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Tronies. Marlene Dumas und die Alten Meister - Haus der Kunst, München


Eingabedatum: 30.10.2010

bilder

Das Oeuvre der Künstlerin Marlene Dumas (geb. 1953 in Kapstadt) zeichnet sich insbesondere durch figürliche Darstellungen aus. In der Münchner Ausstellung werden ihre Bildserien dem Bildtypus der Tronie gegenübergestellt, die sich in der niederländischen Malerei des 16. Jh. herausgebildet hat.

Als "Tronie" werden Darstellungen von Köpfen bezeichnet, die sich durch besonders virtuose Kunstfertigkeit und starken emotionalen Ausdruck hervorheben, ohne jedoch ein Portrait einer bestimmten Person darzustellen. Diese Bildform entwickelte sich insbesondere in der niederländischen Malerei, was die Ausstellung durch Tronies-Gemälde von Peter Paul Rubens, Anton van Dyck, Jan Lievens oder Rembrandt verdeutlicht. Die Ausstellung setzt ihren Schwerpunkt hierbei besonders auf Werke der Haarlemer Schule mit Leendert van der Cooghen, Cornelis Cornelisz van Haarlem, Hendrick Goltzius und Judith Leyster.

Die Tronies dieser Schule werden in der Münchner Ausstellung zum ersten Mal in einen zeitgenössischen Kontext verlagert und den Werken Marlene Dumas gegenübergestellt. Ihre Darstellungen von Köpfen sind den Tronies insofern verwandt als dass sie diese nicht als Bildnisse auffasst. Als Vorlagen dienen ihr jedoch keine lebenden Modelle, sondern reproduzierten Fotografien aus Modemagazinen, Büchern und Zeitschriften. Mit ihren vielteiligen Serien "Females" (1992-93), "Jesus-Serene" (1994), "Models" (1994) oder "Rejects" (1994-) entwirft sie Typenportraits, die sich durch Emotionalität auszeichnen, jedoch kein bestimmtes Individuum darstellen. Mit "Females" hat Dumas eine Art Enzyklopädie von Frauen entworfen, die stellvertretend für alle Frauen die individuelle Schönheit in den Vordergrund rücken soll.
Marlene Dumas beschreibt ihre Vorgehensweise folgendermaßen: "I use second-hand images and first-hand emotions".

Abbildung: Marlene Dumas, Waterproof Mascara, 2008, Öl auf Leinwand, 100 x 90 cm, Private Sammlung
© Marlene Dumas

Ausstellungsdauer: 29.10.10-6.2.11

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Öffnungszeiten:
Mo-So 10-20 Uhr
Do 10-22 Uhr

hausderkunst.de

Verena Straub



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