Kunstpreis der Sachsen Bank 2014 geht an Margret Hoppe

Erinnerungszeichen


Eingabedatum: 02.05.2014

bilder

Der seit 2002 zweijährig vergebene und mit 30.000 Euro dotierte Kunstpreis der Sachsen Bank geht in diesem Jahr an die Leipziger Fotografin Margret Hoppe. Mit dem Preisgeld wird eine Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig, ein Katalog und der Ankauf einer künstlerischen Arbeit für das Museum realisiert. Ende April hat die Jury für den Kunstpreis der Sachsen Bank 2014 getagt und sich unter 86 Einreichungen für Margret Hoppe entschieden.

Der Jury gehörten an:
Prof. Liz Bachhuber, Bauhaus-Universität Weimar
Prof. Martin Honert, Hochschule für Bildende Künste Dresden
Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin Staatsgalerie Stuttgart
Dr. Hans-Werner Schmidt, Direktor Museum der bildenden Künste Leipzig

Biografisches:

Die Fotografin Margret Hoppe (*1981 Greiz/Thüringen) hat 2009 ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Christoph Muller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) beendet. In den letzten Jahren beschäftigte sie sich in ihren fotografischen Serien intensiv mit Bauwerken, die durch den historischen Wandel ihre ursprüngliche Funktionalität eingebüßt haben und heute als Erinnerungszeichen größtenteils unbeachtet im öffentlichen Raum stehen. Margret Hoppes Arbeiten weisen hierbei durch die Wahl der Perspektive und die Betonung von Material-, Farb- und Formkontrasten eine künstlerische Ästhetik auf, die dem Betrachter neue Lesarten der fotografierten Monumente eröffnet.

Bisherige Preisträger waren: Tilo Baumgärtel (2002), Ricarda Roggan (2004), Julia Schmidt (2006), Henriette Grahnert (2008), FAMED (2010), Franziska Holstein (2012)

Die Preisträger-Ausstellung von Margret Hoppe ist vom 6. Dezember 2014 bis Mitte Februar 2015 im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen. Die Preisverleihung durch Oliver Fern, Vorstand der Sachsen Bank, findet am 5. Dezember 2014 im Rahmen der Festtage zum 10-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Neubaus des Museums der bildenden Künste Leipzig statt.

PREISVERLEIHUNG/AUSSTELLUNG

Preisverleihung/Ausstellungseröffnung:
Freitag, 5. Dezember 2014, 18 Uhr

INFORMATIONEN
kunstpreis.sachsenbank.de
margrethoppe.com

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstr. 10
04109 Leipzig
mdbk.de

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Daten zu Margret Hoppe:


- PLAT(T)FORM Fotomuseum Winterthur

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RASTER : BETON


Vom 17. Juni bis 31. Juli 2016 findet das interdisziplinäre Festival RASTER : BETON erstmalig in Leipzig statt. Ein Programm, bestehend aus Ausstellung, Symposium und Kunstprojekten im öffentlichen Raum, lädt alle Interessierten ein, Großwohnsiedlungen zu erkunden, zu hinterfragen und neu zu entdecken.

Ein Golfclub zwischen Plattenbauten? Ein fahrbares Kino, das Hochhäuser auf den Kopf stellt? Eine kunstvolle Wachsfassade inmitten belebter Wohneinheiten? – Nur ein kleiner Vorgeschmack jener Projekte, die im Rahmen des interdisziplinären Festivals RASTER : BETON realisiert werden. Ausgerichtet vom D21 Kunstraum Leipzig e. V., betrachtet das Festival Großwohnsiedlungen aus der Perspektive zeitgenössischer Kunst. Ort des Geschehens ist die Plattenbausiedlung Leipzig-Grünau, die neben Berlin-Marzahn zur größten in der ehemaligen DDR zählte und noch heute die größte Plattenbausiedlung Sachsens darstellt.

Den Auftakt von RASTER : BETON bildet die Eröffnung der Ausstellung im D21 Kunstraum, Demmeringstraße 21, 04177 Leipzig / Lindenau, am 16. Juni um 19 Uhr. Französische und deutsche Künstler_innen setzen sich mit dem Erbe der Moderne auseinander: Das urbane Narrativ einer Architektur für die Massen und die individuelle, persönliche Geschichte ihrer Bewohner_innen stellt Laurent Kronental (F) einander gegenüber – die Architektur der Grands Ensembles wird zum monumentalen Panorama in mystischer Atmosphäre. Halle-Silberhöhe ist

Schauplatz einer Erkundungstour und realer Gegenstand der Aneignung durch die Praxis des Wohnens bei Ginan Seidlund Ray Peter Maletzki (D). Margret Hoppe (D) abstrahiert das Äußere von Le Corbusiers Wohnmaschinen in Berlin und Marseille und fokussiert den Eigenwert ihrer Farbigkeit und Materialität. Andrea Pichls (D) Installation zu Leipzig-Grünau zeigt materielle Qualitäten und Risse im architektonischen Gefüge auf. Und Anne-Valérie Gasc (F) dokumentiert die Zerstörung französischer Wohntürme und inszeniert die Gewalt gegenüber Architektur in einer beinahe kindlichen Euphorie. Hinter allem stehen die Fragen nach der sich in jener Architektur manifestierenden Utopie und ihrer Realitätstauglichkeit im Heute; den Ursprüngen einer internationalen Moderne und der heutigen Perspektive auf sie.

Ab Anfang Mai leben und arbeiten fünf Künstler_innen und Künstlergruppen für 1 ½ Monate in der sogenannten Werkstatt Grünau, um ihre Projekte gemeinsam mit den Leipziger_innen direkt vor Ort umzusetzen. Bruit du Frigo (F), eine Gruppe von Künstlern aus Frankreich, ist bekannt für temporäre Bauten, die speziell für den jeweiligen Ort entworfen und gebaut werden. Für RASTER : BETON errichten sie ein mobiles Mini-Kino nach den Prinzipien der Camera Obscura, in dem man ein Live-Kino-Erlebnis zu zweit erfährt – eine neue Perspektive auf scheinbar bekannte Orte. Die Berliner Architektengruppe zukunftsgeraeusche (D) geht, ausgehend von Beobachtungen der Bewohner_innen in chinesischen Großwohnsiedlungen, der Frage nach, ob Tanzen im öffentlichen Raum auch hier eine mögliche Ausdrucksform ist. Die Künstlerin Folke Köbberling (D) entwickelt zusammen mit Bewohner_innen eine zeitgenössische Interpretation einer Plattenbaufassade mit orientalischer Ornamentik in Wachs. Julischka Stengele (D) setzt gemeinsam mit Grünauer_innen performative Stadtspaziergänge um und geht der Frage nach, welche Orte in Grünau sehenswürdig sind. Und Daniel Theiler (D) schließlich gründet zwischen Plattenbau und Allee-Center den „Grünau Golf Ressort“, einen Golfclub nur für Anwohner_innen, und verknüpft dies mit einer Recherche zum Golfsport in der DDR.

Während eines Symposiums am 24. und 25. Juni widmen sich Referent_innen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und England, ausgehend vom lokalen Beispiel Grünau, den Entwicklungsperspektiven großer Wohnsiedlungen im internationalen Vergleich, der Ästhetik von Plattenbauarchitektur, Auf- und Abwertung großer Wohnsiedlungen sowie den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischen Handelns in einer spezifischen architektonischen Umgebung. Neben wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen können am 24. Juni, zum Auftakt des Symposiums, gemeinsam die Ergebnisse der Werkstatt Grünau mit den Künstler_innen und beteiligten Anwohner_innen in Touren erkundet werden. Neben weiteren werden vortragen: Wolfgang Kil (Publizist und Architekturkritiker, Berlin); Ines Weizman (Juniorprofessorin für Architekturtheorie, Bauhaus-Universität Weimar); Simone Hain (Professorin für Stadt und Baugeschichte, Universität Graz); Annie Fourcaut (Professorin, histoire contemporaine, L'Université Paris 1); Dieter Hassenpflug (Professor, Universität Duisburg-Essen/Bauhaus-Universität Weimar); Stefan Rettich(Professor für Städtebau, Universität Kassel/ KARO* architekten); David Crowley (Kurator, Professor for Critical Writing, Royal College of Art, London) und Patrick Primavesi (Professor der Theaterwissenschaft, Universität Leipzig).

D21 Kunstraum Leipzig e.V.
raster-beton.de |

Margret Hoppe und Inga Kerber - Rot, Gelb, Blau, Grün


Rot, Gelb und Blau sind die Grundfarben, die in der Architektur von Le Corbusier als baubildende Elemente auftauchen. Ebenso stehen Rot, Gelb und Blau als Parameter für die Farbfotografie und den Bilderdruck. Grün ergibt sich beim Mischen der Farben Gelb und Blau. Man assoziiert damit ganz klassisch Landschaft und Natur. Margret Hoppe (*1981 in Greiz) zeigt in ihrer Serie "Aprés une Architecture" Le Corbusiers Bauten der klassischen Moderne in Indien und Frankreich. Inga Kerber (*1982 in Berlin) wird aus ihrem Archiv der Kategorie Pflanzen ("Cliché of a Plant") Drucke ausstellen, die den Reproduktionsprozess der Farbfotografie konterkarieren und neu interpretieren.

Nach der erfolgreichen Ausstellung mit Fotoarbeiten des Leipziger Künstlers Adrian Sauer setzen wir unsere Reihe "Out of Leipzig" fort mit zwei weiteren aktuellen Positionen zur Fotografie aus Leipzig. Beide Künstlerinnen studierten an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, einem internationalen Ausbildungsschwerpunkt für zeitgenössische Fotokunst.

Die Ausstellung wird u.a. gefördert vom Kulturraum Vogtland-Zwickau und der Stadt Zwickau.

Inga Kerber
lebt und arbeitet in Leipzig

2002 – 2004 Fotografieschule am Schiffbauerdamm, Berlin (FAS)
2004 – 2011 Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, u.a. bei Prof. Beate Gütschow & Eiko Grimberg
2007 – 2008 École Nationale Supérieur des Beaux-Arts de Lyon, Frankreich
2011 Diplom in Bildender Kunst – Fachbereich Fotografie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig


Margret Hoppe
lebt und arbeitet in Leipzig

1999 – 2000 Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig
2000-2007 Studium in der Klasse von Prof. Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
2005 – 2006 Studium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris bei Jean-Marc Bustamante und Christian Boltanski
2007 Diplom Bildende Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
2007 – 2009 Meisterschülerin bei Prof. Timm Rautert und Prof. Christopher Muller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
seit 2011 Promotionsstudium an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach bei Prof. Martin Liebscher und Prof. Dr. Marc Ries
2012-2013 Freie Mitarbeiterin als Projektmanagerin an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach

FAK - Freunde Aktueller Kunst e.V
Ausstellungen: Hölderlinstraße 4, D-08056 Zwickau
freunde-aktueller-kunst.de