Kunsthalle Göppingen: Anna und Bernhard Blume (29.6. – 10.8.2003)


Eingabedatum: 25.06.2003

Kunsthalle Göppingen: Anna und Bernhard Blume (29.6. – 10.8.2003)

bilder

Der Ausstellungstitel "Das Glück ist ohne Pardon" umfasst eine Reihe von Polaroidfotografien und Collagen, die die Blumes zwischen 1988 und 2000 gemacht haben und die ab dem 29.6.03 in Göppingen zu sehen sein werden.

Pressemitteilung / Auszug: "102 Polaroidfotografien und –collagen (1988-2000) von Anna und Bernhard Blume zeigt die Kunsthalle Göppingen. Sie bilden das Zentrum des Werkes des Künstlerpaares in den 1990er Jahren. Unter dem Titel "Das Glück ist ohne Pardon." wird diese in über zehn Jahren entstandene Arbeit erstmals in einer musealen Einzelausstellung ausgestellt.

Polaroids sind von je her geeignet das exhibitionistische Experiment zu befördern. Erst waren es "Gegenseitigkeitsbilder", die Anna und Bernhard Blume voneinander machten. Dann entstand eine Bilderserie, die nach verhaltenen Anfängen in ein orgiastisch-lustvolles Massaker der Deformation, der Dekonstruktion der Physiognomie führt. Triviale Plastikdinge, Kleiderbügel und bunte Heimwerkerutensilien, traktieren und deformieren die Gesichter der Künstler. In einer gewaltsam herbeigeführten "Verdinglichung" werden sie zerschnitten, gespreizt, gepresst, eingespannt und durchbohrt, um anschließend in den Collagen nicht minder drastisch zusammengeführt zu werden.
...
Der in künstlerischen Fragen versierte Blick sieht dingmagische Bildvorstellungen ironisch verhackstückt. Kubismus, Konstruktivismus und Bacon’sche Verwindungen werden leibhaftig praktiziert. Aktionskunst, Performance, Body-Art werden in einem künstlerischen Grenzgang eingebunden, vielleicht auch ironisch aufgearbeitet. In den dichten Reliefs des Polaroidmaterials treibt erst die Collage die Deformation auf die Spitze. Sie wird zum eigentlichen Medium der ekstatischen Verschmelzung der Gesichter. Das hoch besetzte, klassische Genre des Künstlerselbstportraits mutiert zu einer Folge schamloser Entstellungen und dementiert, wie Anna und Bernhard Blume selbst formulieren, den "Mythos des Portraits und die darüber beschworene Autonomie des Subjektes".

Jeweils zweiteilige, großformatige und schwarz-weiße Fotoarbeiten aus der Serie "Transzendentaler Konstruktivismus" (Statement, 1992) schlagen eine Brücke zu den bekannten Großfoto-Serien früherer Jahre. Die slapstickartige Inszenierung kleinbürgerlichen Alltagswahnsinns und die verborgenen kultischen Implikationen sind verbindende Momente. Es bleibt die sarkastische Verweigerung jeder tröstlichen Metaphysik, die diebische Lust am Verhängnis. "Erst in seiner grausamen Zuspitzung ist das Wirkliche wirklich." – "Das Glück ist ohne Pardon."

Ausstellungsdauer: 29.6. – 10.8.2003

Öffnungszeiten: Di-So 10-12, 14-18 Uhr; Do bis 20 Uhr; Mo geschlossen.

Kunsthalle Göppingen | Marstallstr. 55 | D-73033 Göppingen | Tel.: 49 (0)7161 650-777/8

goeppingen.de


ch



Anna und Bernhard Blume:


- Sammlung MMK Frankfurt

- ZKM Sammlung Karlsruhe


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Boris Lurie Art Foundation

Chatbot

Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


Card image cap

Che Seibert. Bilder von Straßen

bis 30. Januar 2021 | Neuer Kunstverein Wuppertal e.V.

Card image cap

FOTO WIEN wird verschoben

Januar 2021 | Wien

Card image cap

Boris Becker – Hochbunker. Photographien von Architekturen und Artefakten

verlängert bis zum 11. April 2021 | Saarlandmuseum, Moderne Galerie Saarbrücken

Card image cap

Max Ernst-Stipendium 2021 an Belia Brückner

Januar 2021 | Brühl / Max Ernst-Gesellschaft e.V.

Card image cap

Radio Art Residency in Weimar

Januar 2021 | Bauhaus-Universität Weimar | Hochschule für Musik FRANZ LISZT

Card image cap

Virtual Open House

15. Januar 2021 | Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Basel

Card image cap

Nino Maaskola: Skulptur für den öffentlichen Raum

Januar 2021 | Kunstakademie Karlsruhe