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16. Biennale sächsischer Druckgrafik

08.09. - 22.11.2026 | Neue Sächsische Galerie, Chemnitz

Eingabedatum: 07.09.2026

Werkabbildung
Abb.: Robert Manson, FKK I, 2025, Linolschnitt auf Faksimile, 42 x 30 cm
Die Druckgrafikbiennale ist von dem Gedanken getragen, den aktuellen Entwicklungen dieser Kunstsparte Raum und überregionale Wahrnehmung in einer großen musealen Zusammenschau zu geben. In ihrer 16. Ausgabe nimmt die Biennale der sächsischen Druckgrafik die Form des offenen Wettbewerbs wieder auf.

Die Ausschreibung der 100 Sächsischen Grafiken wurde 2026 thematisch fokussiert: Lob des Ungehorsams. Mit ihrem Motto lenkt die diesjährige Grafikbiennale den Blick auf die Herausforderungen und die Notwendigkeit einer eigenen Urteilsbildung in immer mehr sozialen Prozessen. Durch zunehmende gesellschaftliche Polarisierungen ist der Einzelne mehr denn je gefragt, Haltungen zu entwickeln und in seinem Handeln zu vertreten. Das Potenzial für Konflikte steigt. Den Auslober interessierten die Entscheidungspunkte und wie die druckgrafische Kunst mit ihren Mitteln ein Bild der Herausforderungen und Spannungen geben kann.

Ende vergangenen Jahres wurde die Ausschreibung veröffentlicht. Teilnahmeberechtigt waren alle Künstlerinnen und Künstler, deren Schaffens- und Wirkungsschwerpunkt in Sachsen liegt. Erstmals sind bei dieser Biennale die digitalen Drucktechniken explizit ausgeschlossen. Der sich immer mehr herausschälende, kategorial andere künstlerische Arbeitsprozess führte uns dazu, künftig eine eigene Ausstellung zu digitalen Bildfindungs- und Bildproduktionsverfahren zu realisieren. Die erste Ausgabe nach einer deutschlandweiten Ausschreibung eröffneten wir Anfang Februar unter dem Titel Digitale Grafik auf Papier.

Zu den 100 Sächsischen Grafiken konnten maximal vier einzeln oder als Zyklus konzipierte druckgrafische Blätter, die seit 2024 entstanden sind, eingereicht werden. Den Künstlerinnen und Künstlern wurde ein gutes halbes Jahr Zeit gegeben, damit auch noch ganz neue Werke entstehen können. Zum Wettbewerb der 16. Biennale hatten 113 Künstlerinnen und Künstler 304 Arbeiten eingereicht. Ausgewählt wurden 100 Arbeiten von 66 Künstlerinnen und Künstlern. Die Jury konnte aufgrund privater Stiftungen fünf Preise für herausragende Arbeiten vergeben. Ihr gehörten in diesem Jahr Annette Schröter (Leipzig, HGB emer.), Martin Buhlig (SKD, Kupferstichkabinett), Erik Stephan (Kunstsammlung Jena), Gunda Luyken (Museum für Druckkunst, Leipzig) und Mathias Lindner (Neue Sächsische Galerie, Chemnitz) an.

Eine sich seit längerem abzeichnende Entwicklung stellt die verstärkte Beteiligung autodidaktischer Künstlerinnen und Künstler und ihre Bereitschaft, sich dem harten Wettbewerb mit den ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen zu stellen, dar. Darüber hinaus lässt sich statistisch eine Renaissance der klassischen Techniken beobachten. Linolschnitt avancierte bereits zum zweiten Male zur meistgenutzten Drucktechnik. Seine einfache Handhabe auch ohne Druckwerkstatt spiegelt aber sicher zugleich auch die prekäre Situation vieler Akteure.

Die diesjährigen Preisträger werden zur Vernissage bekanntgegeben. Am Ende der Ausstellungszeit in der Neuen Sächsischen Galerie wird darüber hinaus ein Publikumspreis vergeben.

English summary:
The 16th Printmaking Biennale '100 Sächsische Grafiken 2026' at the Neue Sächsische Galerie in Chemnitz presents a major survey of contemporary printmaking under the theme 'In Praise of Disobedience'. Focusing on social polarization, critical judgment, and individual stance, the exhibition features 100 selected works by 66 artists based in Saxony. Strictly focusing on traditional non-digital printing methods, the exhibition highlights a notable renaissance of classic techniques such as linocut. Five juried awards and an audience prize honor outstanding artistic contributions within the field.

08.09.2026 - 22.11.2026
Neue Sächsische Galerie, Chemnitz

Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

https://www.nsg-chemnitz.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Die 16. Biennale der sächsischen Druckgrafik knüpft mit dem Thema „Lob des Ungehorsams“ an die traditionsreiche mitteldeutsche Linie einer gesellschaftskritischen Druckkunst an, die seit dem Expressionismus und der Leipziger Schule als Seismograf politischer Spannungen fungiert. Der bewusste Ausschluss digitaler Verfahren sowie die Renaissance des Linolschnitts markieren eine Rückbesinnung auf die materielle Widerständigkeit und haptische Unmittelbarkeit des analogen Mediums. Zugleich spiegelt die Auswahl – kuratiert von profilierten Vertretern regionaler Institutionen wie der HGB Leipzig und dem Dresdner Kupferstichkabinett – eine doppelte Dynamik wider: Einerseits demonstriert die verstärkte Beteiligung von Autodidakten eine progressive Demokratisierung des Kunstfeldes, andererseits verweist die Dominanz des Linolschnitts als werkstattunabhängige Technik auf die realen, oft prekären Produktionsbedingungen zeitgenössischer künstlerischer Praxis.
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