Anastasia Mityukova. Project Iceworm. 6 ½ Wochen

14. Dezember 2018 bis zum 27. Januar 2019 | Museum Folkwang, Essen
Eingabedatum: 15.12.2018

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Anastasia Mityukova, aus Project Iceworm, 2018, © ECAL/Anastasia Mityukovabilder

Vom 14. Dezember 2018 bis zum 27. Januar 2019 zeigt das Museum Folkwang im Rahmen der Reihe 6 ½ Wochen die erste Museumsausstellung von Anastasia Mityukova (*1992). In Project Iceworm beschäftigt sich die Schweizer Fotografin mit der wechselvollen Geschichte des grönländischen Ortes Thule, die bis in die heutige Gegenwart reicht. Mittels anonymer Archivbilder und privater Fotografien von vor Ort lebenden Inuit zeichnet Mityukova in 22 Fotografien das Bild eines geopolitischen Ortes, der auch heute weder betreten noch fotografiert werden darf. Am Freitag, 14. Dezember, findet um 18.30 Uhr die Auftaktveranstaltung 6:30 p.m. in Anwesenheit der Künstlerin im Foyer des Museum Folkwang statt. Kurator Thomas Seelig und Künstlerin Anastasia Mityukova sprechen über das Project Iceworm und dessen Entstehung.

Die nördliche Region Grönlands um Thule wurde nach Ende des 2. Weltkriegs von der amerikanischen Regierung als Standort ausgewählt, um dort einen strategischen Militärstützpunkt mit Flughafen zu installieren. Der Bau des Flughafens führte dazu, dass die örtliche Bevölkerung ohne vorherige Absprache zwangsumgesiedelt wurde und erst Jahrzehnte später, nach Ende des kalten Krieges, entschädigt wurde. 1957 begann unweit davon der Bau eines geheimen Stützpunkts unter dem Namen Project Iceworm. Der Plan sah ein großes militärisches Arsenal mit Atomraketen vor, die auf die Sowjetunion gerichtet werden sollten. Nach sechs Jahren Bauzeit stellte man allerdings fest, dass der eisige Untergrund zu sehr in Bewegung war und der Ort wurde aufgegeben. Der Schutt einschließlich der nuklearen radioaktiven Abfälle des nahen Kraftwerks wurde anschließend im unterirdischen Stollensystem vergraben. Gut zehn Jahre später stürzte 12 Kilometer von der Basis entfernt ein B-52- Flugzeug über dem Eis ab, das vier Wasserstoffbomben mit sich trug. Obwohl die nuklearen Sprengköpfe nicht zündeten, verteilte sich das radioaktive Material gleichwohl im Eis.

Project Iceworm ist eine von Anastasia Mityukova zusammengetragene Sammlung anonymer Archivbilder, die sie im Rahmen ihrer Recherche aus unterschiedlichen Quellen kondensiert hat. Diese werden in Bezug gesetzt zu privaten Fotografien von vor Ort lebenden Inuit, die von der Künstlerin 2018 über soziale Netzwerke gesammelt wurden.

Anastasia Mityukova (*1992 in Usbekistan) schloss 2018 ihr Bachelorstudium der Fotografie an der École cantonale d´art de Lausanne ab. Für ihr gleichnamiges Buchprojekt wurde sie im selben Jahr für den UNSEEN Dummy-Award in Amsterdam sowie als Finalistin des Photoforum Pasquart Preises in Biel nominiert. Zurzeit ist sie Stipendiatin der Landskrona Residency in Schweden. Sie lebt in Genf/CH.

Das Format 6 ½ Wochen basiert auf kurzfristiger Planung und stellt unkompliziert und spontan sechs Mal im Jahr für 45 Tage Arbeiten und Positionen junger Künstler_innen vor. Der Ausstellungsraum liegt zentral im Foyer des Museum Folkwang.
Das Format 6 ½ Wochen basiert auf kurzfristiger Planung und stellt unkompliziert und spontan sechs
Mal im Jahr für 45 Tage Arbeiten und Positionen junger Künstler_innen vor. Der Ausstellungsraum liegt
zentral im Foyer des Museum Folkwang.

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
www.museum-folkwang.de

Presse




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