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It’s not about nothing

Episode 1

22.05.2026 - 27.06.2027 | GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig

Eingabedatum: 22.05.2026

Werkabbildung
Christian Nyampeta, Sometimes It Was Beautiful, 2018
Mit Arbeiten von Azra Akšamija, Eric Baudelaire, Margret Hoppe, Sharon Lockhart, Christian Nyampeta, Marcel Odenbach, Artūras Raila, Natascha Sadr Haghighian, Michael Scheffer, Maya Schweizer, Shirana Shahbazi, Andrzej Steinbach und Anna Witt aus der Sammlung der GfZK sowie Leihgaben von Clemens von Wedemeyer.

In einem großen Ausstellungsprojekt mit 18 Positionen beschäftigt sich die GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst mit künstlerischen Praktiken im Feld des Dokumentarischen. Zu sehen sind Arbeiten von etabliertenund jungen sowie internationalen und lokalen Künstler*innen. Die Ausstellung entwickelt sich in zwei Episoden und bespielt beide Häusern der GfZK.

Wie machen Bilder soziale und politische Realitäten erfahrbar? Welches Wissen vermitteln sie? Und wie sind sie selbst in die Produktion von Wirklichkeit verstrickt? Die Ausstellung It’s not about nothing präsentiert filmische und fotografische Arbeiten, die mit dokumentarischen Mitteln das Sichtbare befragen. Sie führen uns an unterschiedliche Orte: eine NS-Festungsanlage im Süden Frankreichs oder eine Tomatenplantage in Apulien, eine Plattenbausiedlung in Halle oder das Innere der Freiheitsstatue in New York, ein Verlagsgebäude in Sarajewo oder einen Platz in Bratislava. Sie erzählen von Krieg und Exil, von Spuren der Geschichte in der Gegenwart, von Ordnungssystemen und Medienereignissen, von Kämpfen um Sichtbarkeit und von Momenten der Ohnmacht und der Solidarität. In ihren Arbeiten verknüpfen die Künstler*innen eigene Aufnahmen, Archiv- und Medienbilder und Zitate aus der Filmgeschichte zu vielschichtigen Erzählungen.

In zwei Episoden zeigt die Ausstellung Werke aus der Sammlung der GfZK, eingeladene künstlerische Positionen und Diplompräsentationen. Die Auseinandersetzung mit dem Dokumentarischen wird zwischen Juli und Oktober um Arbeiten erweitert, die sich unter anderem mit Bildarchiven beschäftigen.

Der Ausstellungstitel It’s not about nothing ist einer Collage von Maya Schweizer entlehnt. Darin verfährt sie mit Wörtern ähnlich wie mit Bildern, zerschneidet und überklebt sie und bringt sie in verschiedene Sinnzusammenhänge. Inspiriert durch filmische Strategien wird die Ausstellung selbst zu einer Form der Montage. Zwischen den einzelnen Werken entstehen Bezüge aber auch Brüche und Leerstellen, die den Besucher*in-nen Raum für Assoziationen bieten.

22.05.2026 - 27.06.2027
GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig

Karl-Tauchnitz-Straße 9–11, 04107 Leipzig

https://www.gfzk.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Ausstellung verortet sich präzise im sogenannten „Documentary Turn“ der zeitgenössischen Kunst, der den objektiven Wahrheitsanspruch von Fotografie und Film kritisch hinterfragt. Internationale Positionen wie Marcel Odenbach, Eric Baudelaire oder Sharon Lockhart nutzen dokumentarische Mittel, Archivmaterial und Found Footage nicht zur reinen Abbildung, sondern zur medienreflexiven Untersuchung sozialer, politischer und historischer Realitäten. Thematisch spannt sich der Bogen von geopolitischen Konflikten und Exil bis hin zu lokaler Erinnerungskultur, wobei stets die Konstruktion von Wirklichkeit durch die Bilderzeuger selbst im Zentrum steht. Techniken der Montage und Collage – exemplarisch hervorgehoben bei Maya Schweizer – dienen dabei der Aufbrechung linearer Narrative. Indem das kuratorische Konzept diese filmische Strategie der Montage als räumliches Prinzip von assoziativen Bezügen und Leerstellen auf die Ausstellung überträgt, wird das Dokumentarische hier nicht als passives Beweismittel, sondern als aktives, epistemologisches Werkzeug begriffen.
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