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Franka Hörnschemeyer erhält den Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2006


Eingabedatum: 05.09.2006

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Den Kunstpreis der Stadt Nordhorn erhält in diesem Jahr die in Berlin lebende Künstlerin Franka Hörnschemeyer. Die Vorschlagskommission 2006 für die sechs zur Bewerbung eingeladenen Künstlerinnen und Künstler bildeten die Hamburger Kunstkritikerin Belinda Grace Gardner, die Kuratorin am Wilhelm Lehmbruck-Museum in Duisburg, Dr. Sabine Maria Schmidt, und Martin Schick, Leiter der Galerie der Stadt Backnang. Im Verlauf der engagierten Jury-Sitzung, zu der traditionell der Vorstand des Förderkreises der Städtischen Galerie Nordhorn, die Fachbereichsleiterin Kultur, Cornelia Baumann, und die Mitglieder des städtischen Kulturausschusses geladen waren, stimmte man nach ausführlicher Beschäftigung mit den eingereichten Unterlagen für Franka Hörnschemeyer als diesjährige Preisträgerin. Die Ehrung umfasst ein Preisgeld von 4.500 Euro sowie eine Ausstellung zum Ende des Jahres in der Städtischen Galerie Nordhorn, begleitet von einem dokumentierenden Katalog.

Raum ist das zentrale Thema der Arbeiten von Franka Hörnschemeyer. In ihren Werken untersucht sie die Wirkung der wechselseitigen Beziehung des Menschen zum Raum. Als Material für ihre Installationen, die einen Grenzgang zwischen Baukunst und Raumkunst beschreiben, dienen oftmals Materialien aus dem Trockenbau. Aus Rigipswänden und Verschalungselementen entstehen Räume im Raum, die sowohl die formal ästhetischen Aspekte der Ausstellungsorte als auch deren Einbettung in soziologische und gesellschaftliche Räume hinterfragen. Ausgehend von einer Rolle als Sammlerin und Analytikerin legt Franka Hörnschemeyer dabei offen, was sonst im Unsichtbaren verborgen bleibt. Ihre ortspezifischen Arbeiten machen durch ihre äußere Form, aber auch mit Hilfe von Videos, Klängen oder veränderlichen Elementen auf versteckte Räume oder historische Nutzungen aufmerksam. Gekonnt werden hier verschiedene räumliche Ebenen ineinander verschoben und mit allen Sinnen erfahrbar gemacht.

Franka Hörnschemeyer wurde 1958 in Osnabrück geboren und studierte von 1981-1987 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Stipendien führten sie nach New York und Venedig, von 1992-1994 war sie Trägerin des Karl Schmidt-Rottluff-Stipendiums. Einzelausstellungen hatte sie u. a. in der Galerie Nordenhake (2006) und im Hamburger Bahnhof (2002) in Berlin. Darüber hinaus war sie an Ausstellungen wie »Ein/räumen« in der Hamburger Kunsthalle (2000), der 4. Werkleitz Biennale »Real[work]« oder an der Wanderausstellung »Minimal Maximal« (1998–2002 u. a. in Kyoto, Fukuoka und Seoul) beteiligt.

Für ihre Ausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn vom 2.12.2006 bis 14.1.2007 wird sie eine neue ortsspezifische Arbeit realisieren. Eröffnung und feierliche Preisübergabe werden am 1.12.2006 um 20 Uhr stattfinden.

Abbildung: Franka Hörnschemeyer

Städtische Galerie Nordhorn
Vechteaue 2, D-48529 Nordhorn
Tel.: +49 (0)5921-97 11 00

nordhorn.de

ch







Daten zu Franka Hörnschemeyer:


- Art Basel 2013

- Kunstverein Hannover 2015

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

Weiteres zum Thema: Franka Hörnschemeyer



Ideal City – Invisible Cities (Zamosc, PL, 18. 6 – 22. 8.06 /Potsdam 9.9.-29.10.06)


41 internationale Künstler reflektieren ab dem 18. Juni die Idee der idealen Stadt und ihrem Pendant, der unsichtbaren Stadt.

Zamosc, ein außergewöhnliches Kleinod später Renaissance-Architektur, liegt unweit der polnisch-ukrainischen Grenze, zwischen Lublin und Lwow (Lemberg). In dieser seit ihrer Gründung Ende des 16. Jahrhunderts nie zerstörten Stadtanlage werden Arbeiten von Künstlern aus zwölf europäischen und sechs nicht-europäischen Ländern auf den Spuren einer einstigen multikulturellen Gesellschaft gezeigt, mit ihren orthodoxen Kirchen, der Kathedrale, der Synagoge und den Armenierhäusern am großen Markt. Nur wenige ideale Städte wurden je realisiert oder nur in Teilen gebaut. Besonders die Entwürfe, die eng an gesellschaftliche Utopien gebunden waren, blieben für gewöhnlich ungebaut. Zamosc - nach einer Idee des Kanzlers Jan Zamoyski entworfen und zwischen 1580 und 1605 vom italienischen Baumeister Bernardo Morando gebaut - ist eines der seltenen Beispiele einer gebauten idealen Stadt. Seit 1992 gehört Zamosc zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Künstler mit ortsspezifischen Arbeiten reagieren auf die bestehende Architektur öffentlicher Plätze, Gebäude und versteckter Innenhöfe. Lawrence Weiner (USA) umfasst die Arkaden des großen Marktplatzes mit einer seiner Wortskulpturen. Monika Sosnowska baut einen Brunnen während Miroslaw Balka an tiefe Wunden erinnert, die der Zweite Weltkrieg gerissen hat. Daniela Brahm, Colin Ardley und Kai Schiemenz definieren Plätze und öffentliche Orte neu. Franka Hörnschemeyers Installation dagegen nimmt Bezug auf das klare Raster der Stadt; Jakob Kolding untersucht mit seinem Posterprojekt den funktionalen Aspekt der Städteplanung und Les Schliesser richtet ein Museum für einen in Zamosc geborenen fiktiven Architekten ein. Mit eigens entworfenen Architekturen werden Lucas Lenglet mit seinem Columbarium, einem Taubenhaus, in einem der Innenhöfe und Colin Ardley mit einer Pyramide am großen Markt Akzente setzen. Craigie Horsfield, der schon in den 70er Jahren Zamosc fotografierte, wird mit einer Soundinstallation präsent sein. Vor der Synagoge findet Sol LeWitt den Ort für seine Plastik, die Kartuschen im Innenraum sind mit Wandzeichnungen von David Tremlett ausgefüllt und in den anschließenden Nebenräumen entspinnt sich ein Dialog zwischen den strukturalistischen Arbeiten von Katarzyna Jozefowicz und Pedro Cabrita Reis. Im historischen Museum wird Tilman Wendland mit Dokumentationen idealer Städte der Moderne von Le Corbusier, Oscar Niemeyer oder Hansen arbeiten. Jaroslaw Flicinski wird mit einer großformatigen Wandzeichnung die ehemalige Akademie - heute das Gymnasium der Stadt - zum Schwingen bringen. In deren Turnhalle der Grieche George Hadjimichalis seinen Workshop of Projects and Images in Crisis installiert.(Forts)

Mit Themen, die um scheinbare Sicherheit, Geometrie, Ordnungssysteme, Verteidigungsstrategien und Widerstand kreisen, werden die Foto, Film- und Videoarbeiten von Tarek Al-Ghoussein, Francis Alys, Tacita Dean und Rula Halawani in den Kasematten der die Stadt umlaufenden Festungsanlage in einen eindrucksvollen Rahmen gesetzt. In der ehemaligen Akademie, wie im Historischen Museum und in der Städtischen Galerie Zamosc werden 20 Künstler mit Arbeiten vertreten sein, die um die großen Themenbögen der Ausstellung kreisen: Stadt, die Erinnerung und das Raster.
Zeitgenössische Kunst nimmt die Herausforderung an, einen substantiellen Diskurs mit einer idealen Stadt und ihren darunter liegenden, durch Zeit und Geschichte verborgenen unsichtbaren Städten aufzunehmen. (Presse)

Zamosc/ PL / 18. Juni-22. August 2006
Potsdam / DE / 9. September-29. Oktober 2006

Künstlerliste:
Tarek Al-Ghoussein, Francis Alÿs, Carl Andre, Archigram, Colin Ardley, Tim Ayres, Miroslaw Balka, Daniela Brahm, Pedro Cabrita Reis, Rui Calçada Bastos, Constant, Jonas Dahlberg, Tacita Dean, Jaroslaw Flicinski, Carlos Garaicoa, Dan Graham, George Hadjimichalis, Rula Halawani, Franka Hörnschemeyer, Craigie Horsfield, Katarzyna Józefowicz, Jakob Kolding, Ola Kolehmainen, Lucas Lenglet, Sol LeWitt, David Maljkovic, Gerold Miller, Matthias Mueller, Teresa Murak, Brian O’Connell, Daniel Roth, Albrecht Schaefer, Kai Schiemenz, Les Schliesser, Melanie Smith, Monika Sosnowska, David Tremlett, Anton Vidokle, Lawrence Weiner, Tilman Wendland, Krzysztof Zielinski

Abbildung: Projekt für Ideal City - Invisible Cities, 2006, Modell; Abmessungen Skulptur: 10 x 10 x 7 m, Holz, Schalplatten, Ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der FILIGRAN GROUP, oto: Colin Ardley

weitere Informationen finden Sie unter:
idealcity-invisiblecities.org

TEN. Meisterschüler der Hochschule für Künste Bremen 2013


Mit dem Studium als Meisterschüler eröffnet die Hochschule für Künste Bremen (HfK) herausragenden Absolventen im Studiengang »Freie Kunst« nach ihrem Diplom die Möglichkeit, ihre persönlichen Positionen in zwei weiteren Semestern auszuloten. Für junge Künstlerinnen und Künstler der HfK ist die gemeinsame Meisterschüler-Ausstellung krönender Abschluss ihres Studiums und Aufbruch zu neuen Ufern zugleich. Sie findet – dieses Jahr unter dem Titel „TEN“ – bereits zum dritten Mal in der Weserburg statt. „TEN“ wurde von der Kunsthistorikern Dr. Katerina Vatsella kuratiert und gibt spannende Einblicke in die Welt zehn junger Künstlerinnen und Künstler.

In „TEN“ stellen sich folgende Meisterschülerinnen und Meisterschüler vor:
Andreas Becker | Christian Bungies | Yumi Jung | Min Jung Kang | Janine Klank | Franziska Keller | Marei Lutterbach| Lu Nguyen | Anna Roberta Vattes | Philipp Zähringer
Betreut und gefördert wurden sie von ihren jeweiligen Professorinnen und Professoren Stephan Baumkötter, Jean-François Guiton, Franka Hörnschemeyer, Paco Knöller, Peter W. Schaefer und Yuji Takeoka.

Die Ausstellung ist verbunden mit der Verleihung des Karin-Hollweg-Preises, der mit einer Dotierung von 15.000 Euro zu den bedeutendsten Auszeichnungen an deutschen Kunsthochschulen zählt.

Weserburg I Museum für moderne Kunst
Teerhof 20, 28199 Bremen, Germany
Tel +49 (421) 59839 - 70
weserburg.de