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Phoebe Collings-James. Let this be the anchor

06.06. - 16.08.2026 | KH Künstler:innenhaus Bremen

Eingabedatum: 06.06.2026

Werkabbildung
Abb.: Courtesy KünstlerInnenhaus Bremen © Gabriela Valdespino
Die Werke der Künstlerin Collings-James zeigen unterschiedliche Stimmungen und Oberflächen. Sie sind geprägt von einer großen Vielfalt an Spuren, Zeichen und Strukturen und setzen sich mit Themen wie Sprache, Emotionen und Gewalt auseinander. Markierungen und Zeichen sind auf den Oberflächen der Arbeiten im Werkkörper der Künstlerin immer zu finden. Sie fungieren dabei als Spuren des Widerstands, während performative Prozesse die Entstehung der Werke prägen und den Körper so unmittelbar in ihre Herstellung einschreiben. Das Einschreiben, Überarbeiten und Schichten sind zentral für die Praxis von Phoebe Collings-James und bilden eine poetische Grundlage, aus der die Werke wachsen und sich kontinuierlich verändern.

Mit dieser für das KH Künstler:innenhaus Bremen konzipierten neuen Werkserie widmet sich Phoebe Collings-James dem Bild des Turms. Dabei setzt sie sich formal mit diesem als Blickpunkt, Gestell und unterstützende Struktur auseinander. Der Turm erscheint dabei nicht nur als architektonisches Objekt, sondern als Denkfigur: ein Symbol für Aufrichtung und Orientierung, ebenso wie für Fragilität und potenziellen Kollaps.

Ein Projekt des Künstler:innenhaus Bremen in Kooperation mit dem Kunsthaus Glarus.

Kuratorin: Marie Oucherif

06.06. - 16.08.2026

KH Künstler:innenhaus Bremen

Am Deich 68/69, 28199 Bremen

https://www.kh-bremen.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Phoebe Collings-James positioniert sich mit ihrer Praxis an der Schnittstelle von prozesshafter Kunst und zeitgenössischem politischem Diskurs. Die Betonung performativer Entstehungsprozesse und die physische Einschreibung des Körpers in die Materialität knüpfen an Traditionen der Process Art und der feministischen Body Art der 1960er und 70er Jahre an. Durch Techniken des Schichtens und Überarbeitens schafft sie palimpsestartige Oberflächen, deren gestische Markierungen – in einer Weiterentwicklung des Informel – als affektive Zeugnisse von Widerstand und Gewalt fungieren. Mit dem Motiv des Turms greift sie zudem einen architektonischen Archetypus auf, der kunsthistorisch von biblischen Darstellungen (Babel) bis hin zum utopischen Konstruktivismus (Tatlin) reicht. Indem Collings-James den Turm jedoch als prekäre Denkfigur zwischen Aufrichtung und Kollaps inszeniert, dekonstruiert sie traditionell monumentale, oft imperiale Architekturkonzepte und formuliert eine treffende Metapher für die Fragilität aktueller gesellschaftlicher Macht- und Orientierungssysteme.
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