Latifa Echakhch - Die Vögel

Ein Projekt im Rahmen der EUROPA-KULTURTAGE DER EZB – Frankreich 2012

3. November 2012 – Februar 2013 | Sachsenhäuser Mainufer gegenüber dem Portikus
Eingabedatum: 06.11.2012

bilder

Seit sechs Jahren gibt es den Portikus auf der Maininsel, die gleichzeitig ein Vogelschutzgebiet beherbergt. Viele Künstler haben sich mit der Besonderheit dieser im Stadtgefüge Frankfurts isolierten Insel beschäftigt, aber jetzt wurde ein spezifisches Werk für diesen ungewöhnlichen Außenraum in Auftrag gegeben. Die französisch-marokkanische Künstlerin Latifa Echakhch hat eine Installation für die Insel entwickelt, die zwar für Besucher nicht zugänglich, aber vom Mainufer aus sichtbar ist.

Die Jahreszeiten und das jahreszeitlich bedingte Verhalten wildlebender Tiere in der Stadt lassen sich auf der Portikus-Insel besonders gut erleben. Im Frühjahr und Sommer verdeckt das Laub der Bäume die städtische Landschaft und lässt einen tropisch anmutenden Wald entstehen, in dem verschiedene Vogel- und Tierarten zu Hause sind. Im Herbst und Winter ergibt das melodramatische Schwarz-Weiß der Bäume und Äste ein ganz anderes Bild. Dann bevölkern Zugvögel die Insel, die auf ihrem Transit von Nordeuropa in wärmere südliche Länder in den Bäumen Station machen.

Ausgehend von Überlegungen über die Abwesenheit, die der Migration inhärent ist, entwickelte Latifa Echakhch, die selbst das Erbe zweier Kulturen in sich vereint, eine bildnerische Arbeit, die die Insel in den Wintermonaten ein wenig belebt. Mit Hilfe des renommierten Forschungsinstituts Senckenberg wurde das Biotop der Insel bestimmt. Auf der Grundlage der Ergebnisse entstand ein Projekt, das um den Transitcharakter der Insel und die Fluktuation der Zugvögel kreist: Echakhch baute eine Reihe von Drachen in Form von Vögeln, die in den Bäumen befestigt werden. Das Material – Müllbeutel aus Plastik – verweist auf das Paradox eines Naturschutzgebiets in der Großstadt.

Die Installation geht mit dem Frühjahr zu Ende, das heißt mit dem Beginn der Brutsaison und des neuen Lebens auf der Insel. Bis dahin ist das Werk vom Sachsenhäuser Mainufer aus zu sehen und setzt damit die Tradition des Portikus fort, zeitgenössische Kunst in den städtischen Raum einzubringen.

Vom Mainufer aus sichtbar

Alte Brücke 2 / Maininsel
60594 Frankfurt/Main
Tel: +49 69 962 4454 - 0
Fax: +49 69 962 4454 - 24
info@portikus.de
portikus.de


PT






Daten zu Latifa Echakhch:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Biennale Venedig 2011
- Canadian Biennial 2017
- Frieze London 2016
- Galerie Eva Presenhuber
- Istanbul Biennial 2017
- Kunsthalle Basel
- Kunsthalle Basel
- MACBA COLLECTION
- Manifesta 7
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Sharjah Biennial 11, 2013
- Sydney Biennale 2012

Weiteres zum Thema: Latifa Echakhch



Latifa Echakhch


Die französisch-marokkanischen Künstlerin Latifa Echakhch untersucht in ihren Werken Fragen von kulturellem Transfer und die damit einhergehenden Verschiebungen von Identität. Für das Kunsthaus schafft die Künstlerin neue Werke, die exklusiv in Zürich zu sehen sein werden. Das Leitmotiv ist der Zirkus.

Als Latifa Echakhch (*1974) im Rahmen der Gruppenausstellung «Shifting Identities» (2008) ihren ersten Museumsauftritt hatte, war ihr Name noch unbekannt. Die damals gezeigte Arbeit «Fantasia» – eine Gruppe von schwarz bemalten, leeren Fahnenstangen, die sich im Raum überkreuzten – erregte jedoch grosse Aufmerksamkeit. Inzwischen hat die in Marokko geborene und nun in Martigny, Schweiz, lebende Künstlerin an der Venedig-Biennale 2011 und 2012 an der Sydney-Biennale teilgenommen. Renommierte Institutionen wie die Tate Modern, London, haben ihr Einzelausstellungen ausgerichtet. Nach dieser Reise um die Welt kommt die Künstlerin nun an den Ort ihres ersten Museumsauftritts zurück, ans Kunsthaus Zürich. Die gemeinsam mit Kuratorin Mirjam Varadinis vorbereitete Präsentation besteht aus neuen, speziell für die Sammlungsräume geschaffenen Werken, die exklusiv im Kunsthaus gezeigt werden.

AKTUELLES LEITMOTIV: ZIRKUS UND LEERE
Als zentrales Motiv hat Latifa Echakhch den Zirkus ausgewählt. Dabei interessiert sich die Künstlerin nicht für die lustige, fröhliche Seite des Zirkus, sondern vielmehr für den melancholischen Aspekt des Spektakels und die Leere. Die Vorstellung von etwas, das nur in seiner Abwesenheit gegeben ist, beschäftigt die Künstlerin seit längerem. Die Idee der Leere geht bei Latifa Echakhch allerdings noch weiter. Erst wenn die vermeintlich bekannten Objekte ihrer ursprünglichen Bedeutung entleert sind, können neue Lesarten entstehen – und genau das macht Latifa Echakhch. Sie verwendet Objekte, die wir alle gut kennen, wie z.B. die typischen architektonischen Bestandteile und Requisiten des Zirkus: Manege, Kostüm, Podest und Zirkuszelt. Ein solches Zelt ist in den Sammlungsräumen des Kunsthauses so arrangiert, dass der Besucher das Gefühl hat, er spaziere über das Dach des Zirkus – ein poetischer Wechsel der Perspektive. Gleichzeitig fehlt die politische Komponente nicht, für die Echakhch bekannt ist. Mit der Installation im Kunsthaus verweist Latifa Echakhch auf die innere Leere unserer Event-Gesellschaft, nimmt gleichzeitig aber auch Bezug zur Geschichte des Zirkus und jenen «Freak-Shows», in denen Menschen mit Abnormitäten aller Art zur Schau gestellt wurden. Diese Shows, wie jene berühmte von Barnum, lebten von der Inszenierung des Blicks auf das Fremde – ein Thema, das für Latifa Echakhch von zentraler Bedeutung ist, wie schon ihre früheren Arbeiten erkennen lassen.

POLITISCHE BEDEUTUNGSEBENE
Den oftmals voreingenommenen Blick auf nationale und religiöse Identitäten reflektiert die Künstlerin seit Beginn ihres Schaffens in poetischen und zugleich konzeptuellen Arbeiten. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Titel, wie bei der Installation «Stoning» (2010). Am Boden liegende Steine wirken auf den ersten Blick harmlos. Die Bezeichnung «Stoning» ruft jedoch plötzlich Bilder von brutalen Steinigungen hervor und lädt das Werk mit einer neuen Bedeutungsebene auf. «À chaque stencil une révolution» (2007) erinnert – aus einiger Entfernung betrachtet – an abstrakte Wandmalerei. Doch der Titel löst ganz andere Konnotationen aus. Er erinnert nämlich daran, dass früher politische Manifeste mit Hilfe jener blauen Kopierfolien vervielfältigt wurden, die Latifa Echakhch für ihre Arbeit verwendet. Jede der an die Wand geklebten blauen Folien steht für die Möglichkeit einer Revolution, und somit verwandelt sich die vermeintlich abstrakte Malerei in einen politisch explosiven Wandbehang.

PUBLIKATION
Weitere Informationen über die Arbeitsweise von Latifa Echakhch und ihren Blick auf die Welt gibt eine zur Ausstellung erscheinende Broschüre. Neben Abbildungen der neu entstehenden Werke enthält sie den Abdruck eines ausführlichen Gesprächs zwischen Kuratorin Mirjam Varadinis und der Künstlerin.

Offen: Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr. Feiertage: 26. Dezember, 1./2. Januar 2013: 10–18 Uhr. 24 / 25. / 31. Dezember geschlossen.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH–8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84
kunsthaus.ch


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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