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Henrike Naumann DAS REICH

26.9.2019 bis 12.1.2020 | Belvedere 21, Wien
Eingabedatum: 28.09.2019

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Henrike Naumann, Das Reich, 2017, Ausstellungsansicht im Berliner Herbstsalon Foto: Ladislav Zajac, Courtesy die Künstlerin und KOW, Berlinbilder

Henrike Naumanns Rauminstallation im Belvedere 21 versetzt die Besucher_innen ins Jahr 1990 und skizziert ein fiktives Szenario, in dem sich politische Verschwörungstheorien mit persönlichen Schicksalen und den Brüchen der deutsch-österreichischen Geschichte verbinden.

„Henrike Naumann gehört zu den Shootingstars der jungen Szene. Sie überführt zeitgemäße Themen in szenografisch gestaltete Räume und geht dabei der Frage nach, wie sich die Radikalisierung weiter Teile der Bevölkerung in der Inneneinrichtung widerspiegelt“, so Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere. Die Reichsbürger sind eine rechtsgerichtete politische Bewegung, deren Mitglieder die Legitimität und Souveränität der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen. Sie pochen auf die Aushandlung eines Friedensvertrags, die 1949 im Grundgesetz festgeschrieben wurde, und beharren deshalb auf einem Fortbestehen des Deutschen Reichs. Sie sehen sich als bedrohtes indigenes Volk in einem besetzten Land und bitten die Vereinten Nationen um Unterstützung gegen Völkerrechtsverletzungen. Die Reichsbürger horten Waffen und Munition für den Tag X, wenn der Endkampf kommt und das Deutsche Reich wiederauferstehen wird.

Henrike Naumann entwickelt mit der Ausstellung Das Reich ein fiktives Szenario, in dem die Reichsbürgerbewegung 1990 tatsächlich die Kontrolle über das wiedervereinte Deutschland übernimmt. In der Folge schließt sich Österreich dem wiedererrichteten Deutschen Reich an. Das neu erwachte völkische Zusammengehörigkeitsgefühl wird euphorisch gefeiert. Dies äußert sich aber nicht in Massenaufmärschen wie 1938, sondern in einer überschwänglichen Konsumkultur. „Ich kaufe ein, also bin ich!“, lautet das Motto, das die Kraft zur Herausbildung eines neuen Germanentums aus dem totalen Kaufrausch schöpft. Denn so wie in Ostdeutschland schießen auch in Österreich die Möbelhäuser aus dem Boden. Anstatt „nur zu wohnen“, lebt man das Deutschtum als hedonistischen Lifestyle, der in Produktform erworben werden kann.

Diese gesellschaftspolitische Stimmung skizziert Henrike Naumann in einer immersiven Rauminstallation aus Möbeln, Dekoelementen, Wohnaccessoires und Videos. Die Reichs(-bürger-)kanzlei wird als eine Art völkische Kultstätte inszeniert. Dort treffen Homevideos des Nationalsozialistischen Untergrunds sowie von Feiernden auf Ibiza auf ein 1990er-Jahre-Möbelhaus und allerlei Finca-Chic.
„Das Reich lässt sich als Psychogramm einer alternativen Weltanschauung lesen, die dem realen Gedankenkosmos heutiger rechtsextremer Strömungen bedrohlich ähnelt“, so Kurator Severin Dünser.

Belvedere 21
Arsenalstraße 1
1030 Wien
www.belvedere.at

Presse



Henrike Naumann:


- Busan Biennale 2018

- Gallery Weekend Berlin 2019

- Riga Biennial 2018


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