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Alex Grein. ongoing

22.05. - 05.07.2026 | Max Ernst Museum, Brühl

Eingabedatum: 23.05.2026

Werkabbildung
Abb.: Alex Grein, "Speicher", 2021, Ausstellungsansicht Galerie Gisela Clement, Foto: Mareike Tocha
Die Künstlerin Alex Grein (*1983 in Köln, lebt und arbeitet in Düsseldorf) wird mit dem Luise-Straus-Preis des LVR ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten in Fotografie, Installation und Mixed-Media reflektiert sie fotografische Prozesse und hinterfragt etablierte Seh- und Handlungsweisen.

In der Einzelausstellung „ongoing“ präsentiert die Künstlerin eine Auswahl früherer und neuer Arbeiten, die ihre künstlerische Praxis und zentrale Fragestellungen sichtbar machen. Alex Grein greift auf Fotografien, Archivmaterial und Found Footage aus digitalen Bildströmen zurück und bringt diese in einen materiellen Kontext. Durch das Verschränken von analogen und digitalen Bildwelten wird deutlich, wie bildgebende Medien unsere Wahrnehmung und unser Verständnis von Wirklichkeit prägen.

In der Installation „Speicher“ (2021) z.B. widmet sich Alex Grein dem Konzept des „fluiden Bildes“ im digitalen Zeitalter. Fotografien werden in Eisblöcken eingefroren und im Ausstellungsraum langsam zum Schmelzen gebracht. Während das Bild sichtbar wird, löst es sich zugleich auf – ein Prozess zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden, der Fragen nach Archivierung, Vergänglichkeit und Bildproduktion aufwirft. Die Künstlerin verhandelt zudem ökologische Fragestellungen, etwa in der Serie „Burning Sun (Pictures on a Screen)" (2025/26), welche die Folgen extremer Hitze und Trockenheit thematisiert.

Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung finden am 21. Mai 2026, um 18 Uhr, im Max Ernst Museum Brühl des LVR statt. Die Ausstellung wird vom 22. Mai bis zum 5. Juli 2026 im Leonora-Carrington-Saal präsentiert.

Über die Künstlerin:

Alex Grein studierte Fotografie an der Fachhochschule Düsseldorf sowie als Meisterschülerin bei Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach ihrer Tätigkeit an der Kunsthochschule für Medien Köln ist sie seit 2022 Professorin für Fotografie an der Hochschule Mainz.

22.05.2026 - 05.07.2026

Max Ernst Museum

Comesstr. 42 / Max-Ernst-Allee 1, 50321 Brühl

https://www.lvr.de/max-ernst-museum-bruehl

Presse

Kontext

Einordnung:
Alex Grein positioniert sich kunsthistorisch an der Schnittstelle von konzeptueller Fotografie, prozesshafter Installationskunst und Post-Fotografie. Als Meisterschülerin von Andreas Gursky ist sie historisch in der Tradition der Düsseldorfer Photoschule verwurzelt, bricht deren dokumentarisch-objektive Strenge jedoch auf, indem sie den ontologischen Wandel des Bildes im digitalen Zeitalter untersucht. Durch die physische Materialisierung digitaler Bildströme und von Found Footage überführt sie flüchtige Daten in greifbare, aber oft instabile Aggregatzustände. Insbesondere die performative Installation „Speicher“ verknüpft das Medium Fotografie mit ephemeren Strategien der Prozesskunst und evoziert Diskurse um Archivkritik und die Fragilität von Erinnerungsspeichern. Indem Grein diese medienreflexive Praxis in neueren Arbeiten („Burning Sun“) mit Themen wie extremer Hitze verbindet, verortet sie ihr Werk im hochaktuellen Kontext des Ecocriticism und spiegelt die zunehmende Verschmelzung von Bildproduktion und den materiellen wie ökologischen Realitäten des Anthropozäns wider.
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