»Stephen Gill. Vom Dokument zum Experiment«

28. 04. - 24. 06. 2018 | Museum für Photographie Braunschweig, Torhäuser
Eingabedatum: 21.04.2018

Werkabbildung

Stephen Gill, aus der Serie: Talking to Ants, 2009-2013/2013, Archival pigment print © Stephen Gill / Courtesy Christophe Guye Galerie, Zürichbilder

Ab dem 28. April 2018 zeigt das Museum für Photographie Braunschweig in seinen beiden Torhäusern die erste museale Einzelausstellung des britischen Künstlers Stephen Gill in Deutschland: »Stephen Gill. Vom Dokument zum Experiment - Fotografien, Projektionen, Bücher, Objekte«.
An einem weiteren Ausstellungsort, in der halle267 - städtische galerie braunschweig, findet parallel dazu eine Ausstellung zum Thema Fotobuch statt. Präsentiert wird »Nobody´s Library.

STEPHEN GILL´S PHOTOBOOKS« in einer besonderen Inszenierung durch The PhotoBookMuseum.

Darüber hinaus wird im zweiten Teil der Ausstellung »Young PhotoBook« eine Auswahl von Fotobuchprojekten zu sehen sein, die aktuell an deutschen Kunsthochschulen und Fotoschulen entstanden sind. Vorgestellt werden die Arbeiten und Bücher von: Dona Abboud • Hieronymus Ahrens • Julia Debus • Max Eicke • Maik Gräf • Conrad Hübbe • Kristina Jurotschkin • Jana Mila Lippitz • Mako Mizobuchi • Frank Sperling • Nils Stelte • Vladimir Unkovic • Rie Yamada • Fotobuchklasse Hochschule Hannover




Ausstellungsorte / Öffnungszeiten:

Museum für Photographie Braunschweig
Helmstedter Straße 1, 38102 Braunschweig
Dienstag–Freitag 13.00–18.00 Uhr
Samstag–Sonntag 11.00–18.00 Uhr

halle 267 – städtische galerie braunschweig
Hamburger Strasse 267, 38114 Braunschweig
Dienstag–Sonntag 15.00–18.00 Uhr
Donnerstag 15.00–20.00 Uhr


Museum für Photographie Braunschweig e.V.
Helmstedter Straße 1
D-38102 Braunschweig
photomuseum.de
Presse






Daten zu Stephen Gill:

- HELSINKI PHOTOGRAPHY BIENNIAL 2012

Weiteres zum Thema: Stephen Gill



click doubleclick – das dokumentarische Moment - Haus der Kunst, München (8.2.-23.4.06)


Die Fotografie befindet sich im Moment in einer Phase des Umbruchs, in der ein veränderter Begriff des Dokumentarischen entsteht. Dabei geht es weniger um eine Darstellung der Wirklichkeit als vielmehr um eine künstlerisch begründete Vorstellung von Welt.

Der Titel der Ausstellung steht symbolisch verkürzt für das technische Übergangsstadium der Fotografie von einer analogen - click - zu einer digitalen, mit dem Computer erzielten Technik der Bildherstellung - doubleclick. Trotz verschiedener Produktionsmethoden und bildnerischer Strategien gibt es das gemeinsame Element der subjektiven Sicht auf die Wirklichkeit in der Formensprache des Dokumentarischen.

Als Walker Evans (1903-1975) zum Ende seines Lebens gefragt wurde, ob seine Fotografien Dokumente seien, antwortete er, dass die Polizei fotografische Dokumente eines Tatortes herstelle, es sich aber bei seinen Bildern um Fotografien im dokumen-tarischen Stil handele. Bei Aufnahmen dieser Art geht es also nicht um eine klassische Form der Dokumentarfotografie, deren Ziel die fotografische Verdopplung des Motivs ist, sondern um das Formulieren einer persönlichen Sehweise, die auch das Verhältnis des Fotografen zur Welt zeigt.

Die ausgewählten Fotografinnen und Fotografen verbindet das Interesse am gültigen Bild. Ihre Werke dienen nicht vorrangig der Illustration soziologischer, politischer oder anthropologischer, sprich gesellschaftlicher Themen. Ihre Arbeiten reflektieren diese Themen zwar und beziehen ihren Stoff aus der Auseinandersetzung mit ihnen, sie sind aber als künstlerische Selbstäußerungen zu verstehen, die sich im Dialog entwickeln. Ihre Bilder haben keinen Belegcharakter, sie stellen sich nicht in den Dienst der Wissenschaft, sie haben keinen Nutzen. Vielmehr formulieren sie einen Glauben an das Kunstwerk als ästhetisches Objekt mit seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Gleichzeitig weisen die vorgestellten Werke - trotz ihrer unterschiedlichen Produktions-arten - eine Welthaltigkeit auf, eine enge, wahrhaftig erscheinende Verbindung mit ihren Motiven, die man als dokumentarisches Moment bezeichnen kann. Ihre jeweilige Konstruktion von Authentizität kann sich als Summe von Einzelteilen einer fotografischen Serie oder als Verdichtung verschiedener Aufnahmen zu einem digital bearbeiteten Einzelbild ausdrücken, als beabsichtigte Behauptung oder als intendierte Künstlichkeit. Der Betrachter der individuellen Bildfindungen versucht die Konstruktion zu dechiffrieren, immer schwankend zwischen Erkennen und Verwerfen, Staunen und Faszination, Glauben und Zweifel.

click doubleclick vereint Werkgruppen international anerkannter Fotografinnen und Fotografen mit Arbeiten einer jüngeren Generation: Tina Barney, USA; Laurenz Berges, D; Dirk Braekman, B; David Claerbout, B; Luc Delahaye, F; Rineke Dijkstra, NL; Patrick Faigenbaum, F; Stephen Gill, GB; Paul Graham, GB; Andreas Gursky D; Scott McFarland, CAN; Hans van der Meer, NL; Martin Parr, GB; Judith Joy Ross, USA; Thomas Ruff, D; Taryn Simon, USA; Alec Soth, USA; Heidi Specker, D; Jules Spinatsch, CH; Thomas Struth, D; Larry Sultan, USA; Juergen Teller, D; Wolfgang Tillmans, D; Jeff Wall, CAN.

Die Fotografien von Laurenz Berges, Andreas Gursky, Taryn Simon und Juergen Teller haben im Haus der Kunst ihre Weltpremiere. Die Werke von Tina Barney, Dirk Braekman, David Claerbout, Stephen Gill, Paul Graham, Scott McFarland, Martin Parr, Alec Soth, Jules Spinatsch und Wolfgang Tillmans feiern ihre Deutschlandpremiere. Auch die Arbeiten von Luc Delahaye, Rineke Dijkstra und Thomas Ruff sind zum Teil zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. (Presse / Haus der Kunst)

Abbildung: Martin Parr, Mexico, Mexico City, 2002, From the series "Parking spaces", C-Print, 31 x 41 cm, © Martin Parr/Magnum Photos






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