Cliché verre - die Wiederentdeckung einer Radiertechnik

Vlado & Maria Ondrej - Atelier für Radierung Leipzig

2. Mai - 18. Juni 2017 | Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
Eingabedatum: 05.05.2017

Werkabbildung

Maria und Vlado Ondrej - Sonnendrache, 2017, Cliché verre auf Farbradierung, 25 x 42 cm,, © VG Bild-Kunst Bonnbilder

In ihrem Atelier für Radierung in Leipzig sind Maria und Vlado Ondrej seit Jahren intensiv mit der Technik des Cliché verre befasst. Diese Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte Drucktechnik verbindet das Radierverfahren mit der fotografischen Belichtung. Ihre künstlerischen Möglichkeiten waren bis vor kurzem weitgehend in Vergessenheit geraten. Deshalb lud das Künstlerpaar im Jahr 2013 im Rahmen eines Cliché-verre-Projektes dreizehn weitere Kollegen zur intensiven Erforschung der Technik in ihr Atelier ein. Es entstand eine Edition, die in der Ausstellung komplett gezeigt wird. Seither arbeiten Vlado und Maria intensiv weiter an den Möglichkeiten der Technik und präsentieren ihre neuesten Ergebnisse ebenfalls in der Ausstellung.

Karoline Mueller-Stahl schreibt im 2014 erschienenen Katalogbuch aus dem Atelier für Radierung: „Das Cliché verre ist eine grafische Mischform aus den späten 1830er Jahren, die Zeichnerisches, Malerisches mit der Radierung und mit der Fotografie verbindet. Das Grundverfahren lässt sich in aller Kürze so beschreiben: Eine durchsichtige Glasplatte wird lichtdicht geschwärzt. ln diese schwarze Schicht wird die Zeichnung radiert und damit das Glas an diesen Stellen wieder freigelegt. Die Glasplatte wird in der Dunkelkammer ähnlich wie ein Fotonegativ verwendet. Auf das Papier, das zuvor mit einer fotosensiblen Schicht bestrichen worden ist, wird die Platte so gelegt, dass das Motiv direkt auf dem Papier liegt. Nun wird das Blatt belichtet, die schwarzen Bereiche der Platte halten das Licht ab, durch die radierten dringt es hindurch und löst dort den fotochemischen Vorgang aus. Alle Schwärze auf dem Papier, selbst das tiefste Schwarz, ist somit reine fotochemische Reaktion, kein bisschen Farbe, nicht eine Spur von Pigment. Ondrejs beschäftigen sich immer wieder mit besonderen Techniken aus dem Umfeld der Radierung, zuvor mit der Photogravure, nun mit dem Cliché verre. Auslöser war der Katalog Zeichnungen des Lichts von Agnes Matthias, den ein befreundeter Künstler ihnen zeigte.“

Zum Cliché-verre-Projekt 2013 eingeladene KünstlerInnen: Tilo Baumgärtel, Roddy Bell, Sven Braun, Åsa Elzén, Wednesday Farris, Philipp Hennevogl, Marie Carolin Knoth, Tea Mäkipää, Maribel Mas, Christoph Ruckhäberle, Nadin Maria Rüfenacht, Matthias Weischer, Zafos Xagoraris.

Maria Ondrej
1965 geboren in Leipzig I 1991-1996 Studium im Fachbereich Plastik und Keramik an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle/S. I 1996-1998 Aufbaustudium bei Prof. Antje Scharfe an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle/S. I 2008 Aufbau des Ateliers für Radierung Leipzig mit Vlado Ondrej in der Leipziger Baumwollspinnerei

Vlado Ondrej
1962 geboren in Bardejov, Slowakei I 1982-1988 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle/S. I 1988-1991 Meisterschülerstudium bei Prof. Bernhard Heisig, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig I 1994 - 2000 Akademische Assistenz für Malerei und Grafik, Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle /S. I 2000-2012 Lehrauftrag für Radierung im Fachbereich Malerei und Grafik, Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle/ S. I 2008 Aufbau des Ateliers für Radierung, Leipzig mit Maria Ondrej in der Leipziger Baumwollspinnerei

Begleitprogramm
Sonntag, 7. Mai 11 Uhr
Öffentliche Sonntagsführung

Sonntag, 11. Juni 11 Uhr
Cliché verre - von seiner Erfindung im 19. Jh. bis zur heutigen Nutzung im Atelier für Radierung Leipzig.
Vortrag und Gespräch mit Maria Ondrej

Sonntag, 11. Juni 14 Uhr
Kunst in Familie : Ausstellungsrundgang und Bau einer Camera Obscura
Familiennachmittag

Museumspädagogisches Angebot
Cliché verre - das Geheimnis des Lichts
Oberschule und Gymnasium ab Klassenstufe 6
(weitere Details unter nsg-chemnitz.de, um Anmeldung wird gebeten)

Öffentliche Führung dienstags 17 Uhr, weitere Führungen und museumspädagogische Angebote auf Anfrage

Öffnungszeiten: täglich außer mittwochs 11 bis 17 Uhr, dienstags bis 19 Uhr, feiertags 11 - 17 Uhr

Eintritt: 3 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Kunsthüttenmitglieder und Mitglieder aller anderen in der ADKV organisierten deutschen Kunstvereine bei Vorlage des Ausweises frei.


Neue Sächsische Galerie
Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.
Moritzstraße 20
09111 Chemnitz
nsg-chemnitz.de

Presse










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