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polymorph pervers. Die Nachtseiten der Liebe - ACC Galerie Weimar (22.8. - 9.10.05)


Eingabedatum: 12.08.2005



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Eine Ausstellung im Rahmen von "pèlerinages" Kunstfest Weimar

Michael Farin, Kurator (München)

Eine Ausstellung über das Phantasma des Begehrens
„Komm doch auch, sagte sie mit müder Stimme, komm doch mit in die rote Nacht!“
Marie Madeleine, Der süße Rausch

Es gibt ohne Zweifel im Leben eines Menschen, heißt es irgendwo in Michel Tourniers „Erlkönig“, nichts Erregenderes als die zufällige Entdeckung der Perversion, die in einem steckt und der man verfallen muß. In diesem Moment nämlich wird ein Märchen Wirklichkeit, verborgene Räume tun sich auf, Dornenhecken, Schlünde, Schluchten.
Ja, das Begehren geht oft seltsame Wege. Zumeist führen sie in künstliche Welten, entspricht die Wirklichkeit doch nur selten dem Wunsch.
Oft sind es Kopfgeburten, monströse Weiterungen des körperlich Leistbaren, aufregende, jede Realität sprengende Phantasien, Manifestationen wildester sich in und um sich selbst drehender Obsessionen.
Nein, in der Welt der Erotik ist nichts, aber auch gar nichts selbstverständlich. Vor allem ist nichts in ihr unmöglich: ob sanfteste Zärtlichkeit, aufwühlendste Leidenschaft, raffinierteste Liebestechnik – das Begehren der Menschen kennt keine Grenzen.


Im übrigen, der uneingestanden Perverse (man möge sich nicht täuschen, er ist sehr verbreitet), der uneingestanden Perverse also, er liebt es nicht, mit seinen sexuellen Obsessionen konfrontiert zu werden. Er verfolgt sie, am liebsten bei anderen, mit seinem Haß, verlangt für sie fanatisch nach einem Deckmantel.
Ins Dunkel will er sie verbannt wissen, diese Schattenseiten seines Daseins. Und wünscht sie sich, verirrt, in die langen Korridore der Wissenschaft, von Moral umstellt. Oder zumindest als Reportage verkleidet, gewinnbringend vermarktet, mißbraucht.


So leicht aber läßt sich das Begehren nicht maßregeln, bewegt es sich doch beständig, zwischen sogenannter Erfüllung und dem maßlosen Exzeß der Phantasie, heimtückisch, ohne Ruhe. Und wenn es auch vergebens nach Verwirklichung sucht, ab und zu scheint es auf, in der Kunst – als Widerschein.
Und überall sind Spiegel aufgestellt. In ungeahnter Weise vervielfachen sie unsere Sehnsüchte, Lüste – gewähren Einblicke in die Geheimnisse der Liebe.
In den Spiegeln erwachen aber auch die Nachtseiten der Liebe zum Leben und Traumgesichte werden Realität.
Bücher sind solche Spiegel, aber auch Zeichnungen, Radierungen, Kupferstiche, Gemälde, sowie Skulpturen, Filme, Performances und, nicht zuletzt, Musik. Ihre Verfasser, Erschaffer, Produzenten führen uns immer wieder aufs neue an außergewöhnliche Schauplätze, machen uns zu Zeugen von Wollust und lassen uns erleben, was wir kaum zu träumen wagen.

In Zusammenarbeit mit der ACC Galerie Weimar

Abbildung:
Will Cotton, Give my Flanpond, 2003, Öl auf Leinwand, Galerie Daniel Templon, Paris
Ina Lambert nach P.P. Rubens nach Michelangelo, Leda und der Schwan, 1997, Öl auf Leinwand, Sammlung Téobald, München
Sandro Porcu, Das Bett, 2004

Öffnungszeiten: Mo–So 12–20 Uhr, Sa bis 22 Uhr
Führungen Sa 18 Uhr, So 15 Uhr, Anmeldung unter 03643-811410

Adresse: ACC Galerie Weimar, Burgplatz 1+2, 99423 Weimar
acc-weimar.de


kunstfest-weimar.de




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