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Mischa Kuball. Platon´s mirror

Das Phä­no­men des Lichts

noch bis 16. September 2012 | Kunsthalle Düsseldorf

Eingabedatum: 12.09.2012

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Mischa Kuball: Ausstellungsansicht „platon´s mirror“, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012, ZKM | Museum für Neue Kunst Karlsruhe und ONUK, Karlsruhe


Der Düs­sel­dor­fer Me­di­en­künst­ler Mi­scha Ku­ball ist ei­ner der we­ni­gen Künst­ler, der das Licht schon im­mer auch in sei­ner (ge­sell­schafts-) po­li­ti­schen Di­men­si­on ver­stan­den und es entspre­chend in zahl­rei­chen Wer­ken und In­stal­la­tio­nen ein­ge­setzt hat. In sei­nem neu­en Ausstel­lungs-Pro­jekt pla­ton´s mir­ror kom­men dar­über hin­aus zwei wei­te­re As­pek­te hin­zu: ei­ne wahr­neh­mungs­äs­the­ti­sche Kom­po­nen­te so­wie die Mög­lich­kei­ten ei­ner neu­ar­ti­gen Bildge­ne­rie­rung durch Com­pu­ter-To­mo­gra­fie und den sich dar­aus ab­lei­ten­den hoch­ak­tu­el­len Fra­ge­stel­lun­gen in und für die Kunst.

Die Idee zu pla­ton´s mir­ror ba­siert auf ei­nem der ein­fluss­reichs­ten Tex­te der euro­päi­schen Li­te­ra­tur: Pla­tons Höhlengleich­nis. In ihm wird die Unterschei­dung zwi­schen zwei For­men der Wirk­lich­keit for­mu­liert: der sicht­ba­ren Rea­li­tät und der (wah­ren) Rea­li­tät der Ide­en. Ei­nen Künst­ler wie Ku­ball, der sich wie kein zwei­ter in sei­ner Kunst mit dem Phä­no­men des Lichts aus­ein­an­der­setzt, muss­te das Höh­len­gleich­nis zur künst­le­ri­schen Ausein­an­der­set­zung her­aus­for­dern. In zugleich ein­fa­chen und höchst ef­fek­ti­ven An­ord­nun­gen mit Pro­jek­to­ren und re­flek­tie­ren­den Sil­ber­fo­li­en, Fo­to­gra­fi­en und Vi­de­os schafft Ku­ball ei­ner­seits Räu­me, die als Gleich­nis­se der Pla­ton’schen Höhlen­si­tua­ti­on zu ver­ste­hen sind, anderer­seits über­setzt er in sei­nen Fotogra­fi­en und Vi­de­os das kom­ple­xe Verhält­nis von Licht­quel­le, Spie­ge­lung, Schat­ten­riss und Ab­bild in schein­bar endlos zu er­wei­tern­de Me­dia­ti­ons­stu­fen, auf de­nen sich Wirk­lich­keit als die Wirklich­keit ih­rer Re­fle­xi­on im­mer er­neut kon­sti­tu­iert.

Die Be­schäf­ti­gung Ku­balls mit dem The­ma des Höh­len­gleich­nis­ses er­folgt in ei­ner Zeit, in der das Pro­blem „der Rea­li­tät“ kaum mehr un­ter phi­lo­so­phi­schen, son­dern fast aus­schließ­lich un­ter so­zio­lo­gi­schen und po­li­ti­schen Ge­sichts­punk­ten ge­stellt wird. Die Re­de von der „Per­for­ma­ti­vi­tät“ al­les Rea­len macht schein­bar die Su­che nach dem, was wirk­lich sei an der Wirk­lich­keit, über­flüs­sig. Mit Mi­scha Ku­balls Re­kurs auf Pla­ton ist die Fra­ge ver­bun­den, ob sich tat­säch­lich so ein­fach al­le Wirk­lich­kei­ten als so­zi­al kon­stru­iert ab­tun las­sen, und ob die Ver­nunft noch als In­stru­ment zur Hand ist, um zwi­schen Schein­haf­tig­keit und Wirk­lich­keit zu un­ter­schei­den. In­so­fern lässt sich sein Pro­jekt pla­ton´s mir­ror nicht nur als Pro­ble­ma­ti­sie­rung der Ak­tua­li­tät Pla­tons ver­ste­hen, son­dern auch als Wi­eder­be­fra­gung der klas­si­schen Ver­knüp­fung von Licht­m­e­ta­pho­rik und der Idee des auf­klä­re­ri­schen Den­kens
Text: An­dre­as Bei­tin

Die Aus­stel­lung Mi­scha Ku­ball: pla­ton´s mir­ror, die jetzt in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt wird, hat­te den Auf­takt zu ei­ner in­ter­na­tio­na­len Tour­nee mit ins­ge­samt ca. 15 Sta­tio­nen im ZKM Karls­ru­he. Die Rea­li­sie­rung fin­det in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Goe­the-In­sti­tut statt.

Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
D-40213 Düsseldorf
Tel. +49 (0)2 11 89 96 256
kunsthalle-duesseldorf.de

Medienmitteilung


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