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Wachsen und Vergehen. Sieglinde Bottesch - Bernard Schultze

8. 10. 2022 - 8. 01. 2023 | Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Eingabedatum: 03.10.2022

Wachsen und Vergehen. Sieglinde Bottesch - Bernard Schultze

Sieglinde Bottesch Verwoben 2012 Chinapapier, Sisalfaser, Archiv der Künstlerin © Sieglinde Bottesch Foto: Hubert Klotzeckbilder


Ab dem 8. Oktober 2022 zeigt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg die neue Ausstellung „Wachsen und Vergehen. Sieglinde Bottesch – Bernard Schultze“. Der Titel ist zugleich Ausgangspunkt und Motto der Schau, die zwei Künstlerpositionen gegenüberstellt: die Bildhauerin und Grafikerin Sieglinde Bottesch und Bernard Schultze, einen der wichtigsten Vertreter der abstrakten Stilrichtung des Informel in Deutschland.


Auf den ersten Blick haben die naturfarbenen Objekte von Sieglinde Bottesch (*1938) und die meist bunten, wild in den Raum wachsenden Arbeiten von Bernard Schultze (1915–2005) wenige Ähnlichkeiten. Doch im Wesen sind sie miteinander verwandt: Beide sind sie an der Nahtstelle zwischen Kunst und Natur angesiedelt. Das macht auch ihren Reiz aus – die künstlichen Formen vermitteln das Gefühl lebendiger Wesen und ihrer Verwandlungen.
Sieglinde Bottesch, in Hermannstadt (heute Sibiu, Rumänien) geboren, übersiedelte 1987 nach Deutschland. Bis 1999 wirkte sie neben ihrer Tätigkeit als freischaffende Künstlerin auch als Kunsterzieherin in Ingolstadt, wo sie bis heute lebt und künstlerisch tätig ist. Botteschs Thema ist die Natur und deren Prozesse. Ihre Werke erfassen Momente des Werdens und Vergehens, sie markieren die Übergänge, die Zwischenstadien des Seins, ohne diese genau zu definieren. Für ihre Objekte verwendet die Künstlerin Keraquick und Gipsbinden. Diese tränkt sie in Tee, schichtet und formt sie, schleift und poliert sie bis sie wie Elfenbein schimmern, eine lederne Patina bekommen oder wie eine vertrocknete Fruchtschale aussehen. Gerne verwendet sie auch Chinapapier und Naturmaterialien wie Hanf, Kokoswolle und Wachs. Sie entwickelt Formen, die wie rätselhafte Wesen aussehen – mal tierähnlich, mal an Pflanzen erinnernd.
Diese Übergangszustände zwischen Materie und Kreatur, zwischen Wachsen und Verwesen und die damit einhergehenden Verwandlungsprozesse sind der Anknüpfungspunkt für den Dialog mit den Werken von Bernard Schultze. Mitte der 1950er Jahre fing der Künstler an, seinen Bildlandschaften eine plastische Oberfläche zu verleihen und sie reliefhaft in den Raum zu erweitern. 1961 schuf er sein erstes vollplastisches Objekt, das er „Migof“ nannte. Später entstand eine ganze Reihe solcher „Migofs“, die jeweils mehr oder weniger abstrakte Formen annehmen. Das KOG verwahrt knapp 40 Werke von Bernard Schultze, der aus einer deutschen Familie in Schneidemühl (heute Piła, Polen) stammte. Neben drei Objekten und drei Gemälden befinden sich zahlreiche weitere Arbeiten auf Papier in der Grafischen Sammlung. In der Ausstellung „Wachsen und Vergehen“ werden die meisten davon zusammen mit einer Auswahl aus dem Schaffen von Sieglinde Bottesch zu sehen sein.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie
www.kunstforum.net

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