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Samuel Henne shift & tilts

New York-Stipendium 2018 des Landes Niedersachsen und der Niedersaechsischen Sparkassenstiftung

9. 11. - 29. 12. 2019 | Halle fuer Kunst Lueneburg
Eingabedatum: 06.11.2019

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Samuel Henne, »untitled (constituents #01)«, from »hand to hand«, 2019bilder

Samuel Hennes Ausstellung »shift & tilts« findet in Rahmen des New York-Stipendiums 2018 des Landes Niedersachsen und der Niedersaechsischen Sparkassenstiftung statt. Mit dem einjaehrigen Stipendium sind neben einem umfangreichen Katalog auch Ausstellungen in zwei niedersaechsischen Kunstvereinen verbunden. Die Halle fuer Kunst freut sich nach dem Kunstverein Goettingen nun als zweite Station einen Einblick in Samuel Hennes Werk zu geben.

Den Titel »shift & tilts«, den Samuel Henne fuer seine Ausstellungen in Lueneburg und Goettingen gewaehlt hat, beschreibt auch seine Arbeitsweise. Ausgangspunkt seiner Werke sind oftmals kunst- bzw. kulturhistorischen Artefakte, archaeologische Relikte und museale Archivbilder, die er ihren (musealen) Kontexten entzieht, neu in Szene setzt und in eigene fotografische Bilder überführt. Die so entstandenen Fotografien werden wiederum in raumgreifende Installationen integriert, in denen sich fotografische, architektonische und malerische Momente durchdringen. Auf diese Weise nimmt Henne unzaehlige Ueberlagerungen, Verschiebungen und Verdrehungen vor und erzeugt eine Vielzahl von Bedeutungsebenen, die sich gegenseitig ergänzen, überschneiden, aber auch unterlaufen.

Im Zentrum von Samuel Hennes Lueneburger Ausstellung steht die Werkreihe »hand to hand« (2019), deren assoziativer Ausgangspunkt die Rodin zugeschriebene Skulptur »The Hand of Rodin« (1917) bildet. Die Skulptur, die Henne während seines New York-Aufenthaltes im Brooklyn Museum of Art gesehen und fotografiert hat, besteht aus einem Abguss der Hand des Bildhauers, die wiederum einen Frauentorso hält. Während der Abguss nicht von Rodin selbst stammt, sondern von seinem Assistenten Paul Cruet, der diesen auf dem Totenbett des Bildhauers genommenen hat, wurde der Frauentorso hingegen von Rodin noch zu seinen Lebzeiten geformt. Allein schon diese den Bildhauer und sein Werk mystifizierende Narration wirft Fragen nach Originalität und Autorschaft auf. Henne spinnt dieses Kipp- und Verweisspiel an Bedeutungen und Motiven, das sich in »The Hand of Rodin« bündelt, in seiner Werkreihe weiter. So platziert er in den Fotografien der Serie ein mit blauem Flüssiggummi überzogenes Bronzereplikat der Plastik, wie sie zu Unzähligen im Online-Kunsthandel angeboten werden. Diese wird entweder von einer Frauenhand gehalten oder taucht als Bild im Bild in Form eines gerollten Fotoabzuges oder einer gerahmten Fotografie auf. Eine weitere Ebene zieht Henne durch das Porträt Camille Claudels ein; jener langjährigen und zwanzig Jahre jüngeren Schülerin, Assistentin und heimlichen Geliebten Auguste Rodins, der von der kunsthistorischen Forschung seit den 1980er Jahren ein großer Anteil am Werk Rodins zugesprochen wird. Mittels solcherart in die Arbeiten verwobener Verweise und Bedeutungsebenen geht Samuel Henne konkreten Referenzen zum Werk Rodins und dessen Rezeption nach, stellt das Original und seine Reproduktion aber auch in unterschiedlichen Medien – von der Replik über die fotografische Abbildung bis hin zu seiner digitalisierten Form – zur Disposition.

Halle f. Kunst Lueneburg eV
Reichenbachstraße 2
Postfach 2128
D-21311 Lueneburg

www.halle-fuer-kunst.de


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