more Konzeption Conception now

Konzeptkunst

1.02. - 19.04. 2015 | Museum Morsbroich, Leverkusen
Eingabedatum: 27.01.2015

bilder

Ideen sind Werke!

In den 1960ern Jahren entstand eine radikal neue Form künstlerischen Arbeitens, die konzeptuelle Kunst. Ihre künstlerischen Strategien sind bis heute von hoher Attraktivität und bilden immer wieder Bezugspunkte im Schaffen junger zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Doch lassen sich die historischen Konzepte und Strategien kaum ungebrochen in die Gegenwart verlängern. Vielmehr birgt die Bezugnahme auf sie zugleich auch, die Herausforderung sie zu verändern.

Konzeption Conception

Als 1969 die Ausstellung Konzeption Conception im Museum Morsbroich für einen knappen Monat zu sehen war, stieß die Präsentation bei den Besuchern und Kritikern auf reichlich Widerstand. Die dort gezeigten konzeptuellen Arbeiten von über 40 Künstlerinnen und Künstlern, die der Düsseldorfer Galerist Konrad Fischer ausgewählt und gemeinsam mit dem damaligen Museumsdirektor Rolf Wedewer präsentiert hat, zeigten neue Formen künstlerischen Arbeitens. Nicht mehr das fertige Original, sondern der Gedanke, die Skizze, die Beschreibung, kurz das Konzept, bildeten den Fokus der Ausstellung. Die Ablösung des klassischen Werkbegriffs durch die Konzeptkunst bereitete nicht nur Probleme bei der Präsentation im Ausstellungsparcours, sondern warf auch auf kunsthistorischer Ebene die Frage nach dem Stellenwert der gezeigten Objekte auf: Es handelte sich um Fotokopien, Akten, Notizen oder Fotografien, die Konzepte schilderten, welche unabhängig von ihrer Realisierung Bestand hatten oder deren mögliche Realisierung sogar Dritten überlassen war.

more Konzeption Conception now

Für die aktuelle Ausstellung more Konzeption Conception now bilden die 1969 in Leverkusen präsentierten Ansätze von Konzeptkunst den Ausgangspunkt. Über 20 junge internationale Künstlerinnen und Künstler setzen sich einerseits in ihren Werken mit der Konzeptkunst der 1960er Jahre auseinander. Andererseits nehmen sie bewusste Veränderungen und Verschiebungen vor, mit denen sie sich gegen damalige konzeptuelle Strategien absetzen. Die Ablehnung einer objektfokussierten Kunstauffassung führte in den 1960er Jahren zu tiefgreifenden Konsequenzen im Hinblick auf die klassische Vorstellung eines künstlerischen Originals und mithin zur Neubewertung der Idee bzw. des Konzeptes und der damit eng verbundenen sprachlichen Komponente der Werke. In Kenntnis konzeptueller Positionen der 1960er Jahre bedienen sich heutige Künstlerinnen und Künstler gezielt diverser Strategien, wie sie 1969 in Leverkusen präsentiert wurden. Sie bringen aber auch neue Komponenten mit ins Spiel, die Noemi Smolik in ihrem Text zur Ausstellung als „Verunreinigung“ des Konzeptuellen bezeichnet – so beispielsweise die Idee des Folkloristischen oder des Alltäglichen. Es geht ihnen also nicht um eine ungebrochene Fortführung der historischen Konzeptkunst, zumal da diese nur „vor dem Hintergrund einer Zeit zu verstehen [ist], in der die radikale Veränderung von Kunst und Gesellschaft einer jungen Generation noch als reale Möglichkeit vor Augen stand“ (Daniel Marzona in seinem Katalogbeitrag). Die Reflexion konzeptueller Strategien in den Arbeiten der jüngeren Künstlerinnen und Künstler sowie der darin enthaltene „shift“ zielen in einer gewandelten Zeit auch auf veränderte Inhalte. Sie generieren eine neue Aktualität und Inhaltlichkeit konzeptueller Ausdrucksmöglichkeiten, so beispielsweise bei Ceal Floyer, die für die Arbeit Title variable (2001–2009) ein schwarzes Gummiband über die gesamte Wand hinweg spannt und damit eine Art Vermessung vornimmt – allerdings paradoxerweise mit einem elastischen Material. Die Arbeit erinnert an die Raumvermessungen von Timm Ulrichs oder von Mel Bochner, der in der Ausstellung von 1969 Linien über die Wände gezogen und die genauen Maße dort vermerkt hatte.

Mit Arbeiten von Maria Anwander, Michal Budny, Matt Calderwood, Sara Christensen, Natalie Czech, Willem de Rooij, Elmgreen & Dragset, Christian Falsnaes, Henning Fehr und Philipp Rühr, Ceal Floyer, David Horvitz, Bethan Huws, Charbel-joseph H. Boutros, Sven Johne, Annette Kelm, Jonathan Monk, Slavs and Tatars, Juergen Staack, Fiete Stolte, Studio for Propositional Cinema, Jan Timme, Adam Vackar, Jorinde Voigt

und mit Dokumenten und Projektskizzen der Ausstellung Konzeption Conception (1969) von Keith Arnatt, John Baldessari, Robert Barry, Iain Baxter, Bernd und Hilla Becher, Mel Bochner, Alighiero Boetti, Marcel Broodthaers, stanley brouwn, Daniel Buren, Victor Burgin, Donald Burgy, Eugenia P. Butler, Pier Paolo Calzolari, Paul Cotton, Hanne Darboven, Jan Dibbets, Hamish Fulton, Gilbert & George, Dan Graham, Douglas Huebler, Richard Jackson, Stephen Kaltenbach, On Kawara, Michael Kirby, Joseph Kosuth, David Lamelas, Sol LeWitt, Bruce McLean, Bruce Nauman, Giuseppe Penone, Adrian Piper, Sigmar Polke, Emilio Prini, Markus Raetz, Allen Ruppersberg, Ed Ruscha, Fred Sandback, Richard Sladden, Robert Smithson, Timm Ulrichs, Bernar Venet, Lawrence Weiner, ZAJ – Walter Marchetti

sowie Arbeiten aus der Grafischen Sammlung des Museum Morsbroich von Mel Bochner, Daniel Buren, Sigmar Polke, Fred Sandback und Lawrence Weiner

Museum Morsbroich
Gustav-Heinemann-Str. 80
51377 Leverkusen
museum-morsbroich.de

Presse






Daten zu Bethan Huws:

- Art Basel 2013
- daad Stipendiat
- Daimler Art Collection
- Der Duchamp-Effekt. Ready-Made
- Museum Morsbroich, 2014
- nbk Berlin
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- skulptur projekte münster 1997
- The Making of Art, 2009, Schirn

Weiteres zum Thema: Bethan Huws



Personalien: Ursula Groos wird neue Kuratorin der 11. Triennale Fellbach Kleinplastik 2010


Ulrike Groos, die seit 2002 Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf ist, wird die künstlerische Leiterin der nächsten Triennale 2010.
Die Kunsthistorikerin hat sich bisher durch ihre profilierte Ausstellungstätigkeit einen Namen gemacht, u.a. durch Ausstellungsprojekte wie "Zurück zum Beton" (2002), Bethan Huws (2003), Ready to Shoot: Fernsehgalerie Gerry Schum/videogalerie schum (2003), Allen Ruppersberg (2005), under cover: aus dem Verborgenen – Berlinde De Bruyckere und Martin Honert (2006), Palermo (2007).

Biografisches:
Ulrike Groos studierte in Würzburg, Münster und New York und promovierte in Kunstgeschichte mit dem Nebenfach Musikwissenschaft. Nach Mitarbeit bei "Skulptur. Projekte in Münster 1997" war sie u.a. Projektleiterin für "Manifesta 2", Europäische Biennale für Zeitgenössische Kunst in Luxemburg und Co-Kuratorin der Sammlung Hauser und Wirth in St. Gallen. Sie hatte einen Lehrauftrag für Kunstwissenschaft an der FHS Münster und unterrichtete als Gastdozentin an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. 2006 war sie Nationale Koordinatorin der 27. Biennale Săo Paolo 2006. Sie ist u. a. seit 2004 Mitglied des Beirats Bildende Kunst/Ausstellungen des Goethe-Instituts und seit 2008 Mitglied der Villa Massimo-Jury für Bildende Kunst.

Die Triennale Fellbach Kleinplastik, die sich seit 1980 stetig zu einem international beachteten Forum für zeitgenössische Skulptur entwickelt hat, findet im Turnus von drei Jahren statt.

Bisherige Leiter waren u.a. Manfred Schneckenburger (1986), Christoph Brockhaus, Direktor des Wilhelm-Lehmbruck-Museums Duisburg (1989 und 1992), Loránd Hegy (1995), Thomas Deecke, damaliger Leiter des Neuen Museums Weserburg, (2001), Jean-Christophe Ammann (2004) oder Matthias Winzen (2007).

Weitere Informationen: triennale.de

Die 11. Triennale wird im Juni 2010 eröffnet.

Abbildung: Yun Lee, VG Bild-Kunst Bonn, 2008


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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