Kunstmuseum Magdeburg mit Christiane Möbus wiedereröffnet


Eingabedatum: 25.02.2012

Kunstmuseum Magdeburg mit Christiane Möbus wiedereröffnet

bilder

Christiane Möbus, Küsse vom König, 2001-2007, Foto Hans Wulf Kunze

Fast zwei Jahre Geduld waren nötig, bevor im Februar 2012 das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben nach Beendigung der Sanierung seine Ausstellungsräume wieder öffnen konnte. Es wurde jedoch nicht nur saniert, sondern auch neu gestaltet. Neu hinzugekommen ist zum Beispiel eine ganze Ausstellungsetage, in der die MedienLounge untergebracht ist. Hier werden neben Positionen zeitgenössischer Medienkunst aus der Sammlung des Museums auch Sonderausstellungen zu sehen sein.

Das Neue ist jedoch auch an vielen anderen Stellen sichtbar, insbesondere in den technisch modernisierten Ausstellungsräumen mit ihren ca. 2.000 m² Fläche.

Als erste Sonderausstellung zeigt das Kunstmuseum Magdeburg DIE GESCHICHTEN DER CHRISTIANE MÖBUS. Sie, die Geschichten, entwickeln sich sowohl von den Wegrändern des Alltags als auch aus präzisen Entscheidungen. Die Werke der 1947 in Celle geborenen Künstlerin setzen sich aus Worten, Fundsachen und gebauten Objekten zusammen, in einer Mischung von Künstlichkeit und Wirklichkeit, die, mal im launischen Plauderton verfasst, mal verwegen akrobatisch, jedoch immer aus genauer Beobachtung, zueinander finden und die sich, aneinander gereiht, wie die Seiten eines Tagebuchs lesen. Sie besitzen eine Sprache, welche die Regeln des Begrifflichen sprengt und in poetische Bilder verlegt. Es sind Bilder persönlicher Erinnerungen, Alltagsvisionen, Rollenspiele, intuitiv verdichtete Konstruktionen mit Raum für Fantasie. Nach wie vor allen Formalismen und Regeln misstrauend, kennt ihr bemerkenswert eigenständiges Werk keine formale Logik und siedelt sich zwischen den begrifflichen Kategorien Skulptur, Objekt oder Installation an. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick auf vier Jahrzehnte eines besonderen Künstlerlebens.

INNER MOTION, die erste Ausstellung in der MedienLounge, schlägt mit Nan Hoover, Bjørn Melhus und Yehudit Sasportas den Bogen von den Anfängen des Mediums Video bis in seine aktuelle Gegenwart.

Die amerikanische Künstlerin Nan Hoover (1931-2008) gilt als eine der Wegbereiterinnen der Videokunst in Europa. Aus der Performance hervorgegangen, untersuchen ihre frühen Videos die Beziehung zwischen Körper und Licht. So steht am Anfang die Frage der Selbsterkundung mit der Kamera, gleichzeitig aber verleitet die Technik elektronischer Bilder und Klänge zum visionären Experiment und zu ungeahnten Ausflügen ins Grenzenlose.

Mit Bjørn Melhus (geb. 1966) und der israelischen Künstlerin Yehudit Sasportas (geb. 1969) sind zwei wichtige Akteure aus der aktuellen Szene der internationalen Videokunst vertreten. In ihren Arbeiten zeigt sich, dass das elektronische Bildmedium heute zunehmend einer kritischen Selbstreflexion unterzogen wird.

Zu sehen sind darüber hinaus Neuerwerbungen der Sammlung, Fotografien von Lewis Baltz und Michael Schmidt.

Ein äußeres Zeichen der Veränderung und Erneuerung ist TransReflex. Dieses Element der Kunst am Bau wurde von realities:united (Jan und Tim Edler, Berlin) entwickelt. TransReflex besteht aus 17 großformatigen Spiegelpaneelen, die in unterschiedlichem Winkel aus der Ebene der Fassade herausklappen oder aber zugeklappt die Fassade verschließen. Die spiegelnden Paneele integrieren und vervielfältigen die Umgebung, sie schaffen visuelle Aktivität und Lebendigkeit. Die daraus resultierende Collage der Spiegelbilder vermischt zwei gegensätzliche Wirklichkeiten: Den früheren Klosterbau und die Gebäude der Nachkriegsmoderne, die in relativer städtebaulicher Bezugslosigkeit quasi im Vorgarten des romanischen Ensembles errichtet wurden.

Das Kunstmuseum Magdeburg hat durch die umfassende Sanierung erheblich an touristischer Qualität gewonnen. Behutsame Veränderungen schaffen eine weitaus gelungenere Verbindung von Besucherfreundlichkeit, musealer Funktionalität und mittelalterlicher Architektur. Die einmalige Synthese
von zeitgenössischer Kunst und romanischer Architektur wird somit auch in Zukunft das Erscheinungsbild des Kunstmuseums prägen.

DIE GESCHICHTE DER CHRISTIANE MÖBUS und INNER MOTION sind bis zum 6. Mai 2012 zu sehen.

Öffnungszeiten: Di – So 10.00 – 17.00 Uhr
Eintritt: 4 Euro, ermäßigt: 2 Euro

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg
Regierungsstraße 4-6
39104 Magdeburg
Telefon: 0391 / 56 50 20
sekretariat@ kunstmuseum-magdeburg. de
kunstmuseum-magdeburg.de

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