"Portrait und Menschenbild" - Art Cologne


Eingabedatum: 24.10.2006


fullscreenbilder

Zeitlich Bezug nehmend auf das 40-jährige Bestehen der ART COLOGNE (01.-05.11.2006) setzt die diesjährige Sonderschau der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, die dem Bild vom Menschen in der Fotografie gewidmet ist, in den 1960er-Jahren an und führt das Thema bis in die heutige Zeit weiter. Hierbei, so schreibt Gabriele Conrath-Scholl/Claudia Schubert im Katalogtext, kommen unterschiedliche thematische, ästhetische und zeitliche Aspekte aus Bereichen wie Star- und Prominentenfotografie, Bildjournalismus, künstlerische Fotografie und street photography zum Tragen. Im Vordergrund steht der Ansatz des Dokumentarischen mit seiner sachlich-konzeptuellen Ausrichtung, die August Sander in den 1920er und 1930er Jahren so überzeugend und mit nachhaltigem Einfluss auf die Portraitphotographie formuliert hat. Die Beobachtung des Menschen und seiner Individualität, der als Person der Öffentlichkeit oder des Privaten doch zumeist in seiner Zeit und seinem Umfeld verhaftet ist, ist ein faszinierendes und weit ausgreifendes Feld, in welchem besonders dem Medium der Fotografie geradezu ideale Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die Ausstellung präsentiert aus dem Bereich der Star- und Prominentenfotografie exemplarische Werke aus den 1960er bis in die 1980er-Jahre, so unter anderem von Richard Avedon (1923-2004), Anton Corbijn (*1955) und Jim Rakete (*1952) sowie eine Auswahl von Robert Lebecks (*1929) bekannten Portraits der Filmschauspielerin Romy Schneider.

Auf dem Gebiet des Bildjournalismus und der thematisch ausgerichteten Reportage zeichnen sich die 1960er-Jahre durch eine große Vielfalt aus. Während Will McBride (*1931) authentisch wie sensibel das Lebens- und Freiheitsgefühl einer jugendlichen Generation bis ins Private hinein einfängt, hat René Burri (*1933) in seinem berühmten Fotoessay "Die Deutschen" ein atmosphärisch dichtes Bild der Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten vor dem Hintergrund des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen. Politische Ereignisse spiegeln sich eindrücklich in den auf den Menschen konzentrierten Aufnahmen der langjährigen Redaktionsfotografin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Barbara Klemm (*1939).

Die Verortung des Einzelnen in der Gesellschaft reflektiert das in den 1970er-Jahren begonnene und konzeptuell angelegte Portraitwerk von Gabriele und Helmut Nothhelfer (beide *1945). Ihre Fotografien entstehen bis heute zumeist anlässlich von öffentlichen Ereignissen, Volksfesten oder Prozessionen. Die von den Nothhelfers erreichte bildnerische Intensität und klare ästhetische Setzung kann als ein Verweis auf jüngere fotografische Positionen wie jene von Bernhard Fuchs (*1971) oder Jitka Hanzlová (*1958) betrachtet werden. Bei diesen ist die Konzentration auf eine Person überzeugend weitergeführt worden. Dieser Ansatz schließt das Lebensumfeld der Dargestellten zwar ein, wird aber besonders in solchen Fotografien deutlich, die den privaten Familienkreis in Augenschein nehmen, so in Bildern von Christian Borchert (1942-2000), Martin Rosswog (*1950) und Thomas Struth (*1954). Sehr konsequent richtet Thomas Ruff (*1958) seine Kamera auf das Gesicht seiner Modelle. Er adaptiert in seinen ganz auf den Kopf und das Gesicht konzentrierten groß dimensionierten Farbfotografien das gängige Passbildformat. Das Gesicht mit all den physiognomischen Eigenheiten wird so zur lesbaren Fläche. Das Spannungsverhältnis von Persönlichem und Konformem wird in den vorgestellten Werken zur Diskussion gestellt.

Einen gänzlich anderen Auftritt hat der Mensch im fotografischen Genre der street photography. Mit Garry Winogrand (1928-1984), Lee Friedlander (*1934) und dem weniger bekannten New Yorker Fotografen Leon Levinstein (1910-1988) hat sie eine genuin amerikanische Ausprägung erfahren, die in Werken internationaler Künstler wie Beat Streuli (*1957) oder Philip-Lorca diCorcia (*1953) eine aktuelle Weiterführung findet. In ihren Aufnahmen wandelt sich die Straße zunehmend zur Bühne.

Eine zentrale Persönlichkeit in der Portraitfotografie ist Diane Arbus (1923-1971). Ihr OEuvre wurde vor allem durch die einfühlsame wie treffende Darstellung von Randexistenzen bekannt, jenen, die abseits der so genannten Normalität leben. Ihr komplexes Werk strahlt in viele Richtungen aus, und die beunruhigende Fremdheit, die von den abgebildeten Exzentrikern und Außenseitern ausgeht, scheint auch in Bildnissen durch, die Arbus von gut situierten und gesellschaftlich integrierten Bürgern aufgenommen hat. Die Dokumentation "Tulsa", 1971, von Larry Clark (*1943), eine Milieustudie des von Drogenkonsum, Gewalt und Sexualität geprägten Lebens der Freunde des Fotografen, zeichnet sich durch eine beeindruckende Direktheit und Offenheit aus. Nan Goldin (*1953) wird ein Jahrzehnt später ein an Nähe und Intensität vergleichbares Werk beginnen. Sie hält ihr eigenes Leben, ihre Freunde und ihr New Yorker Umfeld, dort besonders Bars, Diskotheken oder die Lokale der Transvestiten, bis in intime emotionale Momente und Situationen hinein fest.

"Portrait und Menschenbild - 1960 bis heute" ist ein Zeitspiegel, eine Plattform, auf der sich unterschiedliche Blickwinkel treffen, auf der historische wie formale Bezüge in Kommunikation treten und wo fotografische Ikonen neben weniger Bekanntem neu entdeckt werden können.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur dankt allen Leihgebern, Künstlern und der Koelnmesse für die gute Zusammenarbeit.

Es werden Aufnahmen gezeigt von Diane Arbus, Richard Avedon, Tina Barney, Christian Borchert, Will McBride, René Burri, Larry Clark, Anton Corbijn, Philip-Lorca di Corcia, Rineke Dijkstra, Ed van der Elsken, Larry Fink, Lee Friedlander, Albrecht Fuchs, Bernhard Fuchs, Nan Goldin, Jitka Hanzlová, Sarah Jones, Barbara Klemm, Robert Lebeck, Stefan Moses, Nicholas Nixon, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Jim Rakete, Dirk Reinartz, Judith Joy Ross, Martin Rosswog, Thomas Ruff, Rosalind Solomon, Michael Schmidt, Joel Sternfeld, Beat Streuli, Thomas Struth, Jürgen Teller, Wolfgang Tillmans, Garry Winogrand.

Presseteam Kunst & Kultur
Dirk Mangold Gaby Nohl
Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln, Deutschland
Telefon: + 49 221 821-2907 + 2270,
Telefax: + 49 221 821-2181, d.mangold@koelnmesse.de
koelnmesse.de

Koelnmesse GmbH










Weiteres zum Thema: Art Cologne



Abschlußbemerkungen Art Cologne 2001


Trotz verkürzter Messedauer fand die Art Cologne auch in diesem Jahr wieder 65 000 Besucher.
Das Angebot der ART COLOGNE sei selektiv auf dem Gebiet der Klassischen Moderne und vielfältig breit bei zeitgenössischer und aktueller Kunst, so Dr. Karl Schweizer, der Direktor Art Banking der UBS.
Und es war nach den Aussagen der Mehrheit der Aussteller, die wirtschaftlich erfolgreichste seit Jahren, so Bernhard Aufderheide, Geschäftsführer der KölnMesse GmbH.
So konnte der Berliner Galerist Michael Schultz nicht nur 20 Werke von Norbert Bisky veräußern, sondern auch noch ein Baselitz-Gemälde (1,3 Millionen), fünf Lüpertz Papierarbeiten (24.000 bis 30.000 DM) und vier Ölbilder von Cornelia Schleime (18.000 bis 36.000 DM).

Die nächste Art Cologne findet Ende Oktober/Anfang November 2002 statt.

ART COLOGNE - Daten & Fakten 2002


Mit der ART COLOGNE findet jährlich die bedeutendste Kunstmesse in Deutschland statt. Der Internationale Kunstmarkt Köln ist seit seiner Gründung im Jahr 1967 das Flaggschiff aller internationalen Kunstmessen und von Zusammensetzung und Ambiente in der Welt einmalig. Darüber und auf die Qualität und Ausgewogenheit des Angebots achtet ein international besetzter Zulassungsausschuss.

Die auf etwa 260 international renommierte Galerien begrenzte Teilnehmerzahl garantiert Überschaubarkeit, bietet gleichzeitig aber einen umfassenden Überblick über das Kunstgeschehen des 20. Jahrhunderts - von der Klassischen Moderne bis zu aktuellsten Kunstproduktionen. Schwerpunkte im Angebot sind neben den Klassikern die Kunst der 60er, 70er, 80er und 90er Jahre.

In das Ausstellungsareal der Rheinhallen der KölnMesse GmbH integriert ist das Segment Köln Skulptur. In diesem weltweit einmaligem Präsentations-Umfeld sind ausschließlich dreidimensionale Objekte zugelassen. Im internationalen Förderprogramm, unterstützt vom Bundesinnenministerium, der Stadt Köln und der KölnMesse, beteiligen sich in diesem Jahr wieder eine Vielzahl von Debütanten.

Einen eigenen Bereich innerhalb der Messe bilden auch wieder junge Galerien, die auf Einladung einer Expertenjury mittels Förderung durch die Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Köln an der Messe teilnehmen können. Die ART COLOGNE zählt jährlich rund 70.000 Besucher.
Nächster Termin: 30. Oktober bis 3. November 2002
  • Abschlußbemerkungen Art Cologne 2001

  • ART COLOGNE-PREIS - 2001

  • ART COLOGNE 2002

  • Schlussbericht Art Cologne 2002

  • Koelnmesse verstärkt das Kunstmessen-Team (30.7.)

  • Meldungen von der ART COLOGNE (5.9.03)

  • Professor Dr. Dr. h.c. Werner Spies erhält den ART COLOGNE-Preis 2003 (29.10 – 02.11.2003)

  • Art Cologne 2003 (29.10 – 02.11.2003)

  • art.fair- ENJOY CONTEMPORARY ART (30.10. - 02.11. 2003)

  • ART COLOGNE 2003 - Abschlussbericht

  • Gérard A. Goodrow zum Kölner Kunstmessen-Quartett im April 2004 (30.1.04)

  • KUNSTKÖLN 2004 / 21.4.-26.4. / wird von beispielhaften Sonderschauen begleitet (13.2.04)

  • KUNSTKÖLN: Einblicke in die Sammlung Charlotte Zander (21.-26.04.2004)

  • ART Committee hat das Teilnehmerfeld der ART COLOGNE 2004 festgelegt (28.10.-1.11.)

  • Sonderschau der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur

  • 'Expanded Arts' und 'Richter, Polke, Lueg' Sonderschauen auf der Art Cologne (28.10.- 01.11.2004)

  • ART COLOGNE 2004: Abschied als Aufbruch (28.10.-01.11.04)

  • Sir Nicholas Serota, Direktor der Londoner Tate Gallery, erhält den ART COLOGNE-Preis 2004 (14.9.04)

  • "New Contemporaries" Förderprogramm auf der Art Cologne

  • Art Cologne 2004 - Abschlussbericht

  • Großer Erfolg für die Frühjahrs-Kunstmessen Köln 2005

  • COLOGNE FINE ART - Premiere im Februar 2006

  • ART COLOGNE-Preis 2005 geht an René Block

  • ART COLOGNE zeigt: Sonderschau koreanischer Videokunst - Nam June Paik als Übervater

  • KunstFilmBiennale, Köln (19.10.05-24.10.05)

  • Kunst & Investition - Wo liegt der Gewinn? - Köln (Symposium 26.10.05)

  • Bewegung auf dem Markt für Digitalkunst. ART COLOGNE 2005

  • Die Oktober-Ausgabe des Kultur-Kanal mit folgenden Themen:

  • Annette Kelm ist erste Trägerin des ART COLOGNE-Preises für junge Kunst

  • Schlussbericht: ART COLOGNE - Spitzenverkäufe bestätigen Köln als internationalen Kunstmarktplatz

  • Staatliches Museum Schwerin ist "Museum des Jahres" 2005

  • Neue Töne auf der Tonleiter

  • "Dass Kunst nicht zum Nulltarif zu haben ist, ist selbstverständlich!"

  • Der ehemalige Galerist Rudolf Zwirner erhält den ART COLOGNE-Preis 2006

  • ART COLOGNE: Ab 2006 Verschlankung auf 180 Galerien - ab 2007 Frühjahrstermin

  • 23 New Talents auf der ART COLOGNE 2006

  • Teilnehmer der 40. ART COLOGNE stehen fest (20.07.06)

  • Rudolf Zwirner erhält den diesjährigen ART COLOGNE-Preis (3.8.06)

  • Schlussbericht: ART COLOGNE 2007 mit Erfolg ins Frühjahr verlegt

  • "Portrait und Menschenbild" - Art Cologne

  • Exzellenter Messestart mit guten Umsätzen

  • ART COLOGNE PALMA DE MALLORCA in 2007

  • Abschlussbericht: ART COLOGNE feierte ihr Jubiläum

  • 25 New Talents auf der ART COLOGNE 2007 (18.-22.04.07)

  • Erhard Klein ist ART COLOGNE-Preisträger 2007

  • art KARLSRUHE vs UND#2: Ein Rückblick auf die Karlsruher Kunstmessen

  • Kunstverein Wolfsburg erhält den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine

  • Frühjahrs-ART COLOGNE ist erfolgreich gestartet

  • Fröhliche Metzelei

  • Kölner Kunstmessen vor Neuausrichtung

  • top