiger Ort der Auseinandersetzung und des Diskurses über die Kunst.


Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
Telefon (0228) 9171-0
Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch 10 - 21 Uhr Donnerstag bis Sonntag und feiertags 10 - 19 Uhr
Freitag für Schulklassen ab 9 Uhr geöffnet
Geöffnet an allen Feiertagen, auch denen, die auf einen Montag fallen bis 19 Uhr.

kah-bonn.de


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