Symposium "True Colors" im Internationalen Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen


Eingabedatum: 08.06.2004

Symposium "True Colors" im Internationalen Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen

bilder

Mit 30minütiger Verspätung sprach der bekannte Hamburger Fotograf F.C. Gundlach seine Begrüßungsworte. Mit unerwarteten Schlangen und ein wenig Organisationschaos begann das Symposium, welches ganz im Zeichen der Farbe stand. Er sei lediglich der "Begrüßungsonkel", wie sich Gundlach schelmenhaft selber nannte - und so überließ der Fotograf nach wenigen Minuten den Teilnehmern das Feld.

Bis zu den 80ern galt die Verwendung von Farbe in der künstlerischen Fotografie als verpönt, so der Ausstellungsorganisator Ingo Taubhorn. Sie sei zu kommerziell und oberflächlich dazu noch bunt, verspielt und eigentlich nicht Ernst zu nehmen. Schwarz-weiß Fotografie galt allein als ausdrucksstark und seriös. Mittlerweile ist in den letzten zehn Jahren ein Paradigmenwechsel festzustellen. Bestes Beispiel und auch Anlass für das Symposium ist die aktuelle Ausstellung von Martin Parr (Die Retrospektive. Photographische Werke 1971-2001) in den Deichtorhallen. Parr hat in den 70ern als schwarz-weiß Fotograf begonnen, ging dann aber zur Farbfotografie über. Seine Bilder haben sozialdokumentatorischen Anspruch und damit international bekannt geworden.

Die Mischung der Vorträge aus Darstellungen von Künstlern, Wissenschaftlern und Publizisten beleuchtete das Thema "Farbe" aus mehreren Richtungen. Der schwedische Fotograf Lars Tunbjörg zeigte Fotos aus einem Zyklus über seine schwedische Heimat. Mit dem Fotoband "Country by itself" wurde er bekannt und erhielt zahlreiche Preise. Seit 1984 fotografiert er in Farbe, um nach eigenen Aussagen, dem Sujet mehr Facetten und Prägnanz zu geben. Die Bilder zeigen Insignien des schwedischen Mittelklasselebens ohne Ironie und Abwertung. Menschenleer sind diese. Die Farbe wirkt auf den Betrachter mit klinischer Präzision.

Etwas profaneren aber nicht unwichtigen Dingen widmet sich Martin Jürgens. Er ist einer der wenigen Fotorestauratoren in Deutschland und betreut die Sammlung F.C. Gundlach. Jürgens gibt einen Einblick in die Schwierigkeiten der Erhaltung fotografischer Werke. Ein Künstler bedenkt nur selten wie wichtig die Kenntnis des Materials bis in letzte Detail ist, um Fotos langfristig für die Nachwelt zu erhalten. Gerade für Sammler ist dieses ein wichtiger Aspekt. Am Samstag präsentierte dann u.a. auch Jürgen Baldauf das Konzept seines Magazins "vorn". Bislang einmalig in Deutschland. Es gibt für die Fotografen und Art Direktoren keine Vorgaben. Jeder ist frei in der Gestaltung seiner Strecke. Die Auflage beträgt zur Zeit beachtliche 10.000 Stück. Thematisiert werden Mode, Design und Kunst.

Farbe wird inzwischen in allen Bereichen, sei es künstlerisch oder gewerblich, verwendet. Die übergeordnete Fragestellung des Symposiums "Wie farbig ist die Wirklichkeit und ist die Farbe wirklich?" konnte natürlich nicht abschließend beantwortet werden, nichtsdestotrotz eine aufschlussreiche Veranstaltung.

Dr. Tanja Hemme



Martin Parr:


- art basel miami beach 2014

- ARTRIO 2013 Brasilien

- Das imaginäre Museum, 2016

- Fondation Frances

- Gruppenausstellung

- KIAF 2016

- Kunstverein - Palais für aktuelle Kunst Glückstadt Glückstadt

- MoMA Collection

- Sammlung DZ Bank Frankfurt

- The Making of Art 2009 Schirn


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