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B3 Biennale

Huang Yong Ping erhält den Wolfgang Hahn-Preis 2016


Eingabedatum: 04.12.2015

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Zum 22. Mal in jährlicher Folge verleiht die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig den Wolfgang-Hahn-Preis. In 2016 wird der 1954 in China geborene, seit 1989 in Paris lebende Künstler Huang Yong Ping ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die Gesellschaft für Moderne Kunst das konsequente künstlerische Schaffen des Ausgezeichneten. Sie wird ein Schlüsselwerk zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig erwerben. Dieser Ankauf wird begleitet von einer Präsentation im Museum Ludwig und einer Publikation.

Die Auswahl des Preisträgers 2016 fand unter der Mitwirkung von Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig, und des diesjährigen Gastjurors Doryun Chong, Chief Curator am M+ Hong Kong, statt. Weitere Mitwirkende in der Jury waren die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst: Kurt von Storch (Vorstandsvorsitzender), Gabriele Bierbaum, Sabine DuMont Schütte, Jörg Engels und Robert Müller-Grünow.
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Über Huang Yong Ping
Mit Huang Yong Ping erhält einer der wichtigsten Vertreter der chinesischen Avantgarde den Wolfgang-Hahn-Preis. Seine Arbeiten enthalten subtile Querverweise zwischen konzeptueller, westlich geprägter und traditioneller fernöstlicher Kultur. Sie verbinden Ironie und Humor, Politisches und Spirituelles. Die Intention seiner häufig großformatigen, skulpturalen Arbeiten ist dabei komplex und vielschichtig. Nicht selten geht es ihm um die Inszenierung von Widersprüchen.
Huang Yong Ping – dessen Nachname in der in China üblichen Schreibweise vor seinem Vorna-men geschrieben wird – wurde 1954 in Xiamen, einer Küstenstadt in der Provinz Fujian im Südosten Chinas geboren, und schloss 1981 an der Academy of Fine Arts in der Provinz Zhejiang , China, sein Kunststudium ab. Seine erste Ausstellung hatte er 1983 im Palast der Kulturen in Xiamen, in den folgenden Jahren rief er gemeinsam mit anderen Künstlern die Kunstbewegung „Xiamen Dada“ ins Leben und stellte mehrfach in China aus. 1989 nahm er an der bahnbrechenden, von Jean-Hubert Martin kuratierten Ausstellung „Magiciens de la terre“ im Centre Georges Pompidou und in der Grande halle de la Villette in Paris teil. In dieser Ausstellung, in der zu gleichen Teilen westliche und nicht-westliche Künstler vertreten waren, wirkte Martin einer Zentriertheit der westlichen Kunstgeschichte auf Europa und den USA entgegen. 1989 fand auch das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking statt. Im selben Jahr entschied Huang, sich in Frankreich niederzulassen, um dort zu leben und zu arbeiten.
In den folgenden Jahrzehnten nahm Huang an so wichtigen Biennalen/Triennalen wie der Carnegie International (1991) in Pittsburgh, an der Manifesta 1 (1996) in Rotterdam, an der 3. Biennale in Shanghai (2001), an der Triennale in Guangzhou (2002), an der 10. Biennale in Istanbul (2007) und an der 3. Biennale in Moskau (2009) teil. 1999 vertrat er Frankreich auf der Biennale in Venedig zusammen mit Jean-Pierre Bertrand. 1997 widmete ihm De Appel in Amsterdam eine erste Retrospektive. In 2005 richtete dann das Walker Art Center in Minneapolis die umfassende Retrospektive „House of Oracles“ für den Künstler aus, die weiter an das MassMoCA in Massachusetts und dann an das Ullens Center for Contemporary Art in Beijing reiste. Weitere wichtige Einzel-Ausstellungen waren beispielsweise „Wu Zei“ im Ozeanographischen Museum in Monaco (2010), „Huang Yong Ping“ im Nottingham Contemporary (2011) oder „AMOY/XIAMEN“ im Musée d’Art Contemporain in Lyon in 2013.

In Deutschland war Huang unter anderem Teilnehmer an den Skulptur Projekten Münster 1997 und 1999 an der Ausstellung „Kunstwelten im Dialog“ im Museum Ludwig in Köln. Aktuell bereitet Huang Yong Ping eine große Retrospektive in der Power Station, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Shanghai, vor (Eröffnung: 17. März 2016). Zudem ist er nach Anselm Kiefer (2007), Richard Serra (2008), Christian Boltanski (2010), Anish Kapoor (2011), Daniel Buren (2012) und Ilya und Emilia Kabakov (2014) Gast der Monumenta 2016 im Grand Palais in Paris. Dort bekommt er die Carte Blanche, um in der 13.000 m² großen Halle eine raumfüllende Installation zu erschaffen (Eröffnung: 8. Mai 2016).

Am 12. April 2016 zeichnet ihn die Gesellschaft für Moderne Kunst mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus; anlässlich der Verleihung wird zudem eine Präsentation mit einer Auswahl von Huangs Arbeiten im Museum Ludwig zu sehen sein.


ÜBER DEN WOLFGANG-HAHN-PREIS

Wolfgang Hahn (1924-1987) war Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig und Gemälde- und Chefrestaurator des Wallraf-Richartz-Museum / Museum Ludwig. Vor allem aber war er auch Sammler. Er begann in den 1950er Jahren, sich mit der aktuellen Kunst auseinanderzusetzen und eine Sammlung aufzubauen, die er in den 1960er Jahren dann mit Objekten der Künstler der europäischen Fluxus- und Happeningbewegung sowie des Nouveau Réalisme ergänzte. „Die bohrende Frage der sechziger Jahre nach dem Verhältnis von Kunst und Leben hat Hahn sich nicht von außen gestellt, sondern aus seiner Attitüde zur Kunst heraus selbst entwickelt. Hahn lebte mit Kunst und Künstlern, ohne sich selbst von der bürgerlichen Realität zu entfernen, in der er mit beiden Beinen stand. Kunst wurde nicht zum Objekt herabgewürdigt, sondern als Teil seines Lebens mit ausdauernder Energie erfasst. Die Beschäftigung mit Kunst war das Gegenteil von Ästhetizismus; im eigentlichen Sinne diente sie ihm, der sich mit ihr umgab, als Vehikel der Welterfahrung“, so Siegfried Gohr, Gründungsdirektor des Museum Ludwig, über Wolfgang Hahn im Jahr 1997.

Diese Haltung würdigte die Gesellschaft für Moderne Kunst, als sie 1994 den mit 100.000 DM dotierten Preis für zeitgenössische Kunst erstmals auslobte und nach Wolfgang Hahn benannte. Heute beträgt der Etat des Preises maximal 100.000 Euro. Die Anforderungen an die Preisvergabe sind: Der Preis soll vorrangig Künstler ehren, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Oeuvre einen Namen gemacht haben, die aber noch nicht die ihnen zukommende Aufmerksamkeit vor allem in Deutschland gefunden haben. Mit dem Preis verbunden ist eine vom Museum Ludwig, Köln, organisierte Ausstellung mit Arbeiten des Preisträgers, insbesondere des zu erwerbenden Werks / der zu erwerbenden Werkgruppe, sowie die Herausgabe einer begleitenden wissenschaftlichen Publikation.

Preisverleihung: 12. April 2016

museum-ludwig.de


Presse











Daten zu Huang Yong Ping:


- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong, 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- Biennale Venedig 2009

- Busan Biennale 2014

- evn sammlung

- Gwangju Biennale, 1997

- Istanbul Biennial, 2007

- Manifesta 1, 1996

- MoMA Collection

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- skulptur projekte münster 1997

Weiteres zum Thema: Huang Yong Ping



Spuren des Geistigen. Traces du Sacré - Haus der Kunst, München (19.9.08-11.1.09)


Die Ausstellung "Spuren des Geistigen. Traces du Sacré" vereint 200 Werke von 120 Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, die das kontinuierliche künstlerische Interesse am Geistigen, an der menschlichen Erkenntnis- und Empfindungsstruktur bezeugen. Die gezeigten Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Installationen und Videos sind u.a. von Joseph Beuys, Maurizio Cattelan, Paul Chan, Jake & Dinos Chapman, Giorgio de Chirico, Marcel Duchamp, Lucio Fontana, Caspar David Friedrich, Francisco de Goya, Andreas Gursky, Damien Hirst, Ferdinand Hodler, Huang Yong Ping, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Martin Kippenberger, Paul Klee, Daniela Leiter, Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Edvard Munch, Bruce Nauman, Barnett Newman, Hermann Nitsch, Patti Smith und Paul Thek. Unterteilt ist die Ausstellung in Themenbereiche wie Götterdämmerung; Synkretismus; Jenseits des Sichtbaren; Kosmische Offenbarungen; Absolutum; Homo novus; Masken, Ritual, Trance; Ekstase; Profanierung; Homo homini lupus; Sakralkunst; Göttliche Ornamentik; Mythen und Schamanen; Doors of Perception; Zen und Epilog.

Die Ausstellung wurde realisiert von Centre Pompidou, Paris.

Abbildung: John Giorno
Eating the Sky, um 1989
Acryl auf Leinwand
51 x 51 cm
© John Giorno

Öffnungszeiten: Mo-So 10-20 Uhr, Do 10-22 Uhr

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
D 80538 München
Tel. +49 89 211 27-115

hausderkunst.de

Medium Religion - ZKM / Museum für Neue Kunst, Karlsruhe (23.11.08-19.04.09)


Die von Boris Groys und Peter Weibel kuratierte Ausstellung "Medium Religion" gibt einen Einblick in die mediale Reproduktion und Bedeutung von Religion. Der Zugang zum Thema erfolgt sowohl dokumentarisch als auch künstlerisch, gezeigt wird die mediale Seite der Religion anhand aktueller Beispiele der religiösen Propaganda wie auch anhand einzelner Werke zeitgenössischer Künstler.

Zu sehen sind u.a. Dokumentationen von Selbstmörderbekenntnissen religiös inspirierter Terroristen, religiös-propagandistische TV-Serien und dukumentarische Beiträge über aktuelle Sekten und Glaubensgemeinschaften.
Die gezeigten künstlerischen Arbeiten entstammen meist demselben Zusammenhang wie die von ihnen thematisierten religiösen Bewegungen und stehen den religiösen Ritualen, Bildern und Texten der jeweiligen Kultur provokativ gegenüber. So wird sowohl eine kritische Analyse der jeweiligen religiösen Ikonographie als auch ihre Überführung in die kulturelle Moderne möglich.

Als ureigenes Thema der Religion wird der Tod in der Ausstellung thematisiert - und zwar als Folge eines politischen, künstlerischen oder privaten Martyriums, wie es heute im politischen Bewusstsein der säkularen Moderne eine zentrale Rolle spielt.

Teilnehmende Künstler (Auswah): Adel Abdessemed, Oreet Ashery, Maja Bajevic, Peter Bogers, Christoph Büchel, Paul Chan, Susana Pilar Delahante Matienzo, Wim Delvoye, Dias & Riedweg, Valie Export, Ingrid und Oswald Wiener, Omer Fast, Barbad Golshiri, Boris Groys, IRWIN, Kajri Jain, Romuald Karmakar, Vitaly Komar, Maxim Kononenko, Beryl Korot and Steve Reich, Korpys/Löffler, Alexander Kosolapov, Florian Meyer, Rabih Mroué, Dorcas Müller, Sang-Kyoon Noh, Anand Patwardhan, Nira Pereg, Huang Yong Ping, robotlab, Osvaldo Romberg, Dorna Safaian, Anri Sala, Günter Saree, Konrad Balder Schäuffelen, Christoph Schlingensief, Gregor Schneider, Michael Schuster, Wael Shawky, Joshua Simon, Jalal Toufic, Vadim Zakharov, Hermes Zygott

Abbildung: Alexander Kosolapov
This is my Blood, 2002
Leuchtkasten
82 x 150 cm
Courtesy Guelman Gallery
VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Reguläre Öffnungszeiten der ZKM | Museen:
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Sa+So 11-18 Uhr
Mo+Di geschlossen

ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie

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