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Schlussbericht: COLOGNE FINE ART


Eingabedatum: 20.02.2006


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Oliver P. Kuhrt:"Impuls für den Kunsthandelsplatz Köln"
Nahezu 30.000 Besucher honorieren das neue Konzept der Messe
Die über 190 Aussteller realisierten gute Verkäufe in allen Angebotssegmenten

"Der Kunsthandelsplatz Köln hat durch die Premiere der COLOGNE FINE ART einen deutlichen Impuls bekommen." Diese Feststellung traf Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, am Ende der neuen Kölner Kunst- und Antiquitätenmesse, die am 19. Februar 2006 nach sechstägiger Dauer die Tore schloss. Kuhrts Resumee beruht auf den guten Erfahrungen der rund 190 internationalen Aussteller. "Die Zusammenführung der ehemaligen drei Kunstmessen als starker Gemeinschaftsauftritt hat sich bewährt", so Gérard A. Goodrow, Geschäftsbereichsleiter Kunst und Kultur der Koelnmesse: "Die komplexe inhaltliche Ausrichtung der COLOGNE FINE ART, die über drei Jahrtausende Kunst und Kunstgewerbe unter ein Dach bringt, ist fast ohne Vergleich." Der Neubeginn, der mit dem Umzug in andere Hallen auf dem Kölner Messegelände verbunden war, wurde von nahezu 30.000 Besuchern eindrucksvoll honoriert.

Voll des Lobes über Konzept und Verlauf der COLOGNE FINE ART waren die Aussteller. Der Aachener Jugendstil- und Art Déco-Fachmann Paul Grobusch: "Die Messe bekommt von mir drei Mal Gut - gute Nachfrage, gute Abschlüsse, gute Kontakte. Alte Hasen unter meinen Kunden kehrten nach Köln zurück. Wir sind überaus zufrieden." Der Kölner Asiatika-Händler Hans-Martin Schmitz: "Der überraschend starke Besuch hat uns beeindruckt. Ich habe ordentlich verkauft."
Dr. Dagmar Holz, ausgewiesene Expertin für Meißener Porzellan aus Königswinter: "Mir gefällt die Zusammenlegung der drei ehemaligen Messen. Der Umsatz hat meine Erwartungen mehr als erfüllt." Den Status quo schätzt der Wiener Patrick Kovacs, Fachmann insbesondere für Mobiliar der Wiener Werkstätten, und prognostiziert der COLOGNE FINE ART "eine große Zukunft". Für seinen Bereich konstatiert er: "Das Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts hat auf dieser Messe ein repräsentatives Forum. Ich bin mir sicher, dass Köln zum führenden Handelsplatz für dieses Segment avanciert."

Auch bei den Vertretern der Klassischen Moderne war Zustimmung zur neuen Messe die Regel. Der Düsseldorfer Galerist Rainer M. Ludorff: "Die Besucherzahlen sprechen dafür, dass die neue COLOGNE FINE ART von den Sammlern akzeptiert wird." Axel Karstedt von der Bremer Galerie Luzán sprach von einem "deutlichen Qualitätssprung beim Publikum im Vergleich zum Vorjahr". Als besonders erfreulich wertete Dr. Doris Möllers vom gleichnamigen Kunstkontor aus Münster, dass "nicht nur Stammkunden, sondern auch neue Abnehmer kauften". Und der Bad Homburger Galerist Christian Scheffel stellte fest: "Ich treffe hier genau die Besucher, die ich treffen möchte, darunter auch Museumsleute."

In der Klassischen Moderne wurden Verkäufe im hochpreisigen Genre zwischen 90.000 EUR und über 200.000 EUR getätigt. Darunter waren Ölbilder von Willi Baumeister und Max Pechstein bei der Münchner Galerie Maulberger, ein Ölgemälde von Serge Poliakoff bei der Galerie Française, ebenfalls aus München. Der Dortmunder Wilfried Utermann war mit Werken von Pechstein, Winter und Rohlfs in der oberen Preisklasse erfolgreich.

Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken und Kleinskupturen zum Beispiel von Franz Marc, Max Liebermann und Erich Heckel (bei Thole Rotermund, Hamburg), von Picasso und Max Ernst (bei der Galérie Française, München), von Feininger (bei Melsheimer, Köln), von Janni Weibel und Henri Didonet (bei Norbert Blaeser, Steffeln/Eifel), von Picasso sowie Jawlensky (bei Beelte-Preyer, Münster) und Skulpturen (6 Arbeiten von Croissant, 4 von Klinge und 4 von Kriester bei Orangerie-Reinz, Köln) standen in der Publikumsgunst ganz oben.

Im Bereich der zeitgenössischen Kunst gab es sogar Ausreißer über die 200.000er Grenze hinweg. So vermittelte die Galerie Rackey aus Bad Honnef eine Großskulptur von Abraham David Christian für 250.000 Euro in eine Sammlung. Die Galerie Benden & Klimczak, Viersen/Köln, trennte sich bereits am Vernissage-Abend von zwei Werken zum Preis von je 280.000 EUR von Roy Lichtenstein und Tom Wesselmann. Der Freiburger Galerist Henrik Springmann, der mit einem eigens für die COLOGNE FINE ART konzipierten Projekt von Günther Uecker und dem Fotografen Rolf Schroeter viel Beachtung fand, verkaufte zwei der Objekte für je 39.000 EUR. Karl Schwind gab ein Ölbild von Werner Tübke "Zwei Knaben mit Truthahn", 1980, für 50.000 EUR an einen Kunden aus Thüringen ab. Auch Wolfgang Mattheuers "Blaues Gartentor", 1982, fand für 17.000 EUR bei der Leipziger Galerie einen Liebhaber.

Fotografie, ebenfalls ein wichtiges Standbein der COLOGNE FINE ART, zählte zu den gut gefragten Objekten. Die Kölner Galerie van der grinten war erfolgreich mit Fotoarbeiten von Izima Kaoru (Serie für 9.540 EUR) sowie von Karl Hugo Schmölz und Daniel Gustav Kramer. Fotos von Jörn Vanhöven, Reto Camenich und Thomas Weisskopf zu Preisen zwischen 5.000 und 7.000 EUR fanden Abnehmer bei der Galerie Römerapotheke aus Zürich. Bei Erhard Witzel aus Wiesbaden waren vor allem Aufnahmen von Dirk Brömmel im zu Preisen zwischen 300 und 4.000 EUR begehrt, und die Berliner Galerie Fahnemann fand bereits während der Vernissage einen Käufer für eine Wesely-Arbeit für
20.000 EUR.

Für die Sammler von Art Brut ist die COLOGNE FINE ART ein besonderer Anziehungspunkt. In Köln konzentriert sich das europaweit einmalige Angebot an Outsider-Kunst. In diesem Bereich konnte die Kölner Galeristin Susanne Zander zahlreiche Interessenten für ihre Neuentdeckung Foma Jaremtscuk gewinnen (45 Arbeiten zu Preisen von 750 bis 1.100 EUR). 45.000 EUR erzielte die Galerie Ritsch-Fisch aus Strasbourg für ein großformatiges "Triptique" von Hiroyuko Doi, und Werner Fischer aus Berlin verkaufte unter anderem 16 Arbeiten von Paul Goesch, Adolf Wölfli und Michel Nedjar zwischen 5.000 und 10.000 EUR. Dieter F. Lange von der Siegburger Galerie Wasserwerk, der den Nachlass von Josef Wittlich betreut, konnte einen Sammler aus Amerika nach Köln holen, der sich bei ihm Blätter dieses Art Brut-Künstlers zu Preisen zwischen 5.500 und 14.000 EUR sicherte. Lange verkaufte zudem mehrere Skulpturen von Erich Bödeker zu 6.000 bis 14.000 EUR.

Der Bamberger Christian Eduard Franke freute sich bereits zum Messestart über den Verkauf eines Barockgemäldes für 40.000 Euro in eine private Sammlung. Ein impressionistisches Gemälde des Amerikaners Eduard Cucuel zum Preis von 60.000 Euro platzierte der Münchner Kunsthändler Thomas Schneider in einer deutschen Kollektion. Britsch jun. trennte sich von einem Bodenseeschrank von 1803 für 20.000 EUR und von einer Bodenseestanduhr (um 1810) für 10.000 EUR. Brigantine 1900 aus München fand Käufer für einige Möbelstücke aus der Jahrhundertwende 19./20. zwischen 10.000 und 20.000 EUR und für eine rubinrote Lalique-Vase für 25.000 EUR. Grobusch veräußerte mehrere Silberarbeiten aus den 30er bis 50er Jahren für 7.000 bis 20.000 EUR und französische Jugendstilobjekte zwischen 15.000 und 20.000 EUR. Ein österreichischer Besucher "rettete für sein Land", so Patrick Kovacs, eine Hoffmann-Uhr der Wiener Werkstätten für 18.000 EUR. Eine Messingskulptur von Franz Hagenauer ging für 9.000 EUR an einen Sammler.

Die Brenske Gallery war erfolgreich mit der makedonischen Ikone "Königstür" aus dem 18. Jahrhundert im sechsstelligen Preissegment. Meißener Porzellan bis zu 20.000 EUR je Teil konnte Kunsthandel Holz platzieren.

Udo Seinsoth vom Antiquariat Beim Steinernen Kreuz aus Bremen lobte "die guten Gespräche und die guten Verkäufe". Er registrierte viel Nachfrage nach seltenen Katalogen und Künstlerbüchern. Er gewann Sammler für eine Max Ernst Vorzugsausgabe (2.500 Euro), für kleinformatige Grafiken von Richter (3.200 Euro) und Polke (1.400 Euro). Angelika Herzogenrath von der Kölner Kunsthandlung Goyert drückt ihre Zufriedenheit mit dieser Messe so aus: "Eine hervorragende Werbeplattform für meine Galerie." Sie verkaufte zahlreiche Kölnansichten (zwischen 500 und 1.000 EUR).

Die nächste COLOGNE FINE ART findet 2007 vom 28. Februar bis 4. März in der Koelnmesse statt.

Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln, Deutschland
Telefon: + 49 221 821-2907 + 2270,

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