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Hans-Jürgen Burkard. AN TAGEN WIE DIESEN

15. 05. - 26.06. 22 |Stiftung Michael Horbach, Köln
Eingabedatum: 12.05.2022

AN TAGEN WIE DIESEN entdeckte Hans-Jürgen Burkard seine Heimat neu, kombinierte Fotografien mit Songtexten jüngerer deutscher Musik und schuf so ein poetisches Deutschland-Bild von verzaubernder Kraft. Hans-Jürgen Burkard, einer der großen Reportage-Fotografen der Gegenwart, hat eine außergewöhnliche Deutschland-Reise unternommen: eine Reise, bei der ihm deutsche Liedertexte die Vorlage und der Assoziationsstoff für ein fotografisches Porträt deutscher Zustände und Befindlichkeiten waren. Die deutsche Popmusik, kritisch, ätzend, aber auch liebevoll und selbstbewusst: Was verrät sie
über das Land, was zeigt sich in ihr? Hans-Jürgen Burkard hat Liedtexte wie Mädchen von Kreuzberg von Prinz Pi, Rotlichtmilieu von Haftbefehl, Eppendorf von Samy Deluxe , Hinterland von Casper und über 100 andere Songs in große Bilder übersetzt: frei, schräg, verstörend, fröhlich, rätselhaft- und in jedem Fall großartig.

35 Jahre lang zunächst für GEO, dann ab 1989 für den Stern überwiegend im Ausland, vor allem in den Ländern der früheren Sowjetunion tätig, war es eine Heimkehr für Burkard.
Mit einem dicken Stapel ausgedruckter Songtexte auf dem Beifahrersitz „erfuhr" er im Sinne des Wortes auf Tausenden von Kilometern die Republik. Suchte dabei, inspiriert von der Musik, nach Stimmungen und Situationen, die zu ihr passten. Fand sie zwischen gestrandeten Walen an Dithmarschens Nordseeküste und dem urbayrischen Gäubodenfest in Straubing, umflogen von Alpendohlen am Zugspitzgipfel und zwischen den Hinterlassenschaften der „Rock am Ring"-Besucher. Momente, die eine Stimmung wiedergeben, eine Situation dokumentieren, ein Gefühl einfangen: Widersprüche und Extreme, Aufschreien oder Verstummen, ein zärtlicher Blick auf eine fremd und zugleich vertraut empfundene Welt.

So, wie Liedermacher und Texter ihre Erzählungen aufbauen, so selektiert und fotografiert Hans-Jürgen Burkard gezielt seine Motive und baut sie mit den Songtexten zusammen. ,,Ordnend ins Geschehen eingreifen" nennt er das. Sich die Welt erklären, oder es zumindest versuchen: fragmentarisch, wie sie sich zeigt, keine zusammenhängende, logisch sich fortschreibende Geschichte, ein Mosaik aus Blicken, Sekunden, Ewigkeiten.

Nach langen Jahren als Fotograf in Russland kehrt er zurück, fährt mit dem Auto durch Deutschland. Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn. Er hört Radio, sammelt Hooklines wie andere Postkarten, hört Bilder und sieht Songtitel. Das Rastlose des Herumfahrens, die sinnfreie Abfolge von gesungenen Kurzgeschichten, die aus dem Lautsprecher tönt, all diese Zufälligkeiten ergeben durch Burkards Kombinationen plötzlich Sinn. Sie bilden nichts ab, sie schaffen etwas Neues: Ein Dazwischen, was in der Zwiesprache von Text und Bild entsteht. Als Reporter sucht er nach Wahrheit, als Fotograf weiß er, dass es sie nicht gibt.


Hans-Jürgen Burkard (1952) studierte Visuelle Kommunikation in Dortmund und Essen, reiste aber während dieser Zeit mehrmals für längere Zeit nach Kanada und Alaska, wo er sein Geld als Holzfäller und auf Schlittenhundefarmen verdiente. Dabei entstanden erste Reportagen für STERN und GEO.

In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete er weltweit ausschließlich für die Zeitschrift GEO und wechselte 1989 für den STERN als akkreditierter Fotokorrespondent nach Moskau. Zusammen mit seinen schreibenden Kollegen Katja Gloger, Matthias Schepp und Bettina Sengling schuf Burkard dort über Jahre sein Hauptwerk aus zahlreichen preisgekrönten Reportagen aus der zusammenbrechenden Sowjetunion und dem entstehenden Russland. Die Fotoreportagen aus dieser Zeit, wie z. B. „Die Mafia“, die „Rote Armee“, „Stalins lange Schatten“, „In Sibirien“, „Moloch Moskau“, „Szene Moskau“, „Religion in Russland“ und viele andere, gaben bis dahin nie gesehene Einblicke in die Tabuzonen dieses Landes .

Teilweise als Titelstories nachgedruckt in allen wichtigen Magazinen der Welt, wie LIFE, TIME, NEWSWEEK, SUNDAY TIMES MAGAZINE, PARIS MATCH, FIGARO MAGAZINE, EL PAIS usw. gelten sie lt. Cornell Capa als „herausragende Beispiele des klassischen Fotojournalismus“ und sind mittlerweile ein einzigartiges fotografisches Zeitzeugnis des historischen Umbruchs in Russland. „ In his work we were confronted with situations we did not now until now. This is journalism at its best. It is one of the rare cases were we saw something really new“, schrieb die Jury des „Pictures of the Year Awards“ über seine Arbeiten schon in den 1990er Jahren.

In den letzten Jahren entstanden zudem viele große Personen-Reportagen zusammen mit hervorragenden Autoren, um dem Publikum Menschen vorzustellen, zu denen der Zugang sehr eingeschränkt und schwierig ist. Reportagen wie die z.B. über den von der Camorra verfolgten Schriftsteller Roberto Saviano, Alexei Navalny, den Chef der europäischen Zentralbank Mario Draghi, den IKEA Chef Ingvar Kamprad oder den Internationalen Währungsfond IWF und seine Chefin Christine Lagarde wurden weltweit nachgedruckt.

Zwischendrin immer wieder journalistische Aufträge für große ausländische Magazine, auch schon mal Fashion-Arbeiten für Z.B. VOGUE und in den letzten Jahren Industriereportagen für Firmenkunden.
Über mehrere Jahre Einführungsseminare zum Thema Fotojournalismus für die Studenten der „Henry Nannen“- Journalistenschule in Hamburg. Zusammenarbeit mit der „World Press-Photo“ Organisation als „Master“ in deren „Master Class“- Seminaren für junge Fotografen in den Niederlanden und in Manila. Vorträge als Gastredner an diversen Hochschulen für Fotografie in Deutschland, den USA und China.

2021 würdigte ihn die Deutsche Gesellschaft für Photographie mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis für die vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik.

Als bisher einziger deutscher Fotograf erhielt er 1997 den INFINITY-Award für „Photojournalism“ des International Center of Photography in New York zusammen mit Cartier-Bresson (Livetime Achievement), Sebastiao Salgado („Workers“ Buch) und Bruce Weber (Applied Photography) und wurde dort mit einer Einzelausstellung im ICP gewürdigt.
Mehrfach wurde er beim „World Press Photo“- Award ausgezeichnet, dem “Picture of the Year Award” in den USA und erhielt viele andere Preise für seine Arbeiten.
2005 war er als Kameramann bei dem Oscar-nominierten Dokumentarfilm „The children of Leningradsky“ beteiligt.
Seine fotografischen Arbeiten wurden weltweit in vielen Ausstellungen gezeigt.
Die hier gezeigten Arbeiten unterscheiden sich wesentlich von seinen großen Reportagen. Es sind Einzelbilder, Impressionen, ein fotografischer Tanz ohne redaktionellen Druck durch sein Heimatland in dem er bisher nur selten fotografierte. Nach 35 Jahren eine Art Heimkehr für ihn.


Stiftung Michael Horbach
Michael Horbach
Wormser Str 23
50677 Köln
www.michael-horbach-stiftung.de

Presse





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