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Mathias Lanfer, SPAMS

21. 01. - 5. 03. 2017 | Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal
Eingabedatum: 11.01.2017

Vom 21. Januar bis 5. März 2017 präsentiert der Skulpturenpark Waldfrieden in der Ausstellung SPAMS Werke des Bildhauers Mathias Lanfer. Er bedient sich archaischer Bearbeitungstechniken, um die Skulpturen der titelgebenden Werkgruppe zu erschaffen. Dabei ist der Prozess der Materialbearbeitung, dessen kalkulierte Unkalkulierbarkeit zur Improvisation zwingt, zentral für seine künstlerische Methode. Oft bilden Ideen, Skizzen, Modelle oder Baupläne den Ausgangspunkt seiner Arbeit an einer Skulptur, die schließlich unter dem nicht planbaren Einfluss des Zufalls doch eine unerwartete Gestalt gewinnt. "Überraschungen entstehen da, wo man sie erwartet", betont Lanfer.

Das Bearbeiten der Materie ist oft mit Unwägbarkeiten verbunden, die zu unkalkulierten Resultaten führen können. Dieser meist unerwünschte Umstand ist für den Künstler Mathias Lanfer ein willkommener Anlass zur Improvisation. Obwohl er die Herstellung seiner Skulpturen mit Hilfe von Skizzen, Modellen und Bauplänen gründlich vorbereitet, lässt er sich dennoch auf die zufälligen Einflüsse ein, die sich im Zuge der Umformung zwangsläufig ergeben.

"Logik ist dabei auch eine Form von Spielerei und Überraschungen entstehen selbst da, wo man sie erwartet", betont Lanfer.

Dieses Prinzip des Zusammenspiels von Zufall und Planung lässt sich gut anhand der Skulpturen aus der Werkgruppe „SPAMS“ verdeutlichen, die im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden. So wurde für die Arbeit „SPAM #4“ ein massiver, 1,4 Tonnen schwerer Stahlblock mit Hilfe einer industriellen Presse in eine sich in Blöcken verjüngende und flach zulaufende Form gebracht. An diesem Stahlkörper setzt eine organisch geschwungene, milchige Blase aus Acrylglas an, die nach dem Prinzip der Glasbläserei aus einer erhitzten Kunststoffhaut erzeugt wurde.

Der kompakte Stahlblock ist also mittels äußerer Krafteinwirkung modelliert worden, während die Form der Kunststoffblase durch eine Erhöhung des Luftinnendrucks entstanden ist. In beiden Fällen muss das Material zunächst erhitzt werden - es ändern dann seine plastischen Eigenschaften - und erkaltete im Verlauf des Prozesses. Unter diesen Umständen ist das Verhalten des Materials Einflüssen unterworfen, die nur bedingt planbar sind. Doch eben dadurch ist Mathias Lanfer gezwungen, spontan und intuitiv zu reagieren, um steuernd in den plastischen Prozess einzugreifen. Diese Erfahrung bezeichnet er als ein "Erlebnis von prozessbildender Bilderhauerei".

Lanfer spielt in diesen Arbeiten auf poetische Weise mit den gegensätzlichen Eigenschaften der Materie. Das massive Gewicht des Stahlblocks scheint sich in einer schwerelos wirkenden Blase aufzulösen. Das Material wandelt sich vom Schweren ins Leichte, vom Massiven zum lichthaft Fragilen. Darauf verweist auch der mehrdeutige Titel SPAM. Dieses Wort, mit dem man heute unerwünschte Werbemails bezeichnet, leitet sich ursprünglich von der amerikanischen Bezeichnung für Dosenfleisch ab, die sich aus den Wörtern "spiced" und "ham" zusammensetzt. Aus dem Blickwinkel des Bildhauers betrachtet, repräsentiert dessen Herstellung den Versuch, zeitgemäße, verfügbare, organische Materialien in rational definierte Formen zu bringen. Auch seine weiteren Arbeiten versteht Lanfer als einen transformativen Prozess, in dessen Verlauf sich nicht nur die Form des Materials, sondern auch der Künstler selbst, mit seiner skulpturalen Stellungnahme, verändert.

Mathias Lanfer wurde 1961 geboren. Er studierte u. a. an der Kunstakademie in Düsseldorf Bildhauerei und war 1991 Meisterschüler von Tony Cragg. Nach einem Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf lehrt er derzeit an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Er lebt und arbeitet in Heiligenhaus.

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