Anzeige
Responsive image

DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: ALGORITHMUS

Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 2

10. 06.2018 - 13. 01. 2019 | Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Eingabedatum: 13.06.2018

Werkabbildung

Manfred Mohr, Programm 133 „Cluster Phobia“, 1972 Heliographie, Original: Computerzeichnung mit schwarzer Tusche Foto: Uwe Riedelbilder

Seit 1970 befindet sich die Sammlung Etzold als Dauerleihgabe im Museum Abteiberg. Teil dieser Sammlung ist ein einzigartiges Konvolut an Computergrafik, dem sich nun die aktuelle Ausstellung widmet. Zu sehen sind rund 70 Grafiken sowie einige Objekte von Manuel Barbadillo, Hiroshi Kawano, Klaus Basset, Herbert W. Franke, K.O. Götz, Ken Knowlton, Manfred Mohr, Frieder Nake, Georg Nees und Zdenĕk Sýkora.
Von einer einzigartigen Werkgruppe lässt sich insofern sprechen, als die Sammler Berni und Hans Joachim Etzold die Werke größtenteils bereits Anfang der 1970er Jahre erwarben, als die ersten Ausstellungen und Veranstaltungen, die dieser künstlerischen Ausprägung Aufmerksamkeit zollten, erst wenige Jahre zurücklagen, beispielsweise die mit internationalen Künstlern besetzte Ausstellung zur Computerkunst Cybernetic Serendipity am Londoner Institute of Contemporary Arts im Jahr 1968. 1973 präsentierte im Städtischen Museum Mönchengladbach der Direktor Johannes Cladders die ebenfalls internationalen Erwerbungen der Sammler Etzold als neue Dauerleihgaben in der Ausstellung Programm, Zufall, System – Ein neuer Zweig am alten Konzept der Sammlung Etzold, in der auch einige der aktuell gezeigten Werke vertreten waren.

Die Künstler entstammten ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen: Bildende Künstler, Grafikdesigner, Ingenieure, Informatiker, Mathematiker und Physiker widmeten sich gleichermaßen der Computergrafik als ästhetisches Gebilde. Dieses interdisziplinäre Profil ist charakteristisch für einen Zweig der Kunstgeschichte, der die damals neueste Computertechnologie nutzte und formal und konzeptuell zugleich ein Zeugnis der bildenden Kunst der 1960er Jahre ist.

Die Ausstellung ist Teil einer dreiteiligen Ausstellungsreihe zur Sammlung Etzold. 2017 ging dem aktuellen Teil zum Algorithmus eine erste Folge zum Thema Konstruktion voran. Letztere legte den Schwerpunkt auf Arbeiten der konstruktivistischen Avantgarde in den 1920er Jahren sowie auf die Wiederkehr des Konstruktiven seit den 1960er Jahren (9. Juli 2017 – 18. Februar 2018). 2019 folgt der dritte Teil mit Werken unter dem Gesichtspunkt Konzept. Damit bettet die Ausstellungsreihe die Computergrafik der 1960er und 1970er Jahre in Zusammenhänge ein, die für ihre kunstgeschichtliche Einordnung eine zentrale Rolle spielen: die geometrische Abstraktion einerseits und die Konzeptkunst der 1960er Jahre andererseits. Mit dem vom Künstler erdachten Programm und seinen Algorithmen – als Anweisungen, wie eine bestimmte Aufgabe erfüllt werden soll – steht ein Konzept an der Basis der Computergrafiken. Der Akt des Zeichnens wird an die Maschine delegiert, die das Programm in Form von geometrisch abstrakten Formationen visualisiert. Durch die Einbettung in die Ausstellungsreihe erweitert diese Präsentation den Fokus, der 2006 in der Ausstellung Anfänge der Computergraphik aus der Sammlung Etzold im Museum Abteiberg auf diese besondere Werkgruppe gerichtet war.

Seit 2006 hat sich parallel zur fortschreitenden technischen Entwicklung der Bereich, in dem bildende Kunst und Technik zusammentreffen, stetig verändert. So werden Technologien virtueller und erweiterter Realität längst in der Kunstproduktion genutzt. Um ein Schlaglicht auf die gegenwärtigen Entwicklungen zu werfen, integriert das Museum Abteiberg mit dem Künstlerduo Banz & Bowinkel eine zeitgenössische Position in die aktuelle Ausstellung: Mittels einer App erweitert sich eine Computergrafik auf dem Bildschirm des Smartphones oder Tablets zur virtuellen Skulptur. Die Anwendung ,Banz & Bowinkel AR‘ ist für Android und iOS im jeweiligen Store zum Herunterladen über das WLAN des Museums Abteiberg verfügbar. Gerade von der heutigen Warte aus kann ein erneuter Blick auf die Anfänge der Zusammenschlüsse von Kunst und Computer im besten Fall für beide Positionen erkenntnisreich sein.

In einem Künstlergespräch am 1. Juli lassen Frieder Nake (*1938), Pionier der Computergrafik, und Friedemann Banz (*1980) und Giulia Bowinkel (*1983) das Publikum an einem Generationenaustausch digital arbeitender Künstler teilnehmen.

Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Künstlern und Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen angeboten. Zudem erscheint ein Ausstellungsheft mit einer Einführung in die Computergrafik, kurzen Texten zu Werk und Biographie der ausgestellten Künstler sowie mit einem Text, den Frieder Nake eigens für diese Ausstellung verfasst hat mit dem Titel „Als die Maschine dem Zeichenmeister den Zeichenstift aus der Hand nahm, selbst zu zeichnen begann, und was daraus geworden ist.“ Zusätzlich gibt es ein Vermittlungsprogramm für Schulklassen, Kinder und Jugendliche.

Museum Abteiberg,
Abteistraße 27,
41061 Mönchengladbach,
ü museum-abteiberg.de
Presse






Daten zu Manfred Mohr:

- Art Basel 2013
- Daimler Art Collection
- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

Weiteres zum Thema: Manfred Mohr



Bewegung auf dem Markt für Digitalkunst. ART COLOGNE 2005


Ein einzigartiges Museum stellt sich vor

Das Berliner Digital Art Museum, kurz DAM genannt, ist einzigartig in
Deutschland. Es gehört zu den noch weltweit wenigen Institutionen zwischen Los Angelos, Tokio, Seoul und Berlin, die sich der Förderung und Verbreitung von digitaler Kunst angenommen haben. DAM ist ein virtuelles Museum, das seine Informationen auf seiner Webside aufarbeitet. Zudem ist es lokalisiert in Räumen, die für Einzelausstellungen gestandener und junger Künstler des
Genres vorbehalten sind. Soeben wurde ein Preis für herausragende
Digital-Kunst ausgelobt. Er ist dotiert mit 20.000 Euro, ist benannt nach seinem Stifter, d.velop, einem mittelständischen Unternehmen für digitale Archivierung im westfälischen Gescher, heißt in vollem Namenszug "d. velop digital art award" (ddaa). Erstmals verliehen wird er diesjährig an Vera Molnar, einer Protagonistin digitaler Kunst, anlässlich der DMS-Expo (Digital Management Solutions) in der Essener Philharmonie. Die Koelnmesse ist Projektpartner und Veranstalterin der DMS-Expo. Auf der Sonderschau während der ART COLOGNE 2005 wird das Werk von Vera Molnar ausführlich gewürdigt.

Protagonisten digitaler Kunst
Molnar arbeitet seit 1968 mit dem Computer und ihre künstlerische Position ist der der Konstruktivisten zuzuordnen. Wolf Lieser, Begründer und Leiter des DAM, Mitglied der Jury für den ddaa, wird als Organisator der Sonderschau auf der ART COLOGNE außer Molnar weitere wichtige Vertreter des Genres vorstellen. So etwa Manfred Mohr, der ebenfalls dem Konstruktivismus nahe steht. Oder auch Gerhard Mantz , der, wie Lieser erläutert, "mit 3D arbeitet und sich um das Thema Landschaften sehr verdient gemacht hat. Er beschäftigt sich mit der Ambivalenz von Natürlichkeit und Künstlichkeit, letztlich eine kritische Auseinandersetzung mit der allgegenwärtigen
Manipulierbarkeit." So dann bringt Lieser "eine junge Position" ins Gespräch mit dem Amerikaner, Casey Reas: "Er lehrt grundlegende Softwarekunst für Künstler, eine Kunstform, die darauf basiert, dass die Künstler nicht vorgegebene Software benutzen, sondern selbst programmieren. Das ist eine Rückbindung an die Anfänge. Die Ergebnisse bestehen hauptsächlich aus Bildschirmarbeiten, wo sich kontinuierlich etwas ändert, vergleichbar einem Organismus, der sich ständig weiterentwickelt."

Insgesamt wird die Sonderschau einen "Überblick für den Einstieg in dieses Thema" geben. Lieser verspricht: "Der Besucher bekommt eine Idee davon, wie unterschiedlich Computerkunst in Erscheinung tritt. Er wird ausschließlich mit wichtigen bereits etablierten Positionen konfrontiert."

Zeichnungen, Animationen, Installationen
Der Handel mit digitalen Kunstwerken umfasst, so Lieser,
"Plotter-Zeichnungen, computergenerierte Animationen in Form von CDs oder auch Software-Kunst, verbunden mit einem Computer, der ein bestimmtes Programm beinhaltet. Immer häufiger verkaufen wir fest mit der Software verbundene Bildschirme oder Präsentationsmaterialien, so dass der Künstler beeinflussen kann, wie die Arbeit wirklich präsentiert wird. Dabei wird die gesamte Installation verkauft. Für vereinzelte große Sammler und Institutionen sind vorwiegend interaktive Installationen interessant."

Äußerst günstige Preise
Überschaubar ist indes noch immer die Klientel für diese Art von Kunst.
Lieser: "Es gibt ein gesteigertes Interesse im generellen Markt. Aber das Interesse ist noch lange nicht mit Kaufen verbunden. Viele merken, dass das Medium jetzt anzieht. Deshalb versuchen sie frühe Arbeiten zu einem supergünstigen Preis zu erwerben." Erstaunlich sind die Preise, die nach Auskunft von Lieser sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert haben.
Das Preisniveau entspricht in vielen Fällen noch dem vor fünf Jahren. "Es gibt Softwarekunst und Animationen, die ein paar hundert Euro kosten. Bei interaktiven Installationen, wo ein sehr hoher materieller Aufwand betrieben wird, werden Preise von bis zu 20. 000 bis 30.000 Euro erreicht."

Der Markt kommt international ganz langsam in Bewegung, wie Lieser zu
beobachten glaubt. Durch die Sonderschau verspricht er sich einen weiteren Marktschub für Digitalkunst.






Anzeige
karma


Anzeige
karma


Anzeige
kur


Anzeige
Atelier


Anzeige
rundgang




Tino Sehgal

2016 ging der Hans-Molfenter-Preis der Landeshauptstadt Stuttgart an Tino Sehgal. Anlässlich dieser Auszeichnung wird der Künstler nun eine Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart realisieren. weiter


Charline von Heyl - Snake Eyes

Der Titel der Ausstellung »Snake Eyes« verweist auf den englischen Terminus für »Einer-Pasch«, aber auch auf das »Sehen ohne Worte«. weiter


Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018

Bereits zum dritten Mal präsentiert das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main die Ausstellung zum Deutsche Börse Photography Foundation Prize. weiter


RESANITA - Das Haus als Wirt

Das Künstlerinnenduo RESANITA – Anita Fuchs und Resa Pernthaller – hat in einem eigens für das KUNST HAUS WIEN konzipierten mehrmonatigen Projekt die am Museumsgebäude angesiedelte Pflanzenwelt analysiert, fotografisch festgehalten und in Installationen verarbeitet. weiter


Manuel Franke Im Rahmen der Reihe „Im Städel Garten“

Als unüberwindliches Hindernis versperrt Manuel Frankes Objekt einerseits den gewohnten Blick, macht den Rasenhügel andererseits jedoch in ganz neuer Weise erfahrbar. weiter

Dorothea von Stetten-Kunstpreis an Masar Sohail

Der mit 10.000 Euro dotierte Kunstpreis geht an den Künstler Masar Sohail weiter

Šejla Kamerić. Keep Away from Fire

Die Ausstellung Keep Away from Fire stellt das Schaffen der bosnischen Künstlerin Šejla Kamerić (*1976 in Sarajevo, lebt in Sarajevo und Berlin) zum ersten Mal umfänglich in Deutschland vor. weiter

Verleihung des Kalinowski-Preises an Absolventin Ana Navas

Die Künstlerin Ana Navas arbeitet in unterschiedlichen Medien: Skulptur, Video, Malerei und Performance. Ausgehend von der Genealogie eines Objekts, ... weiter

MyPrivateParadise

Mit Wolfgang Ellenrieder // Thomas Rentmeister // Marlene Bart// Sebastian Bartel // Serena Ferrario // Stella Förster // Fabian Lehnert // Paloma Riewe // André Sassenroth // Lisa Seebach // Daniel Wolff // Rui Zhang weiter

Eberhard Müller-Fries / Anja Harms - » … sind Sie die Flüstergalerie?«

Diese Zeile aus einem Text von Ernst Jandl gibt den Titel der Installation von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries im Neuen Gießener Kunstverein. weiter


FOTOGRAFIE HEUTE: PRIVATE PUBLIC RELATIONS

Wie erleben wir in einer globalisierten, unüberschaubar gewordenen und digital erweiterten Welt den öffentlichen Raum? Und was hat die Fotografie damit zu tun? weiter

Körpereinsatz

Eine Ausstellung mit Lehrenden und Alumni der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig - 15. Juni bis 2. September 2018 weiter


Michel Majerus / Olaf Nicolai

Die Kunsthalle Bielefeld präsentiert in diesem Sommer parallel die Ausstellungen «Michel Majerus - In EUROPE und «Olaf Nicolai - Chant d´Amour». weiter


Freiheit zur Freiheit/ Freedom to be Free

Was bedeutet heute Freiheit in Europa, wo ist sie eingeschränkt oder in Gefahr? weiter


DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: ALGORITHMUS

Seit 1970 befindet sich die Sammlung Etzold als Dauerleihgabe im Museum Abteiberg. Teil dieser Sammlung ist ein einzigartiges Konvolut an Computergrafik, dem sich nun die aktuelle Ausstellung widmet. weiter

Prix Ars Electronica 2018

GewinnerInnen: LarbitsSisters, Bellingcat, Mathilde Lavenne und Lorenz Gonsa, Martin Hatler, Samuel Stallybrass sowie Vincent Thierry, Leonardo-Community. weiter


Lilia & Tulipan

Das Motiv der Blumen besitzt in der Kunstgeschichte ein lange Tradition, die bereits in der pompeijanischen Wandmalerei aus der Zeit weiter


Michael Riedel. Grafik als Ereignis

Mit Grafik als Ereignis widmet sich das Museum Angewandte Kunst dem OEuvre von Michael Riedel, das an der Schnittstelle von angewandter und freier Grafik operiert. weiter


Theaster Gates Black Madonna

Die Ausstellung Black Madonna erstreckt sich auf zwei Gebäude des Kunstmuseums und umfasst zahlreiche neue Arbeiten, die der Künstler aus Anlass der Ausstellung geschaffen und zum Teil in Auseinandersetzung mit der Sammlung des Kunstmuseums entwickelt hat. weiter


Dieter Hacker: Alle Macht den Amateuren. 1971-1984

Die Welt der Bilder wandelte sich in den 2000er-Jahren durch die Verfügbarkeit von Smartphones und Social-Media-Plattformen auf radikale Weise. weiter

Copyright © 2014 - 18, art-in-berlin.de Kunstagentur Thomessen Hartlieb-Kühn GbR.