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Georg Baselitz - Bilder, die den Kopf verdrehen - vom 2. 04 - 08.08.04


Eingabedatum: 25.03.2004

Eine Retrospektive. Bilder und Skulpturen von 1959 - 2004
in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn


"Die Bilder hängen fest am Haken, was herunterhängt, zeugt von Schwerkraft. Was drauf ist auf dem Bild, das an der Wand hängt, und wenn es noch dazu verkehrt herum drauf ist, fällt nicht runter, es fällt nur mehr auf und springt mehr ins Auge." In Folge der großen monographischen Ausstellungen deutscher Maler, wie Gerhard Richter 1993/94 und Sigmar Polke 1997, präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn auf 2000 qm nun eine umfangreiche Retrospektive zum Werk von Georg Baselitz. Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von 130 Arbeiten eines der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Künstler. Auf den Kopf gestellte Motive, also „Bilder, die den Kopf verdrehen“, sind es, die sein Werk seit 1969 unverwechselbar machen. Auf diesen Wiedererkennungswert allein lässt sich Georg Baselitz allerdings nicht reduzieren. Wie facettenreich sich der 1938 in Deutschbaselitz/Sachsen geborene Künstler im Laufe der vergangenen 40 Jahre entwickelt hat, zeigt die umfassende Schau in Bonn.

Sie schlägt den Bogen von frühen, selten zu sehenden Werken über die zeitgeschichtlich aussagekräftigen "Heldenbilder" Mitte der 60er Jahre, die Fraktur-Bilder, die ersten "Kopfstand"-Bilder, die ihm bis heute malerische und kompositorische Freiheit geben, bis hin zu den Fingermalereien Mitte der 70er Jahre. Es folgen die Orangenesser Anfang der 80er Jahre, als Reaktion auf die wieder allgemein akzeptierte expressive Gegenständlichkeit, die Motiv-Bilder, die im großen Malerbild gipfeln, die großformatigen Bildübereins- und folgende Gemälde sowie die romantischen Arbeiten der Auseinandersetzung mit Caspar David Friedrich, die seit 1999 auch im Reichstag in Berlin Furore gemacht haben. Neue Arbeiten aus den Jahren 2002 bis 2004, die den Blick zurück im künstlerischen Œuvre erlauben, runden den retrospektiven Charakter der Ausstellung ab. Ergänzt durch seine ungeschönten Holz-Skulpturen, deren Bearbeitungsspuren auch nicht durch Farbe verdeckt werden, präsentiert die Schau einen Künstler, der sich sowohl durch großes handwerkliches Können und Komprimierung im Ausdruck als auch durch motivische Wandlungsfähigkeit auszeichnet. Es wird die Bedeutung von Georg Baselitz in seinem zielgerichteten Bemühen um die Malerei belegt: Sowohl sein malerischer Gestus als auch sein biographisch geprägtes ikonographisches Repertoire werden deutlich. Begleitet wird die Ausstellung von einem etwa 320 Seiten starken Katalog, der neben den Abbildungen aller Exponate Beiträge von renommierten Autoren enthält.

Ein eigens für die Ausstellung produzierter, 50-minütiger Film von Heinz Peter Schwerfel soll zeigen, "wie der Künstler in den letzten zehn, zwölf Jahren seine früher unversöhnliche Haltung bezüglich der eigenen Arbeit und der Lage von Kunst und Malerei verändert hat." Auf zwei Schwerpunkte konzentriert sich das Porträt: Es konfrontiert den Künstler mit seinen früheren Aussagen und fordert ein aktuelles Zwiegespräch, und es stellt Baselitz als Sammler außergewöhnlicher Kunstwerke vor, wie beispielsweise afrikanischer Objekte, die im Hinblick auf sein Œuvre eine neue Sicht eröffnen.
Ein spezielles Rahmenprogramm unterstützt die Konzeption der Ausstellung; Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene greifen Ausstellungsthemen auf und vertiefen sie in eigenen Produktionen.

Foto:Clown, 1981
Öl auf Leinwand
Sammlung Sanders, Amsterdam


Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn







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