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Haroon Mirza / hrm199 Ltd.

10. Juni – 06. September 2015 | Museum Tinguely, Basel
Eingabedatum: 10.06.2015

bilder

Das Museum Tinguely in Basel widmet dem in London lebenden Künstler Haroon Mirza (*1977) seine bisher grösste Ausstellung. Die raumgreifenden Installationen des Künstlers integrieren vielfach Ton und Licht, häufig auch Video und Film sowie gefundene Objekte oder Werke anderer Künstler. Mirza generiert damit immer-sive Wahrnehmungserlebnisse, die Auge, Ohr und Orientierung im Raum herausfordern. Mit existierenden und mehreren neu für die Ausstellung konzipierten, ortsspezifischen Werken präsentiert das Museum Tinguely vom 10. Juni bis 6. September 2015 Mirzas Schaffen in großer Breite. Die Ausstellung ‚Haroon Mirza/hrm199 Ltd.‘ rückt die gemeinschaftlichen Praktiken des Künstlers ins Zentrum. Der Titel, der den Firmennamen von Mirzas Studio ‚hrm199 Ltd.‘ zitiert, spiegelt diesen Ansatz wider. Künstlerisches Schaffen ist stets ein Prozess mit vielen Akteuren. Dieser umfasst die MitarbeiterInnen im Studio, die Architektin oder die Beteiligten am Ausstellungsort, aber auch andere Künstler, die für die Ausstellung mit bestehenden Werken oder im persönlichen, kreativen Dialog zu Neuem beitragen, wie etwa Alexander Calder, Channa Horwitz und Anish Kapoor. Verschiedene Formen künstlerischer Interaktionen, von Aneignungen, dialogischen Strukturen, Komplizenschaften bis hin zur Tätigkeit des Kuratierens selbst werden dabei vorgestellt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in einem experimentellen Format, der die kreativen und die praktischen Interaktionen sichtbar macht, die Teil jedes Entsteh-ungsprozesses von Ausstellungen sind.
Haroon Mirza studierte Malerei, Design und Theorie an der Winchester School of Art, am Goldsmiths College und am Chelsea College of Art. Im Jahr 2011 erlangte er mit der Auszeichnung des silbernen Löwen auf der 54. Biennale von Venedig internationale Bekanntheit. 2014 wurde er mit dem Zurich Art Prize und dem Nam June Paik Award geehrt. Mirzas künstlerisches Schaffen vollzieht sich als permanentes Experiment, dem die kritische Analyse von Entstehungsbedingungen und Kategorisierungen der Kunstproduktion eingeschrieben ist. Seine Klang-, Licht- und Medieninstallationen zeichnen sich sowohl durch formale Präzision als auch durch die Entfaltung komplexer Narration aus. Sie sprechen den Sehsinn wie das Gehör an und befragen das Verhältnis der Sinne zueinander. Den meist ortsspezifischen Installationen ist ein vielschichtiger Dialog mit dem verarbeiteten Material eingeschrieben, das von Audiogeräten, LEDs und Solarpanels bis hin zu Found Footage und Arbeiten anderer Künstler reicht. Teilweise werden auch seine eigenen Kunstwerke wieder zu Material und in neue Arbeiten eingepasst. Ein wiederkehrendes Motiv ist der ‚Missbrauch‘, die kreative Verfremdung und Transformation von Apparaten und Funktionszusammenhängen, als Strategie der Brechung und der Erweiterung von Möglichkeiten.

Mit künstlerischen Verfahren wie Appropriation, Verwendung von Readymades und Reverse Readymades sowie der Einführung von Self-governing-Systems befragt Mirza die Produktionsbedingungen von Kunst und dekonstruiert auf spielerische Weise die Rolle des Autors und Künstlers. Diesen Aspekt fokussiert die Ausstellung ‚Haroon Mirza/hrm199 Ltd.‘. Sie nimmt damit am Programm des Hauses teil, die Kernideen von Jean Tinguelys innovativer Kunstpraxis für die Gegenwart zu befragen. Bereits seit den späten 1950er Jahren erprobte Tinguely kooperative und anti-institutionelle Formen der Produktion von Kunstwerken etwa in gemeinsamen Werken mit Yves Klein (La Vitesse totale, 1958) oder in Ausstellungsprojekten wie ‚Dylaby‘, ‚Hon‘ oder auch Le Cyclope.
In welchem Masse ist eine Einzelausstellung – vor dem Hintergrund der Dekonstruktion von Autorschaft – zugleich immer auch eine Gruppenausstellung? Die Ausstellung ‚Haroon Mirza/hrm199 Ltd.‘ nimmt sich dieser Frage an und präsentiert unterschiedliche Formen der künstlerischen Zusammenarbeit. Eine Schlüsselposition für die Entwicklung gemeinschaftlicher Praktiken innerhalb von Mirzas OEuvre hat hierbei das Werk An_Infinato (2009) inne, das Footage von Guy Sherwins Film Cycles #1 (1972/1977) und Jeremy Dellers Video Memory Bucket (2003) integriert. Demgegenüber steht die von Mirza und Richard Sides kuratierte Installation Sound Spill (Second Edition) (2009/2015), welche die Integrität der drei versammelten Film- und Videoarbeiten zwar wahrt, aber in einen neu formulierten Zusammenhang bringt. In künstlerischem Dialog reagiert Mirza mit einer Klang- und Lichtinstallation auf die konzeptuellen Zeichnungen von Channa Horwitz. In einer anderen Arbeit inkorporiert er einen konkaven Spiegel von Anish Kapoor und lotet mit einem Lautsprecher dessen akustische Qualitäten aus. Kooperativer Natur ist hingegen die im Solitude-Park präsentierte, technisch aufgerüstete Marmorskulptur, Standing Stones (2015), die Mirza zusammen mit dem italienischen Bildhauer Mattia Bosco entwickelte.
Mirza nimmt in mehreren Werken auch direkt Bezug auf die Sammlung des Museum Tinguely. Inspiriert durch das charakteristische, metallische Kreischen des Mengele-Totentanz (1986) entwickelte Mirza eine Intervention mit Licht und Ton. In Pavilion for Optimisation (2013/2015) integriert der Künstler mehrere von Tinguelys Radio-Skulpturen. Darüber hinaus konzipierte er mit der neuen Arbeit Duet for a Duo (2015) eine Geräuschkomposition mit Werken Alexander Calders und Jean Tinguelys. Calders Ohne Titel (ca. 1940) wird mittels Ventilator in Bewegung versetzt und bietet so die seltene Gelegenheit, eine der auf Bewegung und Klang ausgerichteten, aus konservatorischen Gründen jedoch häufig statisch präsentierten Skulpturen Calders in ihrer ursprünglichen Konzeption zu erfahren. Parallel dazu ertönen zwei weitere von Tinguelys Radio-Skulpturen.
Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der als Plattform dient, um die rhizomatische Struktur sowohl der kreativen als auch der praktischen Interaktionen vorzustellen. Mirza wird damit in seinem erweiterten Handlungsfeld gezeigt, das andere Künstler, die MitarbeiterInnen seines Studios, Autoren, MitarbeiterInnen des Museums, den Grafiker und weitere Beteiligte umfasst. In einer doppelten Lesart zeichnet der Katalog dabei sowohl prozessorientiert in einer chronologischen Abfolge die Entstehung der Ausstellung nach als auch netzwerkorientiert die individuellen Interaktionen, die Teil jedes Ausstellungsprojektes sind, und bietet so Einblicke hinter die Kulissen der Entstehung dieser reichen und komplexen Ausstellung. Der deutsche und englische Katalog ist im Museumsshop und online erhältlich: ISBN: 978-3-9524392-0-3 (48 CHF).
Die Ausstellung wurde von Roland Wetzel, Direktor Museum Tinguely, kuratiert.
Beitragende Künstler: Mattia Bosco, Alexander Calder, Jeremy Deller, Francesca Fornasari, Gaia Fugazza, Alexander Heim, Gary Hill, Channa Horwitz, Anish Kapoor, Haroon Mirza/hrm199 Ltd.,
TJ O’Keefe, Guy Sherwin, Richard Sides und Jean Tinguely.
Allgemeine Informationen Museum Tinguely
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 11 – 18 Uhr
Sonderöffnungszeiten:
Während ART Basel, 15. – 21. Juni: 9 bis 19 Uhr (auch

Presse






Daten zu Haroon Mirza:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Biennale Venedig 2011
- Gwangju Biennale, 2012
- Lisson Gallery
- Ökonomie der Aufmerksamkeit, 2014 Wien
- Preistraeger 2014, Zurich Art Prize
- Sharjah Biennial 11, 2013

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Haroon Mirza


Haroon Mirza, The national apavilion of then and now (Detail), 2011, Photo: Omar Mirza. Courtesy: der Künstler und Lisson Gallery

Mittels High-End-Stereoanlagen aus Gebrauchtwarenläden, farbigen LED-Lichterketten, Wasserschläuchen aus dem Baumarkt, Fragmenten von filmischen Dokumenten und Referenzen aus der Popkultur erschafft Haroon Mirza (*1977) Installationen, die musikalische Kompositionen im Raum erzeugen. Der englische Künstler pakistanischer Herkunft verwendet die verschiedenartigen Geräte und Materialien auf überraschende Art und Weise als Instrumente, lässt diese miteinander interagieren und erzeugt damit elektrostatische Geräusche. Die entstehenden Klangwelten bewegen sich zwischen analoger Bastelei und elektronischer Musik und vereinen Rhythmus mit einer Prise Humor. Gerne integriert er in seine Projekte künstlerische Zitate und arbeitet gleichzeitig an einer Neudefinition des Begriffs der Skulptur. Besonders intensiv beschäf-tigt sich der Künstler mit dem Verhältnis zwischen Objekt und Ausstellungsraum und bezieht sich dabei offensichtlich auf die Strategien der Minimal Art. Mirza – der 2011 an der Kunstbiennale Venedig mit dem Silbernen Löwen für die beste Arbeit eines Nachwuchskünstlers ausgezeichnet wurde – realisiert für die Kunst Halle Sankt Gallen eine raumspezifische Installation und präsentiert mit dieser Schweizer Premiere gleichzeitig seine bisher grösste Einzelausstellung.

|||| || ist kein Tippfehler, sondern der Titel für ein Projekt, das Teil einer Serie von Werken ist, mit denen Mirza die Idee von Ortsspezifität erkundet. In verschiedenen Institutionen nutzt er architektonische Eigenschaften von Ausstellungsräumen, um sie zu exponieren (z.B. Schattenfugen oder Säulen). Dies geschieht auf sparsame und effiziente Art und Weise, indem er durch eine kleinstmögliche Intervention im jeweiligen Raum einen grösstmöglichen Effekt zu erzielen versucht. Den Auftakt machte Mirza mit der Schau //// / im Museum of Art der Universität Michigan, die im März eröffnet wurde. Im Anschluss an die Ausstellung in der Kunst Halle Sankt Gallen wird er die dreiteilige Serie im Mai 2012 in der Ernst Schering Stiftung in Berlin mit --{}{}{} {}--{}{}{}{}--{} abschliessen. Die kryptischen Titel sind typographische Darstellungen verschiedener Wellenformen. In Form von Codes repräsentieren sie zusammen-fassend Ton und Form, welche der Künstler in den Ausstellungsräumen realisiert.

Auch in der Kunst Halle nimmt Haroon Mirza direkt Bezug auf den Raum und reagiert auf dessen einzigartige Besonderheiten. Er reduziert die Installation auf ihre wesentlichen, physischen Bestandteile und präsentiert LED-Bänder in ihrer grundlegendsten Form und ohne jegliche Stützkonstruktionen (wie die häufig von ihm verwendeten Möbelstücke). Der Künstler erschafft mittels dieser Lichterketten in den Grundfarben Rot, Grün und Blau, die im ersten und letzten Raum zwischen den Säulen und Wänden aufgespannt sind, drei minimalistische Skulpturen. Die Geräusche, welche die Leuchten beim An- und Ausgehen generieren, werden um ein Vielfaches verstärkt in den mittleren Ausstellungsraum transportiert, wo sie als rhythmische Komposition zu hören sein werden. Mirza verwandelt die Kunst Halle auf diese Weise in ein Musikinstrument, in einen vibrierenden Klangkörper.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr
Geschlossen jeden Monta

Kunst Halle Sankt Gallen
Davidstrasse 40
CH-9000 St. Gallen
+41 (0)71 222 10 14
info@k9000.ch
k9000.ch



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