Kader Attia. Sacrifice and Harmony

Ausstellung des Jahres 2016

November 2016
Eingabedatum: 15.11.2016

bilder

Die Deutsche AICA (Internationale Vereinigung der Kunstkritiker) hat die von Prof. Dr. Susanne Gaensheimer und Klaus Görner kuratierte Ausstellung Kader Attia. Sacrifice and Harmony als „Ausstellung des Jahres 2016“ ausgezeichnet.

Vom 16. April bis 14. August 2016 widmete das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main Kader Attia (* 1970) eine umfassende Einzelausstellung. Der in Algerien und Paris aufgewachsene Künstler zählt zu den international viel beachteten Kunstschaffenden seiner Generation.

In der Begründung der Jury heißt es:
„Die Ausstellung Sacrifice and Harmony war die zweite deutsche institutionelle Einzelausstellung des 1970 geborenen algerisch-französischen Künstlers Kader Attia. Seine Arbeiten, Zitate und Installationen zu den Themen Verletzung, Ritual und Reparatur verkörperlichen auf hervorragende, intelligente und zugleich sinnliche Weise ethische und politische Differenzen und Konflikte. Dazu zog die Ausstellungsinszenierung als vorgegebener Parcours die Besucher nahezu unausweichlich in eine fast körperliche Konfrontation mit den komplexen Themen.“

In dem Ausstellungstext hieß es:
"Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Präsentation auf der letzten documenta zählt Kader Attia (*1970) zu den international führenden Künstlern seiner Generation. Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main widmet Attia jetzt eine umfassende Einzelausstellung. Als Kind algerischer Einwanderer in den Banlieues von Paris aufgewachsen, bilden seine Erfahrungen in zwei unterschiedlichen kulturellen Milieus die Grundlage für seine künstlerische Praxis. In der Ausstellung im MMK erforscht er die weitreichenden Auswirkungen der westlichen kulturellen Hegemonie auf nicht-westliche Kulturen vor dem Hintergrund unserer globalisierten Gegenwart.

Attia befasst sich in seinen ästhetisch beeindruckenden wie ethisch anspruchsvollen Werken mit dem Konzept der „Reparatur, das er seit vielen Jahren erforscht und in seiner großartigen viel beachteten Installation „The Repair from Occident to Extra-Occidental Cultures“ auf der documenta 13 (2012) erstmals in vollem Umfang ausgebreitet hat. Von einem antiken kongolesischen Lendenschurz ausgehend, der mit einem europäischen Stoff geflickt wurde, unterscheidet der Künstler zwei verschiedene Ansätze der Reparatur: Die geflickten Artefakte der ethnologischen Sammlungen zeigen ganz offensichtlich die Nähte und Klammern und damit die Geschichte des Gegenstandes. Die westliche Vorstellung hingegen verfolgt das Ideal der spurlosen Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Diese beiden Konzepte überträgt Attia auf unterschiedlichste Wissensgebiete und Techniken und verweigert ihnen ihre eindeutige kulturelle Zuordnung, indem er auf gleiche Phänomene in unterschiedlichen Kulturbereichen verweist. Dabei geht es ihm nicht um eine Versöhnung der kulturellen Differenzen, sondern vielmehr um eine geschärfte Wahrnehmung der Pluralitäten.

Für die Ausstellung “Sacrifice and Harmony“ im MMK 1 entwickelt Kader Attia eine neue Gruppe von Werken, die sein Konzept der Wiederaneignung und der Reparatur fortführt. Dabei richtet er den Blick auch auf religiös und politisch motivierte Opferrituale. Ursprünglich zur Harmonisierung von Ordnungen gedacht, sieht sie Kader Attia in zeitgenössischen Gesellschaften als ein Hauptinstrument der Angstpolitik, die das friedliche Zusammenleben und die gesellschaftliche Harmonie zerstören."

MMK 1
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
http://mmk-frankfurt.de/de/home/

Presse






Daten zu Kader Attia:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- ArtZuid2013, Amsterdam
- Biennale de Lyon 2015
- BIENNALE of DAKAR 2016
- Biennale Venedig 2017
- Die Göttliche Komödie, MMK, 2014
- Die Zukunft der Tradition - Haus der Kunst, München
- documenta 13, 2012
- EVA International 2016
- Frieze London 2016
- Galerie Krinzinger
- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015
- Göteborg Biennale 2015
- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST
- Marrakech Biennale MB5, 2014
- Marrakech Biennale, 2016
- Sharjah Biennial 13, 2017
- The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989 - ZKM, 2011

Weiteres zum Thema: Kader Attia



The Big Easy - Halle 14, Leipziger Baumwollspinnerei (25.11.07-13.1.08)


Das Ausstellungsprojekt "The Big Easy. Relocating the Myth of the >>West<<" thematisiert als Herausforderung der Gegenwart das Insichhineinversetzen in die Vorstellungswelt und Weltanschauung Anderer, ohne die eigenen (vorgefertigten) Imaginationen zu projizieren. Ausganspunkt bildet der Umgang des "Westens" im Kampf um Ressourcen, Globalisierung, religiösen und ethnischen Konflikte und Terrorismus. Infrage gestellt wird dabei sein Selbstverständnis als ordnungspolitische Leitkultur, wobei sich die ost- und mitteleuropäischen Staaten politisch und wirtschaftlich immer mehr Westeuropa angleichen.
"Ost und West sind nun Teil einer panoramisch-panoptischen, überwältigenden, herzzerreißenden, atemberaubenden Kultur der Übertreibung als hegemoniale Weltlandschaft, in der nichts wirklich passiert, deren überbordende Unbeschwertheit, der große Leichtsinn, The Big Easy einfach nur ein Effekt ist. Jene Übertreibung wider besseres Wissen - dem beliebtesten politischen Machtmittel."

Künstler/innenliste: Zehra Ahmed (Australien), Kader Attia (Algerien, Frankreich), Matthew Buckingham (USA), Deborah Kelly (Australien), Aleksandra Mir (Polen, Italien), Mônica Nador (Brasilien), Julika Rudelius (D, USA), Xabier Salaberria (Spanien) und Solmaz Shahbazi (Iran, D)

Eine Ausstellung der HALLE 14 unter Mitwirkung der ACC Galerie Weimar und von Knut Birkholz (Rotterdam).

Abbildung: Julika Rudelius, Forever, Filmstill 2006

Öffnungszeiten: Fr-So, 11-18 Uhr

Leipziger Baumwollspinnerei, Halle 12
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
Tel.: 0341 492 42 02

halle14.org


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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