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VERLOBUNG

Malerei von Henriette Grahnert und Jochen Plogsties

13.12. 2016 - 17.2. 2017 | FAK - Kunstverein, Zwickau
Eingabedatum: 21.12.2016

Mit zwei prominenten Positionen junger zeitgenössischer Malerei setzt der Kunstverein Freunde Aktueller Kunst in Zwickau seine diesjährige Ausstellungsreihe "Out of Leipzig" fort. Sowohl Henriette Grahnert (1977 in Dresden) als auch Jochen Plogsties (*1974 in Cochem) spielen in der mit Leipzig verbundenen neuen Kultur des Malens eine ganz unverwechselbare Rolle. Schon lange hat sich das Etikett der "Neuen Leipziger Schule" überlebt zugunsten einer wieder die eigenständige künstlerische Arbeit herausstellenden Sichtweise auf die Protagonisten aus Leipzig. Daß dort nach wie vor ein melting pot der aktuellen deutschen, national bedeutsamen Malerei austrahlt in das internationale Kunstgeschehen, ist natürlich unbestritten. Grahnert und Plogsties haben in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und bewiesen, daß sie zurecht in die Phalanx der bedeutenden und impulsgebenden jungen Maler gehören.
Erstmals stellen die beiden Künstler in der Ausstellung "Verlobung" zusammen aus, längst überfällig, weil ihre Arbeiten bei allen Unterschieden über interessante und weitreichende Gemeinsamkeiten verfügen. Beide spielen auf eine subversive, höchst anspielungsreiche Art mit Vorlagen aus der Kunstgeschichte und entwickeln dabei ein hochpräzise, erfindungsreiche Malkultur. Sowohl Grahnert als auch Plogsties reflektieren in und mit ihrer Malerei ihre eigene Position als Künstler, ihr Handwerk und das künstlerische Medium der Malerei.
Henriette Grahnert wird Arbeiten zeigen, die sich durchaus mit kunsthistorischen Bezügen auseinandersetzen. Diesen Arbeiten stellt Plogsties neue, für Zwickauer Ausstellung entstandene Bilder zur Seite, die sich ebenfalls mit Positionen der Kunstgeschichte beschäftigen.

Zu Henriette Grahnert:

Gekonnt jongliert die 1977 geborene Künstlerin Henriette Grahnert mit den unterschiedlichsten Malereitraditionen: Ihre Bilder zitieren klassische Abstraktion und konkrete Malerei, minimalistische Traditionen und Bad Painting, amerikanische Farbfeldmalerei und Pop Art. Gestische Pinselschwünge und informelle Klekse treffen auf figurative Elemente, harte Kanten auf filigrane Farbverläufe, dünn lasierte auf pastos gespachtelte Farbflächen. Mit hintersinnigem Humor verbindet Henriette Grahnert diese vermeintlichen Gegensätze zu einem individuellen Bilderkosmos. Dabei steht jedoch keine der zitierten Stilrichtungen und Malweisen tatsächlich für das, was sie vorgibt zu sein. Viel eher handelt es sich um einen klugen Umgang mit Bezugnahmen sowie um einen differenzierten Diskurs über die Malerei selbst. Die Freude an Zitaten und Anspielungen findet sich auch auf sprachlicher Ebene. Handgeschriebene Kommentare auf den Bildern oder auch die humorvollen Werktitel offerieren weitere Rezeptionsebenen.

Zu Jochen Plogsties:

Jochen Plogsties bedient sich als Ausgangspunkt für seine Arbeiten unterschiedlichster Vorlagen. Aus einer allgegenwärtigen und über verschiedene Quellen verfügbaren Bilderflut greift er sowohl kunsthistorisch eingeschriebene Meisterwerke, als auch unbekannte Cover von Postkarten oder private Schnappschüsse heraus. Die Auswahl ist bewusst subjektiv und unterliegt in erster Linie der Prämisse des eigenen Interesses. Erst in einem zweiten Schritt werden auffällige Gemeinsamkeiten der Motive offenbar.
Im malerischen Vorgang der Bildaneignung, bei dem er die vielfach durchlaufenen und verfremdenden Reproduktionsprozesse seiner "Modelle" miteinbezieht - Mitwirkende wie Grafiker, Fotografen und Druckverfahren haben ihre Spuren auf den Abbildungen hinterlassen - spürt er zum einen der reinen Bildkomposition nach. Es geht also nicht darum eine perfekte Kopie zu erzeugen, sondern mit genauer Beobachtung und dem eigenen Erfahren eine vorliegende Form selbst zu erzeugen. Bei dieser Strukturanalyse haben sich in den letzten Jahren auf der Ebene des Bildaufbaus viele Parallelen zwischen den unterschiedlichsten Motiven ergeben, sodass ein Muster entstanden ist, das die meisten Subjects, ob nun der High- oder Low-Culture entstammend, verbindet.
Das so entstandene Ornament aus kompositorischen Hilfslinien dient aber zum anderen noch einem Zweck, nämlich dem der Distanzerzeugung innerhalb des Malprozesses: "Ein Raster ist eine Möglichkeit der Distanzierung, eine Zwischenebene durch die eine Gleichwertigkeit von Punkten entsteht. Distanziere ich mich von einem Motiv, indem ich das zugrunde liegende Muster erkenne, kann ich das Motiv unvoreingenommener betrachten." (Jochen Plogsties) Diese so erzielte Objektivität innerhalb des eigenen Malprozesses, den subjektiven Malvorgang zu gewissermaßen in ein Schema zu pressen, das ist eins seiner Ziele - wie auch vielleicht mittels der Rhythmik die Pole von Abstraktion und Figuration als Arbeitsfeld zu umgehen und sich ganz der Farbe zu widmen, die jedes Bild wieder zu einem Original macht.

FAK - DER Kunstverein in Zwickau

Ausstellungen: Hölderlinstraße 4, D-08056 Zwickau

freunde-aktueller-kunst.de

Presse





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