Bridget Riley erhält den 12. Rubenspreis


Eingabedatum: 18.01.2011


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Die Malerin Bridget Riley (* 1931 in London) erhält den mit 5.200 EUR dotierten Rubenspreis der Stadt Siegen. Bridget Riley, die eine der profiliertesten Vertreterinnen der Op-Art ist, erhielt bereits 2003 den Praemium Imperiale sowie den Goslarer Kaiserring. Ihre Arbeiten waren u.a. mehrmals auf der Documenta in Kassel zu sehen sowie der Biennale in Venedig.

In der Juybegründung heißt es: "Die englische Malerin Bridget Riley (geb. 1931) hat (...) eine Form der Malerei entwickelt, mit der sie in kürzester Zeit als Vertreterin der so genannten Op Art weltberühmt wurde. Eine grundsätzliche Erweiterung ihres künstlerischen Konzeptes ergab sich zu Beginn der 1980er Jahre durch die Einbeziehung einer neuen koloristischen Komponente. Sie begann sich mit der jeweils charakteristischen Farbigkeit kunsthistorischer Vorbilder auseinander zu setzen. (...) In der Folge entwickelten sich (...) immer komplexere Bildstrukturen unter Einbeziehung einer Farbigkeit, die weit über die traditionelle konkrete Malerei hinausgeht und alle Bereiche des visuellen Erlebnisses zwischen Natur und Kultur umfasst. Der Künstlerin geht es dabei um eine Verbindung der europäischen Tradition konkreter Malerei mit ihrem Anspruch auf Autonomie und Systematik, mit der gesamten abendländischen Malereitradition der Koloristik."

Im Sommer 2012 wird die Preisverleihung im Rahmen einer Festsitzung des Rates der Stadt Siegen vollzogen. Anschließend wird die Preisträgerausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen eröffnet.

Jury: Dr. Marion Ackermann, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Dr. Lucius Grisebach, ehemaliger Direktor des Neuen Museums Nürnberg, Dr. Hanno Rauterberg, Kunstkritiker der Zeit, Antje Majewski, Künstlerin, Berlin, und Dr. Matthias Winzen, Professor für Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Dr. Eva Schmidt, Direktorin des Museums für Gegenwartskunst Siegen, moderierte die Sitzung.

Bisherige Preisträger waren: Hans Hartung (1957/1958), Giorgio Morandi (1962), Francis Bacon (1967), Antoni Tápies (1972), Fritz Winter (1977), Emil Schumacher (1982), Cy Twombly (1987), Rupprecht Geiger (1992), Lucian Freud (1997), Maria Lassnig (2002) und Sigmar Polke (2007)

Abbildung: Porträtfoto Bridget Riley. © Bridget Riley

mgk-siegen.de











Daten zu Bridget Riley:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art cologne 2015

- art cologne 2015

- daad Stipendiat

- Daimler Art Collection

- Das imaginäre Museum, 2016

- Galerie Max Hetzler

- MoMA Collection

- Pace - Gallery

- Preistraeger Goslarer Kaiserring

- Preistraeger Praemium Imperiale Painting

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Tate Post War Collection ,London

- Timothy Taylor Gallery

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OP ART - Schirn Kunsthalle Frankfurt (17.2. - 20.5.07)


Zu Beginn der 1960er Jahre entsteht mit Op Art und Kinetik eine Kunst mit starkem Interesse am Objektiven und dem wissenschaftlichen Experiment. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen des Lichts und der Optik verschreibt sich eine ganze Generation der Untersuchung visueller Phänomene und Wahrnehmungsprinzipien. Die Täuschungsmöglichkeiten des Auges auslotend, setzen Künstler wie Victor Vasarely, Bridget Riley, François Morellet, Julio Le Parc oder Gianni Colombo auf die gezielte Irritation. Mit großformatigen Bildern, Objekten und Environments bringen sie aber nicht nur das Auge des Betrachters in Bewegung. Sie lassen den Besucher in Farbe versinken, im Spiegel ins Unendliche stürzen oder bieten ihm poetische Lichtspiele. Die Interaktion zwischen Werk und Betrachter gipfelt in Installationen, die letztlich nicht nur physikalische Wirkungen in Form von Nachbildern, Farbvibrationen oder dem Flimmern von Licht entfalten, sondern auf das gesamte Bewusstsein wirken.
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Max Hollein, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt: "Die starke Verschränkung von Kunstschaffen und Wissenschaftserkenntnis ist nur eines der essentiellen Themen der Moderne, das in den Kanon der jüngeren und jüngsten Kunst eingeflossen ist und bereits von der Op Art formuliert wurde. Vielfach sind Errungenschaften wie diese anderen Strömungen zugewiesen worden, und häufig ist in Vergessenheit geraten, dass die Op Art eine revolutionäre Kunst in einer revolutionären Zeit war.
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Die Op Art spielt mit den sensorischen Voraussetzungen des Betrachters. Sie ist eine Kunst, die das Auge gezielt überlastet. Aus dieser Überforderung des menschlichen Sehorgans entstehen Effekte wie Kontrastwirkung, Überstrahlung, Nachbild, das Gefühl räumlicher Bewegung, simultane Farbwirkungen, die aus einem Schwarzweißbild ein farbiges machen, wobei die Farbe gänzlich in der Wahrnehmung des Betrachters erzeugt wird. Die Strategien der Op Art verhindern eine Adaptierung des Auges und schalten sich zwischen das Sehen und das Verstehen. Die Op Art lässt uns Dinge sehen, die gar nicht da sind, und leistet auf diese Weise "Bewusstseinskritik". In einem sich selten stabilisierenden, prozesshaften Sehen, das nie vollkommen sein kann, entfaltet sich die Idee, dass das reine Sehen eine Illusion bleiben muss. Von "optischen Effekten" zu sprechen, vermag das Phänomen nur am Rande zu beschreiben. Es geht um die Erfahrung der Grenzen der Wahrnehmung, die weit über das Sehen hinausgeht, um Erfahrungen des sensuellen wie psychischen Apparates, die den Körper ebenso erfassen wie sie auf eine rezeptive Einbeziehung auf intellektueller Ebene zielen.
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Die Ausstellung "Op Art" präsentiert in einem großen Überblick die wichtigsten Positionen der Strömung. Dabei nimmt sie keine Trennung zwischen zweidimensionalen Bildern und dreidimensionalen Objekten vor. Zentral in der Argumentation, die für eine gemeinsame Betrachtung von Kinetischer Kunst und Op Art plädiert, ist die Beobachtung, dass sich diese Kunst nicht fixieren lässt. Nur in der Zusammenschau der unterschiedlichen Medien entfaltet sich das raumgreifende Konzept einer Malerei, die nach dem Ambiente greift und erst im Raum zwischen dem Bild und dem Betrachter entsteht. Op Art und Kinetik interessieren sich für die Idee des wirkenden "Bildes", das die mechanische mit der virtuellen Bewegung vereint und weniger auf die Existenz der Form oder des Materials fokussiert ist. Dabei überlagern sich unterschiedliche Aspekte: die mechanische, tatsächliche Bewegung, die optische Bewegung durch eine Standortveränderung des Betrachters, Bewegungserscheinungen durch Wahrnehmungseffekte wie das Flimmern zwischen den Linien und schließlich die perzeptuelle Bewegung durch Umkehrerscheinungen im Bild. Zudem gestalten sich die Übergänge zwischen diesen Bereichen fließend. Häufig ist die Hybridität der Bewegungsform bereits im materialen Charakter von dreidimensionalen Bildobjekten gegeben, wie Jesús Rafael Sotos "Vibrationsstrukturen" oder Yaacov Agams "Tableaus transformables", verwandelbare Bilder, die der Betrachter mit seinen Händen umbauen soll.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die großen Bildformate und umfassende Rauminstallationen, ist doch in Arbeiten, die auf die Integration des Betrachters zielen, die Bildwirkung in hohem Maße von der Größe abhängig. Deren hypnotische Effekte, ihr Pulsieren steigert sich in Dimensionen, die große Teile des Sichtfeldes des Betrachters einzunehmen vermögen. Bridget Riley, Richard Anuszkiewicz oder François Morellet lassen ihre künstlerischen Mittel in diesem Sinne kulminieren. Die Grüße des Formats, die einer Eroberung des gesamten optischen Feldes des Betrachters gleichkommt, wird auf diese Weise bisweilen zu einer Strategie der Überwältigung (perzeptiver Zwang). Mit großformatigen Bildern, in Environments und Installationen versetzen die Künstler der Op Art nicht nur das Auge des Betrachters in Bewegung. Die Interaktion zwischen Werk und Betrachter - ein zentraler Topos der zeitgenössischen Kunst - gipfelt in Installationen, die den ganzen Körper erfassen und letztlich eine nicht nur physikalische Wirkung in Form von unerwarteten Nachbildern, Farbvibrationen oder dem Flimmern von Licht entfalten. Hintergrund dieser Wahl ist die spezifische Interaktion zwischen Bild und Betrachter, mit der die Op Art einen wichtigen Ansatz einer neuen Ästhetik generiert hat. Ein Denken in Räumen ersetzt das Denken in Objekten.
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KÜNSTLERLISTE: Yaacov Agam, Getulio Alviani, Giovanni Anceschi, Richard Anuszkiewicz, Marina Apollonio, Alberto Biasi, Hartmut Böhm, Davide Boriani, Martha Boto, Pol Bury, Gianni Colombo, Toni Costa, Franco Costalonga, Carlos Cruz-Diez, Bill Culbert, Dadamaino, Hugo Demarco, Gabriele De Vecchi, Milan Dobeš, Günter Dohr, Angel Duarte, Günter Fruhtrunk, Horacio Garcia Rossi, Hermann Goepfert, Gerhard von Graevenitz, Franco Grignani, Gruppo MID, Gruppo N, Edoardo Landi, Wolfgang Ludwig, Adolf Luther, Heinz Mack, Enzo Mari, Almir Mavignier, Christian Megert, François Morellet, Julio Le Parc, Helga Philipp, Otto Piene, Bridget Riley, Paolo Scheggi, Nicolas Schüffer, Francisco Sobrino, Jesús Rafael Soto, Joël Stein, Zdenek Sýkora, Luis Tomasello, Gregorio Vardanega, Grazia Varisco, Victor Vasarely, Ludwig Wilding, Yvaral, Walter Zehringer. (Presse / Schirn)

Abbildung: Marina Apollonio, DYNAMIQUE CORDULAIRE 6S / DYNAMISCHE KREISBEWEGUNG 6S, 1966

ÖFFNUNGSZEITEN: Di., Fr.-So. 10-19 Uhr, Mi. und Do. 10-22 Uhr.

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Römerberg
D-60311 Frankfurt
Telefon: (+49-69) 29 98 82-0
schirn.de

KONKRET - Kunstmuseum Stuttgart (3.10.09-10.1.10)


Die Ausstellung KONKRET umfasst Werke aus der Sammlung Heinz und Anette Teufel. Der 2007 verstorbene Galerist und Sammler Heinz Teufel zählte zu den großen Förderern der Konkreten Kunst in Deutschland.
Seit der Eröffnung seiner ersten Galerie im Jahr 1966 in Koblenz bis zu seiner Berliner Zeit 1998 verfolgte Teufel konsequent sein geradliniges Galerieprofil unabhängig von den wechselnden Moden des Kunstbetriebs.
Die während seiner Galerietätigkeit zusammengetragene Sammlung Konkreter Kunst besteht aus rund 200 Gemälden, zahlreichen Skulpturen und einem umfangreichem Grafikbestand von 46 internationalen Künstlern. Zu den Künstler zählen u.a. Manfred Mohr, Aurélie Nemours, Zdenek Sykora, Antonio Calderara, Max Bill, Bridget Riley oder Richard Paul Lohse. Seit 2004 befindet sich die Sammlung als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Stuttgart. Anlässlich der ersten umfangreichen Sammlungspräsentation erscheint ein vollständiger Bestandskatalog der Sammlung Heinz und Anette Teufel im Hatje Cantz Verlag.

Abbildung: Manfred Mohr, P-196-R, 1977/1987, Acryl auf Leinwand, Sammlung Heinz und Anette Teufel, copyright Manfred Mohr, Foto: Kunstmuseum Stuttgart, Axel Koch

Öffnungszeiten: Di, Do bis So: 10 - 18 Uhr, Mi und Fr: 10 - 21 Uhr, Mo: geschlossen

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart
Telefon: +49 (0) 711 – 216 21 88
kunstmuseum-stuttgart.de