Kristina Buch. You can’t walk unless the word runs.

Bitte prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten | Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen
Eingabedatum: 01.02.2020

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Kristina Buch, Ohne Titel, 2016bilder

Die Praxis der Glossolalie, das „Reden in Zungen“, ist mit gängigen Vorstellungen von Religion verknüpft, spiegelt jedoch das genaue Gegenteil religiöser Praxis wider. Während Religion in festen Ritualen verwirklicht wird und von institutionellen Ängsten vor Kontrollverlust geleitet ist, durchbricht die Glossolalie diese vermeintlich sichere Choreografie und galoppiert frei und ungezügelt davon. Die Zunge beginnt, unabhängig von ihren Besitzer*innen zu sprechen, und spricht die Sprache des unverfälschten Geistes.

Wer sind wir, unabhängig von der Sprache, in der wir miteinander kommunizieren? Wenn der geschriebene Text und das gesprochene Wort die Konstrukte sind, aus denen sich unsere Wirklichkeit zusammensetzt, so gibt es auch anhaltende Impulse zu einer Entwicklung entgegen dieser Auffassung über Phänomene des Derrida’schen Logozentrismus. Die Postmoderne versprach, die Illusion mithilfe der Dekonstruktion aufzudecken, doch die Burg steht immer noch, und der Graben wird immer tiefer. Und so suchen wir nach Wegen, um diese Gebäude zu umgehen. Indem Kristina Buch Wörter in Stücke schneidet und ihnen ermöglicht, zu neuen Formen zu wachsen, wie Plattwürmer, die sich immer wieder regenerieren, prägt sie ein differenziertes Verständnis der Silben, die Brücken schlagen zwischen Kennen und uns Bekanntem sowie dem Unbekannten und dem noch-zu-Kennenden... (Aimee Walleston, 2019) Hier weiterlesen

Kristina Buch (geb. 1983 in Meerbusch) wurde 2012 durch ihren Beitrag zur dOCUMENTA (13), einem Schmetterlingsgarten, bekannt. Carolyn Christov-Bakargiev lud die damals 29-Jährige als bis dato jüngste Künstlerin nach Kassel ein. Buch studierte Biologie und Theologie bevor sie ans Royal College of Art in London und zu Rosemarie Trockel an die Kunstakademie Düsseldorf wechselte. Seitdem hat sie vielfach international ausgestellt. Mit Installationen, Video, Text, Objekten und „life gestures“, wie sie ihre performativen Arbeiten nennt, erprobt sie Rituale, die Menschen, Dingen, Materialien und Lebewesen in immer wieder unerwartete Dialoge setzt.

Kuratorin: Regina Barunke

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Kristina Buch. You can’t walk unless the word runs.
01.02.–19.04.2020
Opening: Friday, 31 January, 7 p.m.

The practice of glossolalia, speaking in tongues, is tied to the common understanding of religion, yet it reflects the very inverse of religious practice. Where religion is realized through fixed rituals and overseen by an institutional fear of loss of control, glossolalia breaks through this seemingly safe choreography, galloping unharnessed and free. The tongue begins to speak independently of its owner, uttering the language of undiluted spirit.

Who are we, independent of the language we use to communicate with each other? If written text and spoken word are the constructs that assemble our reality, there is an ongoing stirring to reverse-engineer an understanding of the phenomena of Derridian logocentrism. Postmodernism promised to reveal the illusion through deconstruction, yet the castle still stands and the moat grows ever deeper. And so we look for ways around these edifices. By cutting words into pieces and allowing them to grow into new forms, like flatworms ever regenerating, Kristina Buch shapes a nuanced understanding of the syllables that bridge knowing to the known, and the unknown to the yet-to-be-knowable... (Aimee Walleston, 2019) Click here to read more

Kristina Buch (born 1983 in Meerbusch, Germany) became known in 2012 through her contribution to dOCUMENTA (13), a butterfly garden. Carolyn Christov-Bakargiev invited the then 29-year-old to Kassel as the youngest artist to date. Buch studied biology and theology before moving on to the Royal College of Art in London and Rosemarie Trockel at the Kunstakademie Düsseldorf. Since then she has exhibited internationally. With installations, video, text, objects and "life gestures", as she calls her performative works, she tests rituals that repeatedly set people, things, materials and living beings into unexpected dialogues.

Curator: Regina Barunke

GAK
Gesellschaft für Aktuelle Kunst
Teerhof 21, D 28199 Bremen
+49 421 500 897
office@gak-bremen.de
www.gak-bremen.de

Presse



Kristina Buch:


- art cologne 2015

- documenta 13, 2012


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