Zilla Leutenegger. Zwischenraum / Hindurchzuschaun
23.09.2026 - 07.03.2027 | Museum Tinguely, Basel
Eingabedatum: 22.09.2026

Vom 23. September 2026 bis 7. März 2027 zeigt das Museum Tinguely die Ausstellung Zwischenraum / Hindurchzuschaun mit Werken der Schweizer Künstlerin Zilla Leutenegger (*1968). Sie gehört zu den prägendsten Stimmen der Schweizer Gegenwartskunst und ist mit zehn multimedialen Installationen und drei Monotypien an verschiedenen Orten im Museum präsent. Ihre leisen, poetischen Videozeichnungen treffen auf die mechanische Dynamik von Jean Tinguelys Maschinen. Wie in einem "Mietshaus" teilen sich die Werke den Raum – ein spannungsvoller Dialog, der weder in Konkurrenz noch in reiner Gemeinsamkeit mündet, sondern durch die gleichzeitige, dichte Präsenz beider Künstler:innen besticht.
Ortsspezifische Adaptionen: Ein Museum wird bewohnt.
Um Einblicke in diese poetischspielerische geheimnisvoll bewohnte Architektur zu gewähren, wurden fast alle ihre Arbeiten – bis auf die Monotypien – für das Museum Tinguely modifiziert und ortsspezifisch aufgearbeitet. So kauert ZillaGorilla (2021/2026), der im Bündner Kunstmuseum noch unter einer Treppe sass, nun in einer riesigen Kunsttransportkiste, die üblicherweise eine TinguelySkulptur birgt. In Plein Soleil (2026) baumeln die Beine der Protagonistin Zilla hoch oben von einer Traverse der Museumsbeleuchtung statt an einem Pool-Sprungturm. Vor einem Treppengeländer harrt in Sit&Wait (2020) eine Katze aus – ein Moment des Wartens, dessen exakter Grund sich dem Publikum entzieht und eine ganz eigene Spannung erzeugt. Immer wieder finden sich im Haus solche Spuren und Schatten einer Existenz.
Symbiose aus analoger Zeichnung und digitaler Projektion
Die in Zürich geborene Künstlerin hat sich als eine bedeutende Position der zeitgenössischen Schweizer Kunstszene etabliert. Ihr Werk fokussiert sich auf die Verschmelzung analoger und digitaler Medien. Dabei überlagert sie reduzierte Wandzeichnungen mit projizierten Videoelementen, wodurch eine statisch wirkende Raumsituation durch den Schattenwurf einer sich plötzlich bewegenden Figur zum Leben erwacht. Mit diesen raffiniert konstruierten Installationen betreibt sie ein tiefgründiges Storytelling. Häufig agiert ihr Alter Ego "Zilla" – ob gefilmt, gezeichnet oder digital konstruiert – in alltäglichen Handlungen wie Lesen, Warten oder aus dem Fenster Blicken.
Durch diese subtilen Narrative weckt die Künstlerin eigene Erinnerungen beim Publikum.
Atmosphärische Zustände und flüchtige Emotionen Leuteneggers non-lineare Erzählungen fangen atmosphärische Zustände und flüchtige Emotionen ein. Stimmungen wechseln virtuos zwischen Ergriffenheit, Erleichterung und oftmals auch Erheiterung. Die durch Licht, Projektion und Skizze erschaffenen Räume wirken wie begehbare Traumsequenzen, in denen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Fläche und Raum scheinen zu verschmelzen. Im Museum Tinguely treten ihre poetischen Werke in einen spannungsvollen Dialog mit der Sammlung des Hauses. In diesem Austausch treffen Leuteneggers leise, raumgreifende Projektionen auf die mechanische Dynamik Tinguelys. Es entsteht eine neue Erzählung über Bewegung, Licht und Raum, die die Poesie des Alltags auf faszinierende Weise neu verhandelt.
Kurator der Ausstellung: Andres Pardey in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin
Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit vom Museum Tinguely, Basel mit dem Museo de Arte Zapopan
English summary:
From September 23, 2026, to March 7, 2027, Museum Tinguely presents the exhibition "Zwischenraum / Hindurchzuschaun" by Swiss artist Zilla Leutenegger. Showcasing ten multimedia installations and three monotypes adapted specifically for the museum's architecture, the exhibition establishes a captivating dialogue between Leutenegger's quiet, poetic video drawings and the mechanical dynamism of Jean Tinguely's kinetic sculptures. By seamlessly fusing analog drawings with projected digital elements, Leutenegger animates static rooms and engages in subtle, evocative storytelling through her recurring alter ego, exploring themes of waiting, domesticity, and the poetry of everyday life.
Ortsspezifische Adaptionen: Ein Museum wird bewohnt.
Um Einblicke in diese poetischspielerische geheimnisvoll bewohnte Architektur zu gewähren, wurden fast alle ihre Arbeiten – bis auf die Monotypien – für das Museum Tinguely modifiziert und ortsspezifisch aufgearbeitet. So kauert ZillaGorilla (2021/2026), der im Bündner Kunstmuseum noch unter einer Treppe sass, nun in einer riesigen Kunsttransportkiste, die üblicherweise eine TinguelySkulptur birgt. In Plein Soleil (2026) baumeln die Beine der Protagonistin Zilla hoch oben von einer Traverse der Museumsbeleuchtung statt an einem Pool-Sprungturm. Vor einem Treppengeländer harrt in Sit&Wait (2020) eine Katze aus – ein Moment des Wartens, dessen exakter Grund sich dem Publikum entzieht und eine ganz eigene Spannung erzeugt. Immer wieder finden sich im Haus solche Spuren und Schatten einer Existenz.
Symbiose aus analoger Zeichnung und digitaler Projektion
Die in Zürich geborene Künstlerin hat sich als eine bedeutende Position der zeitgenössischen Schweizer Kunstszene etabliert. Ihr Werk fokussiert sich auf die Verschmelzung analoger und digitaler Medien. Dabei überlagert sie reduzierte Wandzeichnungen mit projizierten Videoelementen, wodurch eine statisch wirkende Raumsituation durch den Schattenwurf einer sich plötzlich bewegenden Figur zum Leben erwacht. Mit diesen raffiniert konstruierten Installationen betreibt sie ein tiefgründiges Storytelling. Häufig agiert ihr Alter Ego "Zilla" – ob gefilmt, gezeichnet oder digital konstruiert – in alltäglichen Handlungen wie Lesen, Warten oder aus dem Fenster Blicken.
Durch diese subtilen Narrative weckt die Künstlerin eigene Erinnerungen beim Publikum.
Atmosphärische Zustände und flüchtige Emotionen Leuteneggers non-lineare Erzählungen fangen atmosphärische Zustände und flüchtige Emotionen ein. Stimmungen wechseln virtuos zwischen Ergriffenheit, Erleichterung und oftmals auch Erheiterung. Die durch Licht, Projektion und Skizze erschaffenen Räume wirken wie begehbare Traumsequenzen, in denen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Fläche und Raum scheinen zu verschmelzen. Im Museum Tinguely treten ihre poetischen Werke in einen spannungsvollen Dialog mit der Sammlung des Hauses. In diesem Austausch treffen Leuteneggers leise, raumgreifende Projektionen auf die mechanische Dynamik Tinguelys. Es entsteht eine neue Erzählung über Bewegung, Licht und Raum, die die Poesie des Alltags auf faszinierende Weise neu verhandelt.
Kurator der Ausstellung: Andres Pardey in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin
Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit vom Museum Tinguely, Basel mit dem Museo de Arte Zapopan
English summary:
From September 23, 2026, to March 7, 2027, Museum Tinguely presents the exhibition "Zwischenraum / Hindurchzuschaun" by Swiss artist Zilla Leutenegger. Showcasing ten multimedia installations and three monotypes adapted specifically for the museum's architecture, the exhibition establishes a captivating dialogue between Leutenegger's quiet, poetic video drawings and the mechanical dynamism of Jean Tinguely's kinetic sculptures. By seamlessly fusing analog drawings with projected digital elements, Leutenegger animates static rooms and engages in subtle, evocative storytelling through her recurring alter ego, exploring themes of waiting, domesticity, and the poetry of everyday life.
23.09.2026 - 07.03.2027
Museum Tinguely, Basel
Paul Sacher-Anlage 1, 4002 Basel
Presse
Kontext
Einordnung:Zilla Leuteneggers Werk situiert sich im Diskurs der Gegenwartskunst an der Schnittstelle von analoger Grafik und digitaler Medienkunst. Indem sie minimalistische Wandzeichnungen und Monotypien mit immateriellen Videoprojektionen überlagert, bricht sie den traditionellen, statischen Zeichnungsbegriff auf und erweitert ihn zu intermedialen, begehbaren Erzählräumen. Thematisch fokussieren ihre subtilen, oft von einem autofiktionalen Alter Ego bevölkerten Szenen die Poesie des Alltäglichen, der Isolation und des Flüchtigen. Im ortsspezifischen Dialog mit den Werken Jean Tinguelys entfaltet sich eine kunsthistorische Dialektik: Tinguelys laute, mechanisch-materielle Kinetik der Nachkriegsmoderne trifft auf Leuteneggers leise, schattenhafte Licht- und Rauminterventionen. Dieser Kontrast verhandelt zentrale Fragen der Bildhauerei neu – von der physischen Maschinenästhetik hin zur ephemeren, bewohnten Architektur des Imaginären.







