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Benjamin Moravec - The Day We Lost the Daylight

13. Mai bis 28. Juni 2020 | kunst galerie fürth
Eingabedatum: 13.05.2020

bilder

Auf Grund der Beschränkungen des öffentlichen Lebens wird keine Vernissage stattfinden. Es dürfen zur gleichen Zeit immer nur 8 Besucher*innen den Raum betreten. Wir bitten, unbedingt das Abstandsgebot einzuhalten, das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes wird empfohlen.

Benjamin Moravec erschafft inhaltlich wie emotional extrem aufgeladene Bilder-Bühnenräume mit den von ihm meisterhaft beherrschten tradierten malerischen Mitteln: Komplexe figürlich-gegenständliche Szenen mit latenter Düsternis, wie sie heute eher in computergenerierten Composings zu erwarten sind.

Benjamin Moravec wurde 1977 in Thiais in Frankreich geboren. Er studierte von 1998 bis 2001 an der École Nationale Supérieure des Beaux-arts in Lyon/F und erwarb das Diplom National D’arts Plastiques. In die Metropolregion Nürnberg kam Benjamin Moravec aus purem Zufall: Eine Fortführung des Studiums als Meisterschüler war ihm in Lyon verwehrt, weil die dortige Akademie die Malerei zugunsten von Video/Film komplett aus dem Lehrkanon strich. In dieser misslichen Situation kam Moravec ein Austauschprogramm des Deutsch-Französischen-Jugendwerks zustatten für die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Vor Ort wurde er in die damalige Klasse Grützke aufgenommen, die später von Ralph Fleck übernommen wurde, der Moravec zu seinem künstlerischen Assistenten machte. Moravec gründete eine Familie und lebt und arbeitet seit 2008 als freischaffender Maler in Nürnberg.

Benjamin Moravec kann gleichermaßen als bekannter wie als unbekannter Künstler gesehen werden. In der Metropolregion hatte er bisher lediglich vor Jahren eine Beteiligung an einer Ausstellung der Kunsthalle Nürnberg sowie eine Schau mit einem halben Dutzend Bildern in der längst geschlossenen Galerie Sturm. Auf der anderen Seite war er gute 15 Jahre exklusiv unter Vertrag bei der großen belgischen DEWEER GALLERY. Diese Galerie zeigte ihn in großen Einzelausstellungen und vermittelte seine Bilder in bedeutende Privatsammlungen. Die kunst galerie fürth hat also das Vergnügen, die erste bedeutende Soloshow eines quasi unbekannten, aber etablierten Malers zu zeigen. Sein Vermögen im Hinblick auf Hell-Dunkel-Kontraste ist dem der Caravaggisten vergleichbar.

Der Titel der Ausstellung (ein gleichnamiges Bild aus dem Jahr 2019 existiert ebenfalls) nimmt Bezug auf das Höhlengleichnis von Platon. Dieses Gleichnis gehört zu den nie auserzählten Sprachbildern über die Situation des Menschen und analysiert gleichsam die Bildung oder Unbildung der menschlichen Seele. Die Ausgangssituation Platons ist die, dass wir Menschen in einer dunklen Höhle bewegungsunfähig gefangen sind und lediglich Schatten von Figuren und Gegenständen an einer Höhlenwand sehen, die wir zwangsläufig für die Wirklichkeit halten müssen. Wenn aber einer befreit würde und die Höhle verlassen könnte, würde er, der zurückkehrt, um seine Gefährten zu befreien, von ihnen verspottet, wenn er von „echten“ Realität draußen vor der Höhle berichtet.

Die virtuos altmeisterlich und dennoch locker gemalten Bilder Moravecs sind zumeist nach dem Matroschka-Prinzip der Puppe in der Puppe konzipiert. Wir sehen also Bilder im Bild, diverse Realitäten, netzartige Bild-Texturen mit Bezügen zu Politik, Literatur, Philosophie, Medien- und Kunstgeschichte. Es scheint, als würde ein Barockmaler sich mit der gebündelten Seherfahrung digitaler Bildwelten auf der Leinwand austoben. Moravec, der seine Entwürfe mit einem 3D-Renderingprogramm plant, stellt Fragen danach, wie wir uns ein Bild von der Welt verschaffen? Wie sich dieser Prozess im Jetzt verändert – und wie künftig in einer post-humanen Welt, einer Welt einer neuen Evolutionsstufe, in der künstliche Intelligenz einen transhumanen Menschentypus geschaffen hat?

kunst galerie fürth
Königsplatz 1,
90762 Fürth
www.fuerth.de

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag: 13-18 Uhr, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr,
Montag und Dienstag geschlossen.

Presse




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