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B3 Biennale

COLOGNE FINE ART - Premiere im Februar 2006


Eingabedatum: 21.03.2005


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Ganz auf Qualität und Internationalität setzt eine neue Kunstmesse in Köln, die ab kommendem Jahr die bisherigen drei Frühjahrskunstmessen ersetzt. "Mit der COLOGNE FINE ART haben renommierte Galerien und der internationale Kunst- und Antiquitätenhandel vom 15. bis 19. Februar 2006 eine neue Plattform in Europa, die ein hohes Qualitäts-Niveau und ein international besetztes Teilnehmerfeld bietet." So definiert Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, die Position, die sie als Veranstalterin mit der COLOGNE FINE ART verfolgt. Das Konzept der Messe umschreibt ART COLOGNE Direktor Gérard A. Goodrow, Leiter des Geschäftsbereichs Kunst & Kultur der Koelnmesse, wie folgt: "Mit einem inhaltlich und qualitativ auf ca. 180 Teilnehmer gestrafften Angebot, das von der Antike bis in die Gegenwart reicht und bildende wie angewandte Kunst umfasst, wollen wir eine hochkarätige Marktplattform schaffen, die international für Aussteller, Sammler und Besucher attraktiv ist."

Ideelle Träger der neuen Veranstaltung sind der Rheinische Kunsthändler-Verband e.V. (RKV), der Bundesverband Deutscher Kunstverleger e.V. (BDKV) und der Verband Deutscher Antiquare e.V. VDA).

Fast zeitgleich - vom 15. bis 18. Februar 2006 - findet zum 2. Mal die EXPONATEC COLOGNE statt. Die Internationale Fachmesse für Museen, Restaurierung und Kulturerbe zeigt in unmittelbarer Nachbarschaft zur COLOGNE FINE ART ein ergänzendes Angebot, was von Planung und Bau von Galerien, Museen, Bibliotheken bis hin zu deren technischer Ausstattung bzw. Infrastruktur reicht und die Bereiche Restaurierung, Multimedia, EDV, Modellbau sowie Versicherung etc. einschließt.

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Weiteres zum Thema: COLOGNE FINE ART



Großer Erfolg für die Frühjahrs-Kunstmessen Köln 2005


Gute Umsätze und 28.000 Besucher bestätigen die Synergie-Effekte

Die Rechnung ging auf: Die Zusammenlegung der drei Kölner Frühjahrs-Kunstmessen auf einen gemeinsamen Termin und die Konzentration auf einer Hallenebene haben zur großen Zufriedenheit der über 180 Aussteller geführt. Das Fazit von Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, zum Messeschluss nach fünftägiger Dauer am 27. Februar 2005: "Die Umsätze, die Besucherzahlen und die Qualität der Teilnehmer mit ihren herausragenden Programmen haben den Kunstmessestandort Köln wieder einmal bestätigt."
Die drei Veranstaltungen - 36. Westdeutsche Kunst Messe Köln, 6. KUNSTKÖLN und 19. Antiquariatsmesse Köln - versammelten Kunst und Kunsthandwerk aus acht Jahrtausenden. "Mit Offenheit, Neugier und Kauffreude reagierten unsere 28.000 Besucher, wie mir Aussteller versicherten, auf das vielfältige Angebot in allen Preislagen", so Kuhrt: "Und die Durchmischung des Publikums hat hervorragend funktioniert, die Sammler haben die Frühjahrs-Kunstmessen
neu entdeckt."

Als gut verkäuflich erwiesen sich auf der Westdeutschen Kunst Messe Köln Stücke unter 200.000 Euro. Schon am Eröffnungsabend verkaufte die Salzburger Galerie Salis & Vertes ein Herbin-Gemälde für 150.000 Euro in die Sammlung Corboud im Kölner Wallraf-Richartz-Museum. Der Münchner Galerist Hans Maulberger vermittelte ein Nay-Aquarell für 58.000 Euro. In fast gleicher Höhe bewegt sich der Erlös für ein Feininger-Aquarell beim Hamburger Galeristen Thole Rotermund, das in eine große rheinische Privatsammlung ging. Ein anderer rheinischer Privatsammler wurde im Kunsthandel Thomas Schneider aus München fündig: Er erwarb ein Spitzweg-Gemälde für einen sechsstelligen Betrag. Ein Gemälde des Altmeisters Cornellis Mathieu ging im
Münsteraner Kunsthandel Frye & Sohn für über 20.000 Euro in ein rheinisches Museum.

"Vermehrt denken Sammler nach ihren Bilderkäufen über den Erwerb von Außen- und Innenskulpturen nach", so der Kölner Galerist Gerhard F. Reinz. Er verkaufte größere und kleinere Exponate von Michael Croissant und Dietrich Klinge zwischen 3.000 und 21.000 Euro. Sein Düsseldorfer Kollege Edwin Vömel war mit zwei Mobilés des jungen Bildhauers Jörg Wiele (je 10.000 Euro) erfolgreich. Große Resonanz fanden auch klassische und zeitgenössische Grafik.

Februartermin erwies sich als günstig
Der frühe Februartermin erwies sich nach Aussteller-Aussagen für die
Möbelsparte als besonders günstig. Aber nicht nur. "Ich führe unsere guten Verkäufe u.a. auch darauf zurück, dass die Zeitgenossen auf der Messe so nah an uns herangerückt sind", sagte der Münchner Biedermeier-Spezialist Axel Schlapka. Ihm gelang der Verkauf eines fränkischen Sekretärs für 16.000 Euro und eines fränkischen Sofas für 6.000 Euro. "Es läuft hervorragend", so Thomas Schmitz-Avila, Bad Breisig, der schon zu Messebeginn ein Paar klassizistischer Kommoden (65.000 Euro) und einen Frankfurter Pilasterschrank (45.000 Euro) veräußerte.

Hochwertiges Porzellan fand zahlreiche Abnehmer. So ging beispielsweise beim Kunsthandel Dagmar Holz, Königswinter, ein Meissner Porzellan-Teekännchen mit zwei Koppchen in eine amerikanische Sammlung. Und Monika Fahrenson vom Münchner Kunsthandel Brigantine 1900 kommentierte ihre zahlreihen Verkäufe von Silber, Porzellan und Glas (zwischen 2.000 und 8.000 Euro): "Ich habe hier bislang immer gute Messen gemacht." Der Rückkehrer Fabery de Jonge aus Middelburg - "Die Leute sind sehr zugänglich und kaufen sehr spontan." Er war begeistert über seine Erfolge mit Schmuck-Objekten zwischen 5.000 und
20.000 Euro.

Marktplatz für antike Kunst
Bei außereuropäischen Objekten erfreuten sich "bestimmte Sammelgebiete
starker Nachfrage", so der Kölner Asiatika-Händler Hans-Martin Schmitz. Er veräußerte aus seinem umfangreichen Bestand Netsukes, verschiedene Exemplare bis zu 7.500 Euro. Die auf Asien spezialisierte Galerie Peter Hardt aus Radevormwald fand Käufer für zwei wertvolle Objekte aus Burma. Die WKM erwies sich erneut auch als ein Marktplatz für antike Objekte. Ein jemenitisches Alabasterrelief aus dem 5./4. Jahrhundert ging beim Antikenkabinett Gackstätter, Frankfurt/Main, für 14.000 Euro weg, ebenso ein 8000 Jahre altes Idol der Sesklo-Kultur für 11.000 Euro.

Stellvertretend für das breit vertretene Segment Ikonen stehen die Verkäufe des Münchner Spezialisten Stefan Brenske, der einige Arbeiten zwischen 5.000 und 10.000 Euro verkaufte: "Ich habe eine bewährte Stammklientel."

Junge Zeitgenossen fanden Käufer
Die traditionellen Schwerpunkte der KUNSTKÖLN sind Editionen, Art Brut, Kunst nach 1980 und Fotografie. Die Bad Honnefer Galerie Rackey veräußerte einen 15teiligen Zyklus und ein Ölbild von Markus Lüpertz für 150.000 Euro.
Die Amsterdamer Octagon-Galerie favorisierte junge Konkrete Kunst zu
moderaten Preisen und fand starke Resonanz bei jungen Käufern mit Arbeiten zwischen 150 und 2.000 Euro. Der Berliner Galerist Michael Schultz setzte sich u.a. für das Künstlerduo Studer/van den Berg ein und erzielte für einen ihrer Inkjet-Prints 9.500 Euro.

Mit Editionen profilierte sich u.a. die Stuttgarter manus presse. Von Karin Kneffel vermittelte sie sensationelle 35 Exemplare à 360 Euro sowie drei Radierungen von Dieter Krieg à 5.500 Euro, zudem vier Zeichnungen von Simon Pasieka à 2.900 Euro. Auf ostdeutsche Künstler setzte die Galerie Berlin: sechs Bronzen von Stefan Reichmann à 3.700 Euro und ca. 20 Grafiken von Bernhard Heisig à 360 Euro.

Fotografie erwies sich als Renner
Als Verkaufsknüller erwies sich die Fotografie, vor allem Blätter von ganz jungen Fotografen, die ihr Messedebut erlebten. Die Berliner LUMAS Editionsgalerie gewann Kunden für eine Fülle von Prints der Lichtbildner Floris M. Neusüss, Julia Christe, Enrique Badulescu, David Steets, Billy + Hells sowie Stefanie Schneider zu Preisen zwischen 100 und 439 Euro. "Überraschend habe ich fast nur neue Kunden gewonnen, darunter Sammler und sogar Einsteiger", stellte Franz van der Grinten von der gleichnamigen Kölner Galerie fest: "Manche waren sogar Wiederholungstäter und kauften an mehreren Tagen." Bei ihm erwiesen sich Arbeiten von Dirk Königsfeld, Walde Huth und Izima Kaoru zu Preisen zwischen 90 und 1.900 Euro als Renner.

Der Grefrather Sven Purrmann reichte 20 digital bearbeitete Farb-Prints von Andreas Lutherer zwischen 450 und 2.780 Euro an Sammler weiter. "Das Qualitätsbewusstsein unter Fotografiesammlern ist erheblich gewachsen", so Jonas Fahnemann von der gleichnamigen Berliner Galerie. Ihm gelang die Vermittlung von drei Wesely-Großformaten zwischen 3.200 und 16.000 Euro.
Martin Kudlek aus Köln trennte sich bereits am Vernissageabend von drei Fotos von Lukas Roth (6.800 bis 7.500 Euro). Sein Kölner Kollege Jan Schlütter kam mit einer Süddeutschen Bank ins Geschäft: sechs Foto-Collagen von Marcel Terrani à 620 Euro.

Internationale Nachfrage nach Art Brut
Der Sektor Art Brut ist von der KUNSTKÖLN nicht mehr weg zu denken. Das gestiegene Publikumsinteresse von Erstkäufern und renommierten Art
Brut-Sammlern aus ganz Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden sorgten für Umsatz. U.a. bei der Kölner Galeristin Susanne Zander mit Werken der Künstler aus Gugging (zwischen 500 und 1.000 Euro), einige handkolorierte Offsetdrucke des Tattoo-Künstlers Thomas Grundmann (2.600 Euro) und ein großes Schlüsselwerk von Sava Sekulic (12.500 Euro).
Werner Fischer aus Berlin gab sieben Zeichnungen und Aquarelle von Paul Goesch zu Preisen zwischen 2.000 und 6.000 Euro sowie drei Papierarbeiten von Scottie Wilson zu 3.000 bis 4.000 Euro ab. Bei Ritsch-Fisch aus Straßburg sicherten sich Sammler u.a. zwei Holztafeln von Francis Marshall (je 1.800 Euro) sowie Zeichnungen des Klassikers Louis Soutter.

Antiquare zählen zu den Gewinnern
Zu den Gewinnern der Kölner Frühjahrs-Kunstmessen gehören die Antiquare, die in diesem Jahr zum ersten Mal unter dem Dach der Westdeutschen Kunst Messe Köln auftraten. Zu den besonders erfolgsverwöhnten unter den Ausstellern gehören das Braunschweiger Antiquariat Klittich-Pfankuch, die Gebrüder Haas aus Bedburg-Hau, das Kölner Antiquariat Heuberger, der Essener Stefan Krüger und das Antiquariat Beim Steinernen Kreuz aus Bremen. Die Erfahrung, jetzt
optimal in das Messekonzept eingebunden zu sein, kommentierten fast alle 18 Teilnehmer wie ihr Kollege Norbert Haas: "Die Kombination ist perfekt, 90 Prozent unserer Kontakte machen wir mit neuen Kunden." Und Karl Klittich ergänzt: " Seit der Vernissage reißt der Kundenstrom nicht ab. So viele Besucher habe ich seit den 70er Jahren auf keiner Antiquariatsmesse mehr erlebt." Zu den von Klittich vermittelten Offerten gehören Oskar Kokoschkas "Die träumenden Knaben" aus den Wiener Werkstätten (7.850 Euro), sowie die Werkmonographien über Césanne (2.800 Euro) und Renoir (2.200 Euro) im Prachteinband, verlegt von A. Vollard.

Die Anamorphose "Perspective curieuse" von Niceron zu 7.500 Euro und eine Hermann Hesse-Handschrift mit 12 Gedichten und 12 Titelaquarellen zu 18.500 Euro waren Stefan Krügers Topverkäufe. Bei Udo Seinsoth vom Antiquariat Beim Steinernen Kreuz ergänzten Kenner ihre Sammlungen mit Multiples und Grafiken von Daniel Spoerri, Robert Filiou, Dieter Roth und Max Ernst zu Preisen zwischen 1.300 und 6.000 Euro.

Im nächsten Jahr COLOGNE FINE ART
Und nicht nur die Antiquare waren durch den positiven Verlauf der Kölner Frühjahrs-Kunstmessen von der konzentrierten Präsentation und dem von der Koelnmesse und den beteiligten Verbänden (Rheinischer Kunsthändlerverband, RKV, Bundesverband Deutscher Kunstverleger, BDKV, und Verband Deutscher Antiquare, BDA) eingeschlagenen Weg überzeugt. Auch die Kollegen der anderen Messen und Sparten teilen diese Einschätzung. "In diesem Jahr haben wir den ersten für alle sehr erfolgreichen Schritt zum Neustart der Kölner Frühjahrskunstmesse COLOGNE FINE ART in 2006 gemacht", so Gérard Goodrow, Direktor ART COLOGNE. "Das Ergebnis motiviert uns für das kommende Jahr, zumal Top-Galeristen unter den Besuchern ihre Teilnahme in 2006 in Aussicht
gestellt haben."

Die COLOGNE FINE ART 2006 findet von Mittwoch, 15. Februar, bis Sonntag, 19.Februar 2006 in den Hallen 4 und 5 des neu gestalteten und ausgebauten Messegeländes statt. Nahezu zeitgleich führt vom 15. bis zum 18. Februar 2006 die Koelnmesse zum 2. Mal die EXPONATEC COLOGNE, die Internationale Fachmesse für Museen, Konservierung und Kulturerbe, in gleichen Hallenareal statt.

Das Segment außereuropäische Kunst auf der COLOGNE FINE ART 2006:


Rund 180 internationale Aussteller beteiligen sich an der COLOGNE FINE ART vom 15. bis 19. Februar 2006. Die Exponate dokumentieren den Zeitraum von der Antike bis zur unmittelbaren Gegenwart. Kunst des Westens, aus Vorder- und Hinterasien, aus Afrika und aus pazifischen Regionen von hoher Qualität wird in breiter Fülle zu sehen und zu erstehen sein. Im Vorfeld der COLOGNE FINE ART suchen wir durch Interviews mit einigen Ausstellern aus den unterschiedlichen Sparten die Akzente der Messe zu ergründen und zu vermitteln. Über sein Spezialgebiet China und Japan befragten wir den Kölner Kunsthändler, Hans-Martin Schmitz, der seit 1990 als Sprecher des Vorstandes des Rheinischen Kunsthändlerverbandes fungiert. Hans-Martin Schmitz ist seit 1964 im Kunsthandel tätig, zunächst in Wuppertal, seit 2004 in Köln.

Frage: Herr Schmitz, Ihr Spezialgebiet ist Kunst und Kunsthandwerk aus Japan und China. Haben Sie es hierzulande mit einer recht kleinen, übersichtlichen Sammlerklientel zu tun?

Antwort: Ich meine, es gibt eine zunehmende Anzahl von Sammlern ostasiatischer Kunst. Der Markt entwickelt sich gut. Im Vergleich zur Dichte von Sammlern etwa in Holland gilt es in Deutschland sicherlich noch eine Menge aufzuholen. Nach wie vor ist es so, dass in Holland, in Großbritanien, in Frankreich und in den USA höhere Preise für japanische und chinesische Kunst gezahlt werden als bei uns in Deutschland. Wir sind eindeutig ein Land der niedrigen Preise, was für den hiesigen Sammler natürlich vom Vorteil ist.

Frage: Was einst nur wenigen vorbehalten war, ist inzwischen für viele fester Bestandteil ihrer Ferien- und Reiseplanung: Der Besuch fernöstlicher Länder. Beschert Ihnen das auch neue Käufer- und Sammlerschichten?

Antwort: Das hat sich erstmals deutlich niedergeschlagen nach der Olympiade in Tokio. Nach ca. vier bis sechs Jahren gab es einen heftigen Schub. Gelegentlich kommen Kunden zu mir, die von Anregungen auf ihren Reisen nach Japan oder China berichten. Aus Skepsis vor möglichen Missgriffen haben sie vor Ort bestimmte Gegenstände nicht erworben. Sie suchen die Information bei mir, und manche wachsen dann in das Sammelgebiet hinein. Andere sind übervorteilt worden, was sie erst durch fachkundige Beratung erfahren. Diese führt dann zu einer Vertrauensbasis und auch zu mehrfachen Käufen. Der Handel hierzulande unterliegt sehr hohen Ansprüchen, die sich aus den Selbstverpflichtungen des organisierten Handels ergeben.

Frage: Liebhaber moderner Kunst haben ihr Interesse längst auf die Kunst Afrikas ausgeweitet. Gibt es derlei Synergien auch bei Ihren Kunden?

Antwort: Gibt es durchaus, beispielsweise bei der japanischen Malerei, in der die Kalligrafie eine große Rolle spielt. Die wird bei uns wie abstrakte Kunst gelesen. Ich kenne einige Sammlungen mit alter und moderner japanischer Kunst und daneben mit zeitgenössischen westlichen Arbeiten. Neulich suchte ich eine stehende Buddhafigur ohne Kopf und Hände aus dem 12. Jahrhundert zu erwerben. Ein Sammler zeitgenössischer Kunst kam mir dabei zuvor und kaufte sie.

Frage: Um den Nachschub an guten Stücken, die ihren Charme aus Jahrhunderte, ja, Jahrtausende alter Patina herleiten, ringt jeder Ihrer Kollegen in hartem Wettstreit. Entscheidet da letztlich die persönliche Zahlungsfähigkeit, um an erlesene Ware heranzukommen?

Antwort: Oft spielt der Vertrauensvorschuss bei Sammlern eine größere Rolle als der Geldbeutel. Natürlich ist Geld ein wesentlicher Faktor. Es gibt immer diese Erscheinungen auf dem Kunstmarkt, dass mit unvorstellbaren Geldmengen eingestiegen wird und dann unvernünftige Preise bezahlt werden.

Frage: Woher bekommen Sie Ihre Ware?

Antwort: Aus Japan und China kaufe ich so gut wie nichts. Das hat seinen Grund darin, dass sowohl die Japaner als auch neuerdings die Chinesen ihre Kunst auf dem europäischen und amerikanischen Markt zurückkaufen. Es wäre für mich unsinnig, in Japan und China einzukaufen, dort, wo die Sammler und Händler sitzen, die die höchsten Preise zahlen. Insofern bin ich auf hiesige Kundenbeziehungen angewiesen. Es nimmt zu, dass aus Altersgründen Sammlungen liquidiert werden. Ich nutze solche Chancen, um einzukaufen oder Verkäufe zu vermitteln. Selbstverständlich verfolge ich auch Auktionen, um an geeignete Stücke zu kommen.

Frage: Gibt es Engpässe?

Antwort: Die gibt es beispielsweise auf dem Sektor japanischer Farbholzschnitte. Weil sowohl in Europa, Amerika und in Asien diese Kunstwerke gesammelt werden, kommt es zu einer erheblichen Warenverknappung. Ähnliche Erscheinungen konnte man bei japanischen Schwertern beobachten, die von den Japanern gänzlich zurückgekauft wurden und werden.

Frage: Die Herkunftsländer sind beim Export ihres Kulturguts äußerst restriktiv. Gibt es trotzdem genügend illegale Quellen und Kanäle für den hiesigen Markt?

Antwort: Da bestehen erhebliche Unterschiede. Die Japaner sind relativ großzügig. Sie stufen die wichtigen Kulturgüter nach Kategorien ein. Ware der obersten Kategorien darf das Land nicht verlassen. Darunter ist alles fast ohne Probleme aus Japan auszuführen. Es besteht ein liberaler Kulturgutschutz. Der ist wiederum bei den Chinesen auf dem Papier sehr streng gefasst. In der Realität wird er nicht konsequent durchgeführt. Provinzregierungen erteilen gelegentlich Ausfuhrgenehmigungen. Grabbeigaben dürfen theoretisch überhaupt nicht das Land verlassen und trotzdem ist der Markt geradezu überschwemmt. Was passiert? Händler bekommen für den Kauf größerer Posten Sondergenehmigungen von Provinzregierungen oder wählen den Weg über Hong Kong. Letztlich aber ist dieser Markt ein heißes Eisen, es sei denn, es handelt sich um Stücke mit klaren westlichen Provenienzen. Die Chinesen suchten erst kürzlich die USA dazu zu bewegen, einen Importstopp für chinesische Kunst durchzusetzen.

Frage: Bringen die betuchten Wohlstandsbürger Chinas den Markt nicht völlig aus dem Tritt?

Antwort: Eindeutig. Die hohen Preise auf den vergangenen Auktionen sind durch chinesische Händler gezahlt worden. Sie investieren erhebliche Geldmengen. Es ist unübersehbar, dass neues Geld aus China auf den Markt drängt. Es ist ein enges Netzt geknüpft worden über den europäischen Markt von diesen Händlern, so dass wir kaum noch eine Chance zum Mithalten haben.

Frage: Es heißt, dass China eine hoch entwickelte Fälschungskultur entwickelt habe. Können Sie das bestätigen?

Antwort: Das kann ich bestätigen. Gefälscht worden ist in China zu allen Zeiten, aber zuvor nicht mit dieser gezielten Absicht, viel Geld zu verdienen. Früher wurden Objekte aus Verehrung für den alten Stil kopiert. Heute ist, insbesondere auf dem Sektor chinesischen Porzellans, eine ganze Industrie tätig, die sehr, sehr gute Kopien macht. Imitiert werden sogar die Gebrauchsspuren. Da rate ich jedem zur Vorsicht. Selbst der Fachmann hat Mühe, die Imitation zu erkennen. Bei den Grabbeigaben sind die glasierten Stücke schwer zu kopieren und als Fälschungen leichter zu identifizieren. Schwieriger wird das bei den nicht glasierten. Da werden Trümmerstücke von Figuren zu neuen verarbeitet. Thermoluminiszenz-Untersuchungen bestätigen indes das Alter der Stücke, weil der alte Ton verwendet wurde. Sodann haben die Chinesen ein Verfahren entwickelt, wie neu gebrannter Ton durch Röntgenstrahlen dahingehend verändert wird, dass Thermoluminiszens-Gutachten wiederum nur auf die Verwendung alten Tons schließen können. Die Echtheit eines Stückes lässt sich nur noch über eine Thermoluminiszenz- und eine genaue Materialuntersuchung feststellen. Die neuzeitlichen Bindemittel, um den gemahlenen Ton zu verarbeiten, sind nachweisbar. Nur so ist die Neuschöpfung zu belegen.

Frage: Wie schützen Sie sich vor Fälschungen?

Antwort: Die Tang-Keramik ist nicht mein Gebiet. Ich kaufe sie nicht. Wenn mir per Zufall ein Stück angeboten wird, so kann man oft aus dessen Geschichte folgern, ob es echt oder falsch ist.

Frage: Spielt der Asiatica-Markt ebenso verrückt wie gelegentlich der Markt etwa mit Klassischer Moderne?

Antwort: Im Moment ganz eindeutig auf dem Sektor chinesischen Porzellans, sowie beim Kunstgewerbe des 18. Jahrhunderts. Die Chinesen zahlen dafür momentan gigantische Preise. Da wird es sicherlich irgendwann einen Rückschlag geben.

Frage: Was steht in der Beliebtheitsskala derzeit bei Asiatika-Sammlern besonders hoch im Kurs?

Antwort: Sehr solide Nachfrage bei Japan: Netsukes und Farbholzschnitte. Bei China eindeutig Porzellan und Kunstgewerbe des 17. und späten 18. Jahrhunderts. Ein Netsuke kann 500 EUR kosten, kann aber bis zu 125.000 EUR erzielen, wie vor kurzem in Köln geschehen. Farbholzschnitte bekommt man zwischen 500 EUR und einigen Tausend Euro, erreichen aber auch 100.000 EUR und mehr. China-Objekte kosten nicht selten einige Millionen. Kürzlich wurde in London eine Porzellan-Vase für 15 Millionen Pfund ersteigert.

Frage: Erstmals in diesem Jahr firmiert die Messe unter COLOGNE FINE ART, vereinigt zeitgenössische und klassische Kunst, Antiquitäten und Antiquariate unter einem Dach. Was versprechen Sie sich von diesem unmittelbaren Nebeneinander?

Antwort: Dasselbe, was wir uns einstmals von der Zustimmung zur Parallelmesse KUNSTKÖLN versprochen haben. In unserer Branche "Alte Kunst" wird geklagt, dass die Kunden immer älter werden, dass es an fundamentaler Bildung fehle, die den Schülern im Bereich Kunst nicht mehr vermittelt werde. Es hat sich als positiv erwiesen, dass unser Publikum durch die Zusammenlegung einfach jünger wird.

Frage: Die COLOGNE FINE ART muss sich gegenüber vergleichbaren, untereinander konkurrierenden Messen behaupten. Wird sie es schaffen?

Antwort: In Deutschland hat sie eine dominierende Position. Es droht uns hierzulande keine Konkurrenz. International ist der Messekalender im Frühjahr eng besetzt. Ich bin mir mit den Kollegen der Kunstverleger und Antiquare aber sicher, dass wir uns durchsetzen können.

Sehr geehrter Herr Schmitz, vielen Dank für das Gespräch.

Händler und Galeristen informieren über ihre Sachgebiete. Die Premiere der COLOGNE FINE ART ersetzt die ehemaligen drei Kölner Frühjahrskunstmessen. In neuem Domizil, in den Hallen 4 und 5 des Kölner Messegeländes, treffen sich somit unter einem Dach Kunst- und Antiquitätenhändler, Antiquare, Kunstverleger und Galeristen. Sie führen die Besucher auf das weite Feld der Alten und der zeitgenössischen Kunst, des Kunsthandwerks, der kostbaren Bücher und der grafischen Künste.

koelnmesse.de

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