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Matthew Barney - Museum Ludwig Köln


Eingabedatum: 29.06.2002

bilder

Museum Ludwig Köln
Matthew Barney: The Cremaster Cycle
6. Juni bis 1. September 2002

Matthew Barney (* 1967) hat sich seit Beginn der 90´er Jahre als multimedialer Künstler in der internationalen Kunstszene durchgesetzt. Das Museum Ludwig zeigt die erste umfassende Ausstellung zum Zyklus seiner Cremaster Filme in Deutschland.
So sind nicht nur alle fünf Teile der Cremaster Reihe in der Cinemathek des Museums zu sehen, sondern Matthew Barney wird mit zahlreichen Skulpturen, Installationen, Photographien und Zeichnungen als bildender Künstler präsentiert.

Barney begann 1994 mit dem 5- teiligen Zyklus. Allein durch die Nummerierung widerspricht er dem Prinzip der Serie: Cremaster 4 entstand 1994, gefolgt von Cremaster 1 1995, 1997 Teil 5, 1999 Teil 2 und schließlich 2002 der vorerst letzte Teil mit der Nummer 3.

Cremaster ist der medizinische Begriff für den Muskel, der den Hoden den jeweiligen Temperaturen entsprechend anhebt oder absenkt. Der Titel des Zyklus steht somit als Bild für den Konflikt mit der Willenskraft, die den Muskel nicht kontrollieren kann.

Barneys Cremaster Zyklus stellt ein kompliziertes, in sich geschlossenes System dar. Die Filme sowie seine Skulpturen thematisieren den menschlichen Körper, Sagen und Mythen und sind immer wieder geprägt von legendären Figuren wie dem amerikanischen Footballstar Jim Otto, dem Entfesselungskünstler Harry Houdini oder dem Doppelmörder Gary Gilmore.
Er erfindet phantastische, surreal anmutende Bildwelten, die kaleidoskopartig Themen aus Sport, Medizin, Biologie, Sexualität, Geschichte und Mythologie verbinden.

In der Ausstellung geht es vor allem darum, den engen Zusammenhang des Filmemachers Barney und des bildenden Künstlers Barney evident zu machen. Diese Verbindung wird optisch schon durch einen entsprechenden Bodenbelag
( Astroturf, wie er auch in Sportstadien verwendet wird ) verdeutlicht, der den Kinosaal mit den Ausstellungsräumen verbindet.
Skulpturen und Environments aus den Filmen sind oft aus ungewöhnlichen, sinnlichen und symbolträchtigen Materialien wie Wachs, Vaseline, Salz und aus verschiedenen Kunststoffen gefertigt. So beeindruckt beispielsweise der aus Vaseline geformte Nachbau einer berühmten Bar aus dem Chrysler Building, die zur Formerhaltung einer ständigen Kühlung bedarf.

Die von Nancy Spector kuratierte Ausstellung wandert nach ihrer Premiere in Köln ins Musée d´Art Moderne de la ville de Paris
(10. Oktober 2002 – 5. Januar 2003) und schließlich ins Solomon R. Guggenheim Museum New York ( 13. Februar – 11. Mai 2003).
Der Katalog ( deutsch / englisch, 523 Seiten, 49 Euro) ist im Hatje Cantz Verlag erschienen.


Am 1. Juli um 22.25 Uhr sendet 3sat " Der Körper als Matrix. Matthew Barneys Cremaster- Zyklus", einen Film von Maria Tappeiner ( Erstsendung; Zweikanalton deutsch / englisch; ca. 45 Min.).

Adresse: Museum Ludwig
Bischofsgartenstr.1
50667 Köln

Tel.: +49-221-22126165
Fax.: +49-221-22124114
museum-ludwig.de

Öffnungszeiten:
Di. 10 –20 Uhr, Mi. -Fr. 10 –18 Uhr, Sa. & So. 11 –18 Uhr



Foto: Copyright Matthew Barney Courtesy Barbara Gladstone
C2 Cowboys (Cremaster 2), Photo Chris Winget, 1999

jk
Daten zu Matthew Barney:


- *1967 San Francisco, USA Studium Yale University, New Haven / Connecticut

- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- Das achte Feld, Köln

- documenta 9, 1992

- fast forward2 - ZKM, Karlsruhe

- Frieze LA 2019

- Frieze LA 2019

- Lyon Biennale 2013

- MoMA Collection

- Moscow Biennial 2017

- Preistraeger 1996, Hugo Boss Prize

- Preistraeger Goslarer Kaiserring

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Sadie Coles HQ - Gallery

- Sammlung DZ Bank, Frankfurt

- Solomon R. Guggenheim Collection

- Tate Post War Collection ,London
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