Digital Archives

Gruppenausstellung

12.3. - 29.5.2016 | Kunstverein Hannover
Eingabedatum: 15.03.2016

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Parallel zur CeBIT und HANNOVER MESSE 2016 rückt die Ausstellung »Digital Archives« im Kunstverein Hannover zum zweiten Mal Möglichkeiten, Visionen und Gefahren des digitalen Wandels in den Mittelpunkt. Die Gruppenausstellung versammelt Werke, die sich auf vielschichtige Weise mit der vernetzten Welt und den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Zirkulation, Archivierung und Verarbeitung digitaler Informationen auseinandersetzen. Neben den Daten- und Kommunikationsströmen globaler Netzwerke werden höchst komplexe und unsichtbare Formen politischer und ökonomischer Machtverschiebungen ebenso thematisiert wie die allgegenwärtige Überwachung und Zensur offengelegt und reflektiert.

Die Infrastruktur moderner Gesellschaften ist zum größten Teil vom Fluss der Datenströme abhängig. Unsere Daten werden in Clouds gespeichert und auf Serverfarmen gepflegt. Die Datenbank als digitales Archiv steht sowohl für die Erkenntnispotentiale als auch Informationsexzesse einer Medienkultur, in der die Sammlung, Verwaltung und Auswertung von digitalen Informationen einen immer höheren Stellenwert erhalten.
Gewaltige Subventionen, private und öffentliche Arbeitskraft sowie unternehmerisches, staatliches und militärisches Kapital fließen in die Generierung, Erfassung und Analyse von Daten. Immer dringlicher stellt
sich die Frage, wer über welche Daten verfügt, wie diese weiterverarbeitet werden und wie sich dadurch ökonomische Machtgefüge und gesellschaftliche Konzepte von Privatsphäre, Wissen und Verantwortung
verändern.

Im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Gesellschaft mit ihrem virtuellen und materiellen Erbe umgeht, lenkt Yann Mingard (*1973 CH, lebt in Colombier) in seiner fotografischen Serie »Deposit«, 2009–2013 den Blick auf riesige Serverfarmen und Datenzentren, die unfassbare Mengen sowohl gewöhnlicher als auch sensibler Daten beherbergen. Die audiovisuelle Installation »data.matrix [nº1–10]«
(2009) des japanischen Komponisten und Medienkünstlers Ryoji Ikeda (*1966 JPN, lebt in Paris) hingegen übersetzt Datenströme in dreidimensionale Landschaften aus abstrakten Mustern und Klangkompositionen,
während Ingo Günther (*1957 D, lebt in New York) in seinen transformierten Globen des Projekts »Worldprocessor« (1988–) unter Verwendung statistischer Daten verschiedenste Momentaufnahmen globaler
geopolitischer Entwicklungen aufzeigt.

Die Arbeiten von Trevor Paglen (*1974 USA, lebt in New York) widmen sich der Sichtbarmachung dessen, was mit großem Aufwand geheim gehalten werden soll, und spüren die unsichtbaren Netzwerke politischer Macht und Kontrolle auf. So entwickelt die Videoarbeit »89 Landscapes« (2015) anhand erhabener wie ernüchternder Landschaftsaufnahmen von Hochsicherheitszonen der NSA und des britischen Nachrichtenund Sicherheitsdienstes GCHQ eine schonungslose Geografie des 21. Jahrhunderts. Verborgene Praktiken der Macht und die damit einhergehende Rolle von Bildern werden auch in dem Film »Jedes Bild ist ein leeres Bild« (2014) von Christoph Faulhaber (*1972 D, lebt in Hamburg) verhandelt. Darin dokumentiert Faulhaber die unbequemen Aktionen eines Künstlers unter Terrorverdacht, der in seinen Projekten immer wieder die herrschenden Systeme auf- und untersucht.

Mögliche Visionen der zivilen Nutzung von Drohnen im städtischen Raum entwickelt das Londoner Kollektiv Superflux (gegründet 2009 von Anab Jain und Jon Arden), während die !Mediengruppe Bitnik mit ihrer Arbeit »Random Darknet Shopper – The Bot´s Collection« (2015) anhand einer spezifischen Software, die automatisiert Bestellungen im sogenannten »Darknet« tätigt, aktuelle Fragen zur Debatte der künstlichen Intelligenz aufwirft. Indes befasst sich Arno Auer (*1977 D, lebt in Hannover) mit Zensur im Internet bzw. deren Umgehung und macht alternative DNS-Server öffentlich zugänglich, über die der Zugriff auf gesperrte Online-Inhalte möglich ist – ohne dass die Nutzer dabei zurückverfolgt werden können.

Künstler: Arno Auer, Christoph Faulhaber, Ingo Günther, Ryoji Ikeda, !Mediengruppe Bitnik, Yann Mingard, Trevor Paglen, Superflux


Kunstverein Hannover
Sophienstraße 2
D-30159 Hannover
kunstverein-hannover.de

Presse



Ryoji Ikeda:


- Biennale Venedig 2019

- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2003

- ikono On Air Festival

- Kunstverein Hannover 2016

- Sharjah Biennial 11, 2013


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