Wade Guyton, GuytonWalker, Kelley Walker

Erster gemeinsamer Auftritt

27. April bis 30. Juni 2013 | Kunsthaus Bregenz
Eingabedatum: 29.04.2013

bilder

Das Timing für die gleichzeitige Präsentation von Wade Guyton, GuytonWalker und Kelley Walker könnte nicht besser sein. Alle drei wurden in den letzten Jahren durch große Einzelausstellungen in renommierten Institutionen gewürdigt, und die kritische intellektuelle Rezeption überschlägt sich mit Lob für die drei einzelnen Positionen.

Mit umso größerer Spannung wird nun ihr erster gemeinsamer, exklusiver Auftritt erwartet, der, im Gegensatz zu ihrer bisherigen Vorgehensweise — und allein dieser Aspekt wird von vielen als kleine Sensation angesehen — die ansonsten strikte Trennung der Präsentationen der drei Künstlerpersönlichkeiten aufhebt.

Warum aber spricht man bei ihnen von drei »Personen«? Wade Guyton und Kelley Walker stellten bereits mehrfach zusammen aus, legten aber bisher Wert darauf, dass die Aktivitäten des Duos getrennt von ihren Einzelkarrieren verliefen. So nahmen zwar Wade Guyton und Kelley Walker an der Gruppenausstellung So machen wir es 2011 im Kunsthaus Bregenz teil, wären jedoch nicht auf die Idee gekommen, in derselben Schau auch als Duo auszustellen. Da die Künstler in GuytonWalker nicht nur eine Nebenbeschäftigung, sondern eine eigenständige Position sehen, wird diese auch von einer anderen Galerie als Wade Guyton und Kelley Walker vertreten.

Auf den ersten Blick vielleicht überraschend, liegt der Dreiteilung eine überzeugende, konsequente Logik zugrunde. Denn sie manifestiert, untermauert und hinterfragt zugleich das Konzept der Autorschaft, das im Werk von Wade Guyton und Kelley Walker eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Eng verbunden sind hiermit auch Aspekte der Authentizität sowie Überlegungen zur Vervielfältigung des autonomen Kunstwerks in Form von Editionen oder anderen Möglichkeiten der multiplen Produktion und Verbreitung. Was führt zum Wiedererkennen einer künstlerischen Handschrift? Wie entsteht so etwas wie ein Signatur-Stil? Und wie lässt sich ein damit oft verbundener Geniekult vermeiden, ohne gleich vom Tod des Autors zu sprechen?

Diese Fragen scheinen in Bezug auf das Werk von Wade Guyton und Kelley Walker oberflächlich betrachtet zunächst irritierend, da sie häufig die sogenannte Hand des Künstlers durch den Einsatz des Computers relativieren. Unter Verwendung unkonventioneller Herstellungstechniken gelingt es dennoch beiden Künstlern, äußerst eigenständige Bildsprachen zu entwickeln, die Verweise auf Kommerz und Werbung frei mit Zitaten aus der Kunst der Moderne — und hier besonders der Pop-Art — vermischen und die zwischen analogen und digitalen Medien alternieren.

Sowohl Wade Guyton als auch Kelley Walker bedienen sich vorgefundener Zeichen und Bilder, die sie in Form von Tintenstrahl- oder Siebdrucken auf Leinwände oder Holztafeln übertragen beziehungsweise in Skulpturen und Installationen überführen. Auch im Werk von GuytonWalker finden sich mitunter Motive aus der Hoch- und Populärkultur. Ähnlich wie Wade Guyton und Kelley Walker setzt GuytonWalker unterschiedliche räumliche Ebenen ein und arbeitet mit divergierenden Referenzen. Das Duo entwickelt hieraus aber häufig Bilder, Objekte und Installationen, die mit dem Eindruck des Provisorischen, Chaotischen und Unfertigen spielen. Nicht selten wandern die Motive der Bilder auf unkonventionelle Bildträger wie Konservendosen oder Matratzen. Die Bilder können wie abgestellt wirken oder fügen sich in einen größeren installativen Zusammenhang, der von ihnen gestaltete und mit eigenen Motiven versehene Möbel gleichwertig integriert.

Für das Kunsthaus Bregenz entstanden drei parallele Einzelausstellungen, die sowohl einige der bekannten X- und Streifenbilder von Wade Guyton als auch die schon jetzt legendären Ziegelsteingemälde und Rorschach-Arbeiten von Kelley Walker einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Darüber hinaus entwickeln alle drei Positionen neue Werke für die Ausstellung.

In der Präsentation wird eine strikte räumliche Trennung der drei Künstlerpersönlichkeiten zugunsten eines Zusammenspiels vermieden, das sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede herausstellt. Dabei kann es durchaus zur Konzentration auf einzelne Werkgruppen beziehungsweise zur Betonung einer einzelnen Position auf den jeweiligen Stockwerken kommen. Als roter Faden zieht sich das energetische Verhältnis von Konzept und Visualität durch die gesamte Ausstellung. Vor allem aber legt die bewusst fulminant angelegte Schau Wert auf den Dialog, nicht nur zwischen den drei verschiedenen Positionen, sondern auch mit dem Publikum, das in ihr sowohl intellektuell als auch ästhetisch unterhaltsam verführt wird.

Für die KUB Billboards wählten GuytonWalker jeweils zwei Werke von Wade Guyton, GuytonWalker und Kelley Walker aus, die in der Ausstellung im Kunsthaus Bregenz gezeigt werden. Bei allen sechs Billboards bildet das Muster eines Werks von GuytonWalker den Vordergrund und somit die verbindende Konstante. Dahinter tauchen entweder mehr oder weniger versteckt oder direkt ins Auge springend die Werke der einzelnen Künstler auf. So ergibt sich ein optisches Spiel aus abstrakten Mustern, Vorder- und Hintergrund, Reklame, erkennbaren Objekten und Zuordnungen, einzelner Autorschaft und gemeinschaftlichen Entwürfen.

Kunsthaus Bregenz
Karl Tizian Platz
A-6900 Bregenz
kunsthaus-bregenz.at


pm




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