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Übermorgenkünstler II


Eingabedatum: 17.11.2011

bilder

Lisa Meixner, Still aus Chiron, Video, 2010, 13 min

Am Freitag, den 19. November 2011, eröffnet der Heidelberger Kunstverein zum zweiten Mal eine Ausstellung, die sich unter dem Titel „Übermorgenkünstler II“ dem Nachwuchs aus den umliegenden staatlichen Akademien und Hochschulen für Bildende Künste widmet. Wie auch bei der ersten Ausgabe der Übermorgenkünstler 2009 konnten sich, da Heidelberg über keine offizielle Akademie für Bildende Künste verfügt, eingeschriebene Studenten der Akademien in Frankfurt, Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim, Mainz und Offenbach mit einer Arbeit bewerben. Insgesamt 308 Bewerbungen gingen im Kunstverein ein – eine überwältigende Zahl, die zeigt, in welch kurzer Zeit sich das Ausstellungsformat in der Region einen Namen gemacht hat. Die Jury, bestehend aus Dr. Nina Gülicher, Sammlungskuratorin des Wilhelm-Hack-Museums Ludwigshafen, Bernd Reiß, Kurator am Museum für Moderne Kunst Frankfurt a.M. und Susana Sáez, Interimsleiterin des Heidelberger Kunstvereins, wählte insgesamt 18 Beiträge aus, die nun vom 19. November 2011 bis 19. Februar 2012 im Kunstverein zu sehen sind.

Lucas Fastabend und Leo Wörner haben den Titel der Ausstellung als Ausgangspunkt für ihre gemeinsame Arbeit gewählt. Für „Vehicle“ begaben sie sich auf eine 48-stündige Reise nach Heidelberg und in das „Übermorgen“. Die Reise führte sie von ihrem Wohn- und Arbeitsort Frankfurt am Main über die wichtigsten deutschen Kunststädte Düsseldorf, Berlin und Leipzig an den Ateliers von Katharina Grosse, John Bock und Matthias Weischer vorbei. In der Halle des Kunstvereins sind die Mitbringsel ihres Roadtrips zu sehen – eine 48-stündige Videodokumentation der Reise und verschlossene Transportkisten für Kunstwerke, die die drei namhaften deutschen Künstler den Nachwuchskünstlern übergeben haben.

Zuzanna Czebatul präsentiert auf einem pyramidenartigen Podium 20 Schmuckbüsten. „Collar“ befasst sich mit den Mechanismen der Generierung von Bedeutung und Macht. Zweifel an Bedeutungshoheiten klingen auch in der Außeninstallation "I know you know I know" von Tobias Donat an: An der historischen Fassade des Kurpfälzischen Museums wehen zwei Flaggen mit den eingenähten Begriffen Fake/Real und True/False.

Mehrere der ausstellenden Künstler greifen auf eine geometrisch-abstrakte Formensprache zurück. Enrico Bach spielt auf großformatigen Leinwänden mit der Illusion der Gleichzeitigkeit geometrischer Räume. Jonas Weichsels abstrakte Gemälde konzentrieren sich auf das Verhältnis von Farbe, Form und Fläche. Die Akkuratesse der Bilder wird durch Spuren der Gemachtheit durchbrochen, die die Bilder objekthaft anmuten lässt.

Diesen Arbeiten steht eine Gruppe von Werken gegenüber, denen ein narratives Prinzip zugrunde liegt. Aki Nagasaka präsentiert unter dem Titel „If on a Winter´s Night a Traveler“ eine Reihe von Objekten, die wie Souvenirs anmuten. In dem dazugehörigen Buch wird jeder Gegenstand zum Ausgangspunkt für eine gedankliche Reise. Franziska von Stenglins rekonstruiertes Wartezimmer „And just like that, the tension brakes“ vereint Fotos eines realen, von der Künstlerin in den Bergen vorgefundenen Warteraumes sowie Objekte aus ihrer Familiengeschichte. Ein beigefügter Text ihres Professoren Simon Starling rekonstruiert den Moment der künstlerischen Inspiration seiner Studentin.

Rasmus Sondergaard Johannsens und John Skoogs Beiträge reflektieren auf ganz unterschiedliche Art und Weise das Medium Film. In einer laufenden Filmserie, in der angetrieben vom Kurbelgriff der Kamera Maschinen einfache Aktionen ausführen, entzaubert und huldigt Johannsen zugleich dem Medium als einem der größten Simulatoren von Wirklichkeit. John Skoog hinterfragt in „Sent på Jorden“ (Spät auf Erden) konventionelle Erzählweisen von Filmen. Emotional aufgeladene Situationen werden hier in beeindruckenden, ausschließlich in der Dämmerung aufgenommenen Bildern aneinandergereiht. Die Videoarbeit von Lisa Meixner „Chiron“ transferiert den Mythos des Zentauren Chiron in die Jetztzeit und erzählt dabei von der hybriden Existenz des modernen, urbanen Menschen und seiner unzertrennlichen Verbundenheit mit Fahrzeugen, Touchscreens und Internetanschlüssen.

Ausstellende Künstlerinnen und Künstler sind Studierende der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) Frankfurt a.M., der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz :

ENRICO BACH (*1980 in Leipzig), AdBK Karlsruhe | ZUZANNA CZEBATUL (*1986 in Meseritz, Polen), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | TOBIAS DONAT (*1983 in Berlin), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | MICHÈLE FAHL (*1985 in Trier), Kunsthochschule Mainz | LUCAS FASTABEND (*1982 in Marburg), Kunsthochschule Mainz | RODRIGO HERNÁNDEZ (*1983 in Mexico City, Mexiko), AdBK Karlsruhe | RASMUS SONDERGAARD JOHANNSEN (*1982 in Brovst, Dänemark), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | KAI MAILÄNDER (*1984 in Ludwigsburg), AdBK Karlsruhe | LISA MEIXNER (*1983 in Stuttgart), HfBK Städelschule Frankfurt a.M | AKI NAGASAKA (*1980 in Osaka, Japan), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | PATRICIA SANDONIS (*1984 in Valladolid, Spanien), ABK Stuttgart | SARAH SCHODERER (*1984 in Friedrichshafen), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | OLIVER SCHUSS (*1985 in Eisenhüttenstadt), AdBK Karlsruhe | ALESCHIJA SEIBT (*1983 in Giengen a.d. Brenz), AdBK Karlsruhe | JOHN SKOOG (*1985 in Kvidinge, Schweden), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | FRANZISKA VON STENGLIN (*1984 in München), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | JESSICA TWITCHELL (*1983 in Mellrichstadt), AdBK Karlsruhe | JONAS WEICHSEL (*1982 in Darmstadt), HfBK Städelschule Frankfurt a.M. | LEO WÖRNER (*1982 in Frankfurt), HfBK Städelschule Frankfurt a.M.

Öffnungszeiten | Di-Fr 12-19 Sa-So 11-19 Uhr

Heidelberger Kunstverein
Ausstellung in der Halle, auf der Galerie und im Studio
Adresse | Hauptstraße 97 D-69117 Heidelberg
Tel. | +49 6221 184086
hdkv.de


Medienmitteilung




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