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Jane Jin Kaisen. Wreckage

05.09. - 01.11.2026 | Haus für Medienkunst im Pulverturm, Oldenburg

Eingabedatum: 05.09.2026

Werkabbildung
Abb.: Wreckage. Still © JaneJinKaisen 2024
Das Haus für Medienkunst präsentiert in den historischen Räumen des Pulverturms eine Soloausstellung der dänisch-südkoreanischen Künstlerin Jane Jin Kaisen – eine ortsspezifische Installation aus drei poetischen, immersiven Videoarbeiten, die auf ausführlichen historischen Recherchen beruhen. Neben Offering (2023) und Wreckage (2024) ist eine dritte, neu produzierte Arbeit zu sehen, die auf die Architektur des Pulverturms reagiert.

Kaisen ist eine Nachfahrin von Haenyeo (Seefrauen)-Taucherinnen der Insel Jeju, die berühmt sind für ihre Fähigkeit, ohne Ausrüstung lange in großer Tiefe zu tauchen. Kaisen hat aus dem Blickwinkel von Koreas kolonialer Vergangenheit über 15 Jahre zur Geschichte der Haenyeo geforscht. Darin wird das Meer zur Bedrohung, aber auch zu einem Versprechen; es ist ein Archiv von Erinnerungen und ein Gefäß für matrilineares Wissen. Die Künstlerin arbeitete mit einer Gruppe von Apnoe-Taucherinnen zusammen, die sich für den Umweltschutz engagieren; gemeinsam mit ihnen entwickelte Kaisen eine Unterwasser-Choreografie, die auf schamanischen Mythen des Meeres beruht. Dabei kommen auch Sochang zum Einsatz; diese langen, weißen Tücher spielen als Symbol für den Kreislauf von menschlichem Leben und Tod eine zentrale Rolle in koreanischen Initiationsriten. Die in Zeitlupe laufenden Arbeiten stellen den Ozean als Gefäß und Medium des Wissens und matrilinearer Verbindungen dar, aber auch als einen Ort des Exils und des Todes.

Die Ausstellung nutzt beide Ebenen des Pulverturms. Sie präsentiert zwei Arbeiten unter der Kuppel des Dachgeschosses und eine Projektion auf dem Boden des unteren Stockwerks, die durch eine kreisförmige Öffnung zu sehen ist – eine vertikale Sichtachse, die beide Welten miteinander verbindet. Die Klanglandschaften der beiden Videos verbinden sich in der einzigartigen, kuppelförmigen Architektur des Pulverturms und erzeugen eine besondere Atmosphäre. Sie erlaubt es dem Publikum, ebenso in die Unterwasserwelt einzutauchen, die in den Arbeiten zu sehen ist, wie auch in die Architektur des Ausstellungsorts.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Edit Molnár und Marcel Schwierin.

English summary:
The Haus für Medienkunst presents 'Wreckage', a solo exhibition by Danish-South Korean artist Jane Jin Kaisen in the historic Pulverturm in Oldenburg. The site-specific installation comprises three poetic, immersive video works rooted in extensive research into the matrilineal diving traditions of the Haenyeo from Jeju Island. Exploring Korean colonial history, shamanic sea myths, and environmental themes, Kaisen's slow-motion underwater choreographies portray the ocean as an archive of memory, matrilineal knowledge, exile, and grief. Utilizing both levels and the unique domed architecture of the tower, the exhibition creates a vertical visual and acoustic dialogue that invites visitors to fully immerse themselves in the work.

05.09.2026 - 01.11.2026
Haus für Medienkunst im Pulverturm

Am Schlosswall, 26122 Oldenburg

https://www.hausmedienkunst.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Jane Jin Kaisens ortsspezifische Videoinstallationen verknüpfen postkoloniale Erinnerungskultur mit ökofeministischen Diskursen und schamanisch-ritueller Praxis. Durch das filmische Aufgreifen des matrilinearen Wissens der Haenyeo-Taucherinnen und ritueller Symbole (*Sochang*) rekontextualisiert sie den Ozean als lebendiges Archiv von kolonialem Trauma, Exil und weiblicher Genealogie. Technisch bedient sich Kaisen immersiver Verlangsamung, räumlicher Klanglandschaften und vertikaler Sichtachsen, die im Dialog mit der historischen Architektur des Pulverturms eine phänomenologische Raumerfahrung erzeugen. Ihr Werk verortet sich damit in der Strömung einer forschungsbasierten, zeitgenössischen Medienkunst, die dokumentarische Geschichtsaufarbeitung mit poetisch-choreografischer Mythenbefragung verbindet.
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Jane Jin Kaisen:

- Biennale Venedig 2019 Pav