Karin Sander – Identities on Display

11.03. – 18.06.2017 | Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Eingabedatum: 15.03.2017

bilder

Karin Sander, Haarzeichnungen, 1998, New York, Reutlingen, Ísafjörður,
560 Haare von ca. 60 Personen, 5 – 10 Haare einer Person, ausgerissen, auf je ein Blatt Papier fallen gelassen und fixiert, 560 Blätter, je 27,9 x 21,6 cm, gerahmt je 45,3 x 38,7 x 2 cm, Kunstmuseum Villa Zanders, , Bergisch Gladbach 2017, Foto: Michael Wittassek, © Karin Sander & VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Courtesy Esther Schipper, Berlin sowie private Leihgeber aus Bergisch Gladbach, Berlin, Reykjavík und Stuttgart.


Das menschliche Haupthaar ist ein Phänomen: Als einzelnes Haar ist es von einer Feinheit, die es fast unsichtbar macht, und doch ist es Träger sämtlicher DNA-Informationen eines Menschen und somit Sinnbild seiner Individualität. Es ist aber auch als Form einzigartig – bei genauerem Betrachten unterscheiden sich selbst die einzelnen Haare auf einem Kopf erheblich. Karin Sander lässt jeweils ein Haar auf ein weißes Blatt Papier fallen und fixiert es. Die so entstehenden „Haarzeichnungen“ (1998) folgen den Gesetzmäßigkeiten des natürlich Gewachsenen. Ihre Linien sind mal stark bewegt, mal vollkommen gerade, mal dicker, mal dünner und changieren in der ganzen Palette der natürlichen oder gefärbten Haartönungen von Weiß über Blond, Rot und Braun bis Tiefschwarz oder auch Blau.

Im Kunstmuseum Villa Zanders zieht sich ein Band von über 500 solcher Haarzeichnungen durch die Räume – eine Massierung, die der Vorstellung von Haarfülle auf skurrile und eigenwillige Art zuwiderläuft und gleichzeitig die Augen öffnet für eine Vielfalt, die uns beim täglichen Frisieren und Stylen vermutlich selten ins Bewusstsein dringt.

Mit Fragen der Identität und Individualität beschäftigt sich auch „Identities on Display“ (2013), eine Werkgruppe, die den MuseumsbesucherInnen bereits im Foyer entgegentritt. Die hier aufgestellten gläsernen Vitrinen verstehen sich als Angebot, durch das temporäre Ausstellen der eigenen Jacken, Taschen und anderer persönlicher Utensilien die Ausstellung täglich zu verändern. Die Museumsgarderobe mutiert zu einer Portraitgalerie der gerade anwesenden Museumsbesucher. Sie unterliegt permanentem Wandel und reflektiert mit subversiver Ironie das Verhältnis zwischen Kunst, dem wo und wie ihrer Präsentation und der Besucher.

In einer weiteren Raumarbeit reagiert Karin Sander speziell auf das Kunstmuseum Villa Zanders und seine wechselvolle Rezeption als Kunststandort. In der zentralen Halle breitet sich ein eigens nach den Maßen des Museums gefertigter Teppich aus, der als Muster die Grundrisszeichnung einer der Ausstellungsräume zeigt. Der Teppich übersetzt die nüchternen architektonischen Fakten in eine andere Dimension, die Luxus und Hochkultur mit dem Bedürfnis nach Intimität und persönlichem Komfort vereint.

Ein zweibändiger Katalog, bestehend aus einem Künstlerbuch mit dem kompletten Konvolut der 965 Haarzeichnungen und einem Begleitheft mit Installationsfotos der Ausstellung erscheint Anfang April. Texte von Gudrun Inboden und Petra Oelschlägel. Ca. 1024 Seiten. Kettler Verlag Dortmund. Preis 38 Euro.

Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad-Adenauer-Platz 8
51465 Bergisch Gladbach
Tel.: (02202) 14 - 2303
villa-zanders.de

Presse






Daten zu Karin Sander:

- ars viva Preistraeger
- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong 2018
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Daimler Art Collection
- Esther Schipper, Galerie
- Istanbul Biennial, 1995
- MoMA Collection
- nbk Berlin
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- SHARJAH BIENNIAL 9, 2009
- skulptur projekte münster 1997
- Villa Romana Preistraeger
- Zeitblick. Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der BrD, 2008

Weiteres zum Thema: Karin Sander



Die Sammlung der Deutschen Bank (7.6.02)


Als eines der ersten Unternehmen verband die Deutsche Bank Ende der 70er Jahre zeitgenössische Kunst und Arbeitswelt. Bis heute ist die Sammlung, deren Werke sich in Fluren, Schalterhallen oder Büros finden, auf 49 849 Kunstwerke an 911 Standorten in 43 Ländern angewachsen.
Noch ist die Geschichte der Sammlung recht kurz: Der Vorstand hat sich in den 70ern gegen die Gründung einer Stiftung entschieden – sie wollten eine eigene Kunstsammlung aufbauen. Die Ankauf-Kriterien gelten damals wie heute: Im Mittelpunkt der Sammlung stehen zeitgenössische Arbeiten auf Papier. Das Medium Papier ist auch die Verbindung zur Bank – das Material des Geldes und wichtiges Utensil in Büros.
Nach der anfänglichen Konzentration auf den deutschsprachigen Raum rückte in den 80ern das internationale Kunstgeschehen in den Mittelpunkt des Interesses. Die Ankäufe der Gegenwart konzentrieren sich auf aktuelle Tendenzen und die Optimierung der Sammlung.
Bisher fand die Kunst hauptsächlich Platz im Gebäude der Bank: So wurden Büros, Gänge, Besprechungszimmer und Schalterhallen zu Museen. Die typische Raumaufteilung oder das klassische Büro haben in heutiger Zeit jedoch ausgedient, so dass konsequenterweise auch das Konzept Kunst am Arbeitsplatz eine Veränderung und Erweiterung erfährt.
1997 eröffnete die Deutsche Bank in Zusammenarbeit mit dem Guggenheim Museum in New York im Erdgeschoss des Berliner Hauptgebäudes der Bank das Deutsche Guggenheim Berlin. Ziel dieses exklusiven Joint-Ventures war die Präsentation hochkarätiger Ausstellungen und auf den Raum bezogene Auftragswerke.
Seit zwei Jahren verfolgt die Bank zudem einen neuen Ansatz. Der virtuelle Raum hat die Bankgeschäfte verändert – aber nicht nur die, die virtuellen Welten haben auch Einfluss auf die Kunsträume genommen. Aus dieser Idee ist die Reihe Momente – temporäre Kunst im öffentlichen Raum – hervorgegangen. Keine Großskulpturen oder Kunst am Bau, sondern die Umsetzung temporärer Kunst mit neuen Perspektiven: jedes Jahr ein Projekt, jedes Jahr an neuem Ort, in einem anderen Land. So entstehen Momente, die nicht reproduzierbar sind.
2001 startete Momente in Frankfurt am Main, dem Sitz der Deutschen Bank und Ausgangspunkt all ihrer Kunstaktivitäten. Mit dem Projekt von Ayse Erkmen: Drei Fähren aus Japan, Italien und der Türkei wurden nach Frankfurt verschifft und nahmen auf dem Main mit ihren jeweiligen Crews einen Fährbetrieb auf, wie er sonst nicht existiert. Die Deutsche Bank und die Stadt wurden zu Gastgebern für drei ausländische Schiffe und das Publikum – die Passagiere zu Gästen Japans, Italiens und der Türkei.
Weitere Momente verwirklicht die Deutsche Bank mit Projekten von Karin Sander, Tobias Rehberger und Jenny Holzer in New York und Singapur. word search - das zweite Projekt der Momente-Reihe der Deutschen Bank zeichnet ein vielschichtiges Bild der Metropole.
Adresse: Deutsche Bank Kunst
Taunusanlage 12
60325 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 910 35859
Fax: +49 69 910 33118
E-mail: mailbox.kunst@db.com
Internet: deutsche-bank-kunst.com
moment-art.com

Deutsche Guggenheim Berlin
Unter den Linden 13-15
10117 Berlin
Tel: +49 30 202093 0
Fax: +49 30 202093 20



Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Atelier


    Anzeige
    karma


    Anzeige
    berlin




    Harsh Astral. The Radiants II

    The Radiants II« ist eine gedankliche Fortsetzung der Ausstellung »The Radiants«, die 2015 in der Bortolami Gallery in New York stattfand... weiter


    Marisa Merz Il cielo è grande spazio / Der Himmel ist ein weiter Raum

    Arbeiten aus fünf Jahrzehnten des künstlerischen Schaffens von Marisa Merz, der einzigen weiblichen Vertreterin der Arte Povera, sind in der Ausstellung versammelt. weiter


    Ein gemachter Mensch – Künstlerische Fragen an Identitäten

    Wer bin ich eigentlich? Und warum bin ich so, wie ich bin? Fragen nach der eigenen Identität treiben jeden von uns um. weiter


    Hans Hartung. Malerei als Experiment – Werke von 1962 - 1989

    Hans Hartung (1904-1989) gehört zu den herausragenden Malerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In Leipzig geboren, verließ er Deutschland früh, um in Spanien und Frankreich zu leben. weiter

    Nicolaus Schafhausen verlässt Kunsthalle Wien

    Nicolaus Schafhausen hat sich entschlossen, die Kunsthalle Wien mit 31. März 2019 zu verlassen. weiter


    HÖHENRAUSCH. Das andere Ufer

    Der HÖHENRAUSCH ist seit der Kulturhauptstadt 2009 eines der auffälligsten und erfolgreichsten Ausstellungsformate für zeitgenössische Kunst in Österreich.
    weiter

    Existenz Kapitel 1: Skizzen

    Ein Ausstellungsprojekt im Oktogon der HfBK Dresden mit Professor*innen, Studierenden, Lehrenden, Absolvent*innen der HfBK Dresden und Gästen. weiter


    Roman Ondak. Based on True Events. Lovis-Corinth-Preis 2018

    Nach wahren Begebenheiten, verheißt der Titel der Schau, doch in unserer Welt der Fake News, alternativen und Post-Fakten ist dieses Versprechen verstörend geworden. Was ist denn wahr und wer bestimmt, was Wahrheit ist? weiter


    Jonathan Meese / Daniel Richter / Tal R - BAVID DOWIE

    Unter dem Titel Bavid Dowie präsentiert das Kunsthaus auf drei Etagen farbintensive Gemälde und Skulpturen, die in einer einmaligen Zusammenarbeit im Vorfeld der Ausstellung entstanden sind. weiter

    Der Begriff - erscheinen - in Texten zur zeitgenössischen Kunst

    Industry erscheinen innerhalb der, Inhaltlich erscheinen seine Arbeiten, Installationen erscheinen als Orte, Institutionen erscheinen diese Forderungen
    Interaktion, erscheinen auf den, interessant erscheinen uns die .... weiter



    IN THE CUT - Der männliche Körper in der feministischen Kunst

    Sexualität als zentrales Thema in der Kunst war bis in die 1970er Jahre vornehmlich vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper beherrscht. weiter


    Raum D: Digitale Projekte Malte Bruns

    Bis zum 9. September gibt die neu initiierte Reihe „Raum D: Digitale Projekte“ Einblicke in die Praktiken junger medienkünstlerischer Positionen. weiter


    Raphaela Vogel Ultranackt

    Die neuen Arbeiten in dieser ersten Einzelausstellung ausserhalb ihrer deutschen Heimat entfalten eine Welt, die aufregend und dystopisch zugleich ist.
    weiter


    Jutta Koether Tour de Madame

    Kaum eine andere Künstlerin hat unser heutiges Verständnis von Malerei und von der Kulturlandschaft seit den 1980er Jahren so entscheidend geprägt wie Jutta Koether. weiter


    Jan Bräumer / Sebastian Tröger

    Unter dem Titel Von vielen Möglichkeiten weiß der Dinosaurier nichts präsentiert das Kunsthaus Gemälde, Zeichnungen und Installationen von Jan Bräumer (*1970 in Darmstadt) und Sebastian Tröger (*1986 in Erlangen). weiter


    Ernst Caramelle - Very angenehme Konzeptkunst

    Was ist Wirklichkeit, was nur Schein? Bei den raffinierten Wandgemälden des in Tirol geborenen Künstlers Ernst Caramelle (*1952) verschwimmen diese Grenzen. In der stillen und zugleich eindrucksvollen Einzelausstellung „Very angenehme Konzeptkunst“ zeigt Marta Herford anhand von Zeichnungen, Film, „Lichtarbeiten“ sowie einer eigens für die Lippold-Galerie konzipierten Wandmalerei Caramelles gewitzte und verblüffende Konzeptkunst. weiter

    Elke aus dem Moore ist neue Leiterin der Akademie Schloss Solitude

    Elke aus dem Moore folgt Jean-Baptiste Joly, der die Akademie von Beginn an geleitet hat. weiter


    erreger– | EIGEN frequenz

    Die zweiteilige Ausstellung erreger- | EIGEN frequenz widmet sich vom 17. Mai bis 10. Juni 2018 mit Werken von Prof. Una H. Moehrke sowie von ihren Studierenden und Alumni und einem außergewöhnlichen Begleitprogramm dem Phänomen der Gabe und dem Prinzip von Impuls und Resonanz. weiter


    Herr Fritz, woher stammen die Bilder? Ausstellung zur Provenienzforschung im MKK Dortmund

    „Herr Fritz, woher stammen die Bilder?“ Provenienzforschung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund weiter

    Andreas Wachter – Bilder, Plastiken

    "Nichts erklären – beleuchten" (Andreas Wachter) weiter