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Constantin Brancusi und Richard Serra


Eingabedatum: 21.02.2009



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Die Fondation Beyeler widmet ihre grosse Sommerausstellung dem Schaffen von Constantin Brancusi (1876–1957) und Richard Serra (*1939) und führt so einen Wegbereiter der modernen Skulptur mit dem bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart zusammen. Brancusi, in Rumänien geboren und von 1904 an zeitlebens in Paris arbeitend, legte mit seiner auf das Essenzielle reduzierten Formfindung den Grundstein für die abstrakte Skulptur. Der Amerikaner Serra hat mit seinen minimalistischen Stahlplastiken den Wirkungsbereich der Bildhauerei neu definiert, indem er den Betrachter unmittelbar in das Werk einbindet. Die Erscheinung und die Präsenz plastischer Form im Raum stehen dabei als Thema im Vordergrund.
Die wesentlichen Aspekte von Brancusis Schaffen werden in einer Auswahl von rund 35 Skulpturen beleuchtet, die in der Ausstellung nach ihren Themen in dichten Werkgruppen angeordnet sind. Es werden berühmte Arbeiten von Brancusi zu sehen sein, darunter verschiedene Versionen der monolithischen Skulptur Der Kuss, der poetischen Kinderköpfe und Schlafenden Musen, der berühmten Vögel im Raum sowie bahnbrechende Werke wie die Princesse X, die Négresse blanche und die ikonische Unendliche Säule. In den formalen Variationen weniger Motive und dem Spiel mit wechselnder Materialität und unterschiedlichen Oberflächeneffekten wird Brancusis unablässige Suche nach einem künstlerischen Ideal fassbar. Neben Marmorskulpturen und Bronzen sind auch Figuren aus Holz, Zementguss und Gips in die Präsentation integriert. Die Skulpturengruppen werden räumlich gesondert und auf einer grosszügig bemessenen Ausstellungsfläche arrangiert, damit ihre Erscheinung im Raum für den Besucher als Absolutheit wahrgenommen werden kann.
Anhand von zehn exemplarischen Plastiken von Richard Serra und einer neu entstandenen Serie grossformatiger Arbeiten auf Papier wird die Frage nach dem Wesen und den Möglichkeiten von Skulptur in eindringlicher Weise erneut aufgegriffen. Die Werkauswahl umfasst sowohl Serras frühe Arbeiten aus Gummi und Blei wie die Belts und Lead Props als auch seine charakteristischen Stahlplastiken von Strike und Delineator über Olson bis hin zum aktuellen Fernando Pessoa. Serra selbst hat Brancusis Schaffen 1965 während eines Aufenthalts in Paris im rekonstruierten Atelier studiert und dadurch den Zugang zur Skulptur gefunden. In der direkten Gegenüberstellung von Werken beider Künstler, aber auch in Abfolgen werden in der Ausstellung Gemeinsamkeiten und spannungsvolle Kontraste vor Augen geführt, welche die räumliche Kraft von Skulptur unmittelbar erfahrbar machen.
Das rare Werk von Constantin Brancusi kann erstmals überhaupt in Form einer Retrospektive in der Schweiz gezeigt werden, wie auch das Schaffen von Richard Serra in solch umfassender Weise hier noch nie zu sehen war.
Die Ausstellung in der Fondation Beyeler entsteht in Partnerschaft mit dem Guggenheim Museum Bilbao, das als zweite Station vorgesehen ist, und wird von Oliver Wick kuratiert

PT



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