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Sabine Boehl, Heike Weber und Ekrem Yalcindag

Die Aktualität des Ornaments

15.02. - 01.06.2014 | Mönchehaus Museum Goslar

Die Ausstellung Die Aktualität des Ornaments zeigt die ungebrochene Anziehungskraft des Ornaments in der zeitgenössischen Kunst anhand von drei künstlerischen Positionen. Ornamente verführen uns durch ihre Schönheit, folgen einem tänzerisch fließenden Rhythmus oder einer klaren geometrischen Regelmäßigkeit. Befreit von dem Stigma 'Ornament und Verbrechen' (Adolf Loos) dient es heute als ästhetische Manövriermasse für höchst subjektive und subversive Kunstschöpfungen, in denen Zitat und Collage bestimmende Faktoren sind. In dem Gebrauch des vielschichtigen Bildreservoirs ornamentaler Formen aus unterschiedlichen Kulturen und Jahrhunderten artikuliert sich auch eine Reflexion über die eigene Kultur.

Die Werke von Sabine Boehl und Ekrem Yalcindag beziehen ihre Kraft aus dem Spannungsverhältnis von westlichen und östlichen Bildtraditionen. Die amerikanische Farbfeldmalerei und die Minimal Art sind für sie ebenso Bezugspunkte wie orientalische Dekorformen. Heike Webers Kilims a la turca lassen zwischen symbolisch aufgeladener Ornamentik und dekorativem Formenspiel kulturkritische Momente erkennbar werden.

Im Mönchehaus Museum stößt der Besucher im Treppenaufgang zuerst auf Werke des türkischen Künstlers Ekrem Yalcindag. Seine drei monochromen, sich zu einem Triptychon vereinenden Bildtafeln in gelb, rot und blau aus dem Jahre 2013 spielen einerseits auf Barnett Newmans berühmtes Gemälde 'Who´s Afraid of Red, Yellow and Blue' (1966-70) an. Andererseits haben auf Yalcindags Gemälden hunderte von abstrakten Blütenformen die Bildfläche ornamental aufgebrochen, auf deren silberfarbenem Grund sie sich wie ein Relief ausbreiten.

Sabine Boehls Werke machen zum Teil schon durch ihre Titel den Anspruch geltend, verschiedenen kulturellen Traditionen zu folgen. Die Künstlerin nennt sie Memories und die Hinweise in den folgenden Klammern deuten darauf hin, dass ihre Bilder gleichermaßen die Erinnerung an so unterschiedliche Künstler wie Mark Rothko, Jackson Pollock und Ellsworth Kelly aufbewahren und das Gedächtnis so unterschiedlicher Orte wie Cordoba, Eminonü oder des Films 'Zabriskie Point' von Michelangelo Antonioni. Neben neuen Werken aus Glasperlen zeigt Sabine Boehl in Goslar monochrome Bilder aus Nagellack, ein work in progress, mit dem sie im Jahre 1999 begonnen hat und das sie bis heute fortsetzt.

Grenzüberschreitend, experimentierfreudig und vital präsentieren sich die Werke von Heike Weber. In der Ausstellung konzentriert sich die Künstlerin auf die Zeichnungen von Teppichen, die sie aus farblosem Silikon, einem banalen Dichtungsmaterial, in Form von Bodenskulpturen nachschafft. Ihre Motive entnimmt sie Souvenirteppichen in Postkartengröße, deren Ornamente sie vergrößert und abstrahiert, bevor sie diese in Silikon ausführt. Bei den Papierarbeiten projiziert Weber ihre Motive auf farbig grundierte Untergründe und zeichnet nach eigenem Eingeständnis 'rasend schnell direkt aus der Flasche mit verdünnter Acrylfarbe von unten nach oben'. Die herunter laufenden Farbspuren vermischen sich dabei mit den Motiven der Komposition.




Mönchehaus Museum am Rosentor
Rosentorstraße 27
38640 Goslar
+49.5321.29570
moenchehaus.de

PM





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