"Diagnose Kunst" - Kunstmuseum Ahlen (22.10.06-11.2.07)


Eingabedatum: 05.10.2006



bilder

Die Ausstellung wird eine Anzahl verschiedenster Techniken und Technologien zeigen: von der Verwendung medizinischer Röntgenbilder bis hin zu Bildwerken mit infiziertem Blut wird mit den Mitteln der Malerei, Skulptur, Installation und Videopräsentation eine Exposition zu sehen sein, in dem die Kunst die Medizin aus unterschiedlichen Blickwinkeln interpretiert. 58 Künstler, wie Joseph Beuys, Timm Ulrichs, Mona Hatoum, Chuck Close, Damien Hirst, Heinz Mack, Daniel Spoerri sind beteiligt, ca. 150 Objekte von 50 Leihgebern werden gezeigt.

"Kunst ist kein Luxus, sie gehört zum Leben. Das Leben ohne Kunst wäre ärmer, das Leben ohne Medizin wäre kürzer, beide erscheinen uns unverzichtbar." Prof. Dr. med. Ralf Scherer

In dieser, von einem Arzt und einer Kunsthistorikerin aus ihren jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln konzipierten Ausstellung wird versucht, den Grenzbereich zwischen Kunst und der modernen medizinischen Wissenschaft zu explorieren und umfassend zu dokumentieren. Prof. Dr. med. Ralf Scherer, Chefarzt und Leiter der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Clemenshospital in Münster, hat sich seit 2004 intensiv mit dem Thema Medizin und Kunst beschäftigt. Was anfänglich "nur" für einen
Vortrag anlässlich eines Kongress gedacht war, wurde zu einem Ausstellungsprojekt.

In der Ausstellung werden mehrere Ebenen deutlich, auf denen sich Medizin und zeitgenössische Kunst begegnen: eine Endoskopie oder ein chirurgischer Eingriff sind Grundlage von Aktionen und Installationen bei Orlan und Mona Hatoum. Die modernen bildgebenden Verfahren der Radiologie dienen als Grundlage für Bildwerke von Marilene Oliver, Wim Delvoye oder Katharina Sieverding. Entsprechend dem Selbstverständnis der Künstler von der Autonomie des Bildes oder des Kunstwerkes konzentriert sich der Blick nicht
auf Werke mit rein abbildendem oder illustrativem Charakter. Es sind vielmehr Arbeiten, in denen die Künstler den medizinischen Kontext als Metapher benutzen, um Fragen von grundsätzlicher Bedeutung zu stellen. Damian Hirst, Wim Delvoye, Mark Wallinger und Paddy Hartley fragen, ob der Glaube an die Allmacht der Medizin bereits zu einer Ersatzreligion geworden ist. Joseph Beuys, Chuck Close und Barton Benes drücken persönlichen Krankheitserfahrungen mit Herzinfarkt, Querschnittslähmung oder AIDS in ihren Arbeiten aus. Christine Borland, Jaq Chartier und Patricia Picinini fragen, wohin sich die Welt angesichts der rasanten Entwicklung der Biowissenschaften entwickeln wird.

Die Künstler dieser Ausstellung schaffen kein Abbild der Medizin, sondern sie machen sich ihr ganz eigenes Bild von der modernen Medizin in allen ihren Aspekten. Sie analysieren, hinterfragen und greifen ein. Mit medizinischen Untersuchungsmethoden, bildgebenden Verfahren und künstlerischen Interventionen bearbeiten sie alle zentralen Fragen der menschlichen Existenz bis hin zu ihrer genetischen Grundlage. Sie tun dies mit großer Ernsthaftigkeit, Seriosität, Professionalität und einem gutem Schuss Humor, und nicht zuletzt mit einem großem Respekt vor der Schöpfung. Kunst ist kein Luxus, sie gehört zum Leben.

Das Leben ohne Kunst wäre ärmer, das Leben ohne Medizin wäre kürzer, beide erscheinen uns unverzichtbar.

Abbildung: Edith Micansky, BSG, 2004

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11-18 Uhr; Samstag, Sonntag 10-18 Uhr; Montag geschlossen

Kunstmuseum Ahlen
Museumsplatz 1
59227 Ahlen
Tel.: 02382-91 83 0

kunstmuseum-ahlen.de

ch






Daten zu Damien Hirst:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art cologne 2015
- ARTRIO 2013, Brasilien
- daad Stipendiat
- Frieze London 2013
- Istanbul Biennial, 1992
- KIAF 2016
- MoMA Collection
- Preistraeger 1995, Turner Prize
- Sammlung Brandhorst,München
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Tate Post War Collection ,London
- White Cube - Gallery

Weiteres zum Thema: Damien Hirst



SHOPPING - Die Ausstellung


Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt möchte mit der Ausstellung "SHOPPING" 100 Jahre Faszination, Wechselwirkungen und Annäherung von bildender Kunst an die Ästhetik, Strategien und Verführungstechniken der Konsumkultur dokumentieren.
Die bunte, künstliche Welt des Konsums, die unermüdlich neue Sehnsüchte, Versprechungen und Verlockungen produziert, ist zu einem Element unseres Lebens geworden. Shopping ist öffentliches Ritual, Freizeitbeschäftigung, Lustgewinn, Unterhaltung und spiegelt so die Kultur und Werte der Konsumgesellschaft wider.
Erstmals widmet sich eine große Ausstellung so ausführlich dem Zusammenhang von Konsumkultur und moderner wie zeitgenössischer Kunst, und mit über 60 künstlerischen Positionen wird dem Besucher ein breiter Überblick über die verschiedensten Ansätze zu diesem heutzutage gesellschaftlich zentralem Thema geboten.

Gezeigt werden Arbeiten von Marcel Duchamp, Claes Oldenburg, Andy Warhol, Beuys, Jeff Koons, Damien Hirst, Ben Vautier, Sylvie Fleury, Haim Steinbach und Barbara Kruger und vielen mehr.
Die für den Besucher angenehm nachvollziehbare Ausstellung beginnt mit Fotografien vom Beginn des 20. Jahrhunderts und zeigt Werke des Surrealismus über Bauhaus und Pop Art hin zu Fluxus und schließlich zur zeitgenössischen Beschäftigung mit den Dingen der Alltagskultur und des Konsums.
Betreten wird die Ausstellung durch Guillaume Bijls Neuinstallation "Neuer Supermarkt", der ein vollständiges Supermarktsortiment von Lebensmitteln, Frischwaren, Käse, Fleisch, Getränke und Hygieneartikel enthält. Durch die Transformation alltäglicher Orte an Orte der Kunst erhält der völlig vertraut erscheinende Raum den Charakter eines dreidimensionalen Stillebens und wirkt beinahe unheimlich.

Außerhalb der Ausstellungsräume greift die Ausstellung konsequenterweise in den öffentlichen Raum über.
Haim Steinbach thematisiert in seiner eigens für "SHOPPING" geschaffenen Arbeit "Display #60 (41 figures)", die aus 41 entlang der 80m langen Fensterfront der Schirn- Ausstellungshalle platzierten Schaufensterpuppen besteht, die Strategie und Ästhetik der modernen Warenhäuser.

Ebenso Barbara Kruger, die mit ihrem Werk "I shop therefore I am" eine Ikone zu diesem Thema geschaffen hat. Von der Fassade der Galeria Kaufhof lässt sie auf einer Fläche von 2200 qm ein riesiges Augenpaar mit dem Schriftzug "DAS BIST DU, DAS IST NEU, DAS IST NICHTS, DAS IST ALLES. DU WILLST ES, DU KAUFST ES, DU VERGISST ES" auf die Passanten der Zeil, einer der umsatzstärksten Shopping- Meilen Deutschland, blicken.
Der thailändische Künstler Surasi Kusolwong empfängt den Reisenden auf dem Frankfurter Flughafen mit seinem " 1 Euro Market (shop till you fly)". Er bietet auf 500 qm ca. 4000 asiatische Plastikartikel nicht nur zur Betrachtung, sondern explizit zum Einkauf an: die Waren mit dem Einheitspreis von einem Euro sind für jedermann erschwinglich und unterlaufen so die für die Konsumgesellschaft typische Hierarchie von Markenwerten und Preiskategorien.

Neben den diversen Neuinstallationen von G. Bijl, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, H. Steinbach, B. Kruger, B. Vautier, A. Gursky und S. Kusolwong ist auch erstmals Damien Hirsts Installation "Pharmacy" in Deutschland zu sehen. Das Hauptwerk des Shootingstars der Young British Art wurde 1992 von der TATE in London angekauft und verlässt diese nun erstmals. Ein Umstand, der möglich wurde, weil die Ausstellung gemeinsam von Max Hollein (Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt) und Christoph Grunenberg (Direktor der TATE Liverpool) kuratiert wird. Zudem wurde der enorm aufwendige Ab- und Aufbau der monumentalen Installation von einem Pharmakonzern gesponsert.
Dass die Ausstellung überhaupt stark von nicht-staatlichen Sponsoren ermöglicht wurde, Hauptsponsor ist die Credit Suisse AG, tut ihrer Faszination keinerlei Abbruch, im Gegenteil: die oben erwähnten Neuinstallationen wären anders gar nicht denkbar gewesen.

Ein Überblick über die künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Konsumkultur, der zwar zum Nachdenken anregt, aber dennoch wirklich Spaß macht. Nach dem Besuch der Schirn-Kunsthalle macht der Schaufensterbummel gleich doppelt Spaß, man schlendert die Zeil entlang und erfreut sich der verführerischen Auslagen – bis man vor Barbara Krugers Installation wieder aus de Träumen gerissen wird...

Jk


Adresse:
Schirn Kunsthalle Frankfurt – Römerberg, 60311 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Mi – Sa 11 – 22 Uhr, So + Di 11 – 19 Uhr

Eintritt 6,99 EUR

SCHIRN.de

2 Fernsehtipps: "Turner Prize live" + "Kulturgespräch"


Auf Channel4 wird am 8.12.02 um 20Uhr live aus der Tate Britain in London die diesjährige Turner Prize Vergabe übertragen. Für den mit 20.000 Pfund dotierten Preis sind die Künstler Catherine Yass, Fiona Banner, Keith Tyson, Liam Gillick nominiert. Wem es reicht, die Neuigkeiten am nächsten Tag zu erfahren, wird auf dieser Site darüber informiert.
Nachtrag: Der Maler Keith Tyson ist durch die Jury ausgezeichnet worden.
Tyson, dessen Werke stark von Elementen aus Wissenschaft, Philosophie und Science-Fiction geprägt sind, ist seit Jahren der erste Maler, der den Turner Preis erhält.

"Der Turner-Preis 2002" ist gleichfalls Thema bei einem "Kulturgespräch", das am 8. 12.02 um 11.00 unter dem Titel "Die Inszenierung des Skandals" im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird. Carla Schulz-Hoffmann (Bayer. Staatsgemäldesammlungen), Chris Dercon (zukünftiger Leiter Haus der Kunst ), Maria Lind (Münchner Kunstverein), Axel Hecht (Chefredakteur, ART) sowie Michael Skasa / Moderation und Sabine Reeh / Redaktion werden außerdem darüber diskutieren: Warum ein zerwühltes Bett (Tracey Emin) oder ein Tierkadaver in Formaldehyd (Damien Hirst) eigentlich Kunst ist? ; oder, inwieweit es sinnvoll erscheint, und welche Auswirkungen es hat, einen Kanon der angeblich „25 wichtigsten zeitgenössischen Kunstwerke" aufzustellen, wie es das Magazin "Art" in seiner Dezember-Ausgabe tut.



Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Ausstellung


    Anzeige
    berlin


    Anzeige
    rundgang


    Anzeige
    Burg Halle


    Anzeige
    Atelier




    BEWEGUNG IM BILD – DIE INFORMELLE MALEREI TRIFFT AUF DIE GESTE IN DER FOTOGRAFIE

    In der Präsentation „BEWEGUNG IM BILD“ steht künstlerische Fotografie aus der DZ BANK Kunstsammlung drei informellen Gemälden von Bernard Schultze, Emil Schumacher und Hann Trier aus der Kunstsammlung der ehemaligen WGZ BANK gegenüber. weiter


    Niele Toroni. 13. Rubenspreis der Stadt Siegen

    Am 2. Juli 2017 wird der Konzeptmaler Niele Toroni (*1937 im Tessin, Schweiz; in Paris lebend und arbeitend) mit dem 13. Rubenspreis der Stadt Siegen ausgezeichnet. weiter


    gezeichnet

    Nach längerer Zeit wird nun erstmals wieder die Sammlung Sächsische Kunst nach '45 der Neuen Sächsischen Galerie gezeigt weiter

    Alien-Nation: Momentum 9 in Moss sieht im Fremden eine Chance

    Von einem Besuch auf der Biennale Momentum 9 ... (von Inge Pett) weiter


    Natalie Czech ›you see // but / you say‹

    Im Werk der Fotokünstlerin Natalie Czech geht es auf charakteristische Weise um das Verhältnis von Bild, Bildgegenstand und Text. weiter


    Kunst ins Leben!

    In den 1960er-Jahren bildete das Rheinland ein wichtiges Zentrum für ein revolutionäres Kunstgeschehen: Eine neue, international vernetzte Generation von KünstlerInnen widersetzte sich der traditionellen Kunst weiter


    Castell Art Weekend 2017: Between Circles and Time

    Neues über Kunst erfahren, spannende Künstler persönlich kennen lernen, anregende Gespräche führen und ein im Bau befindliches Museum besuchen... Dieses Jahr mit dabei sind Judith Albert (CH), Simon Starling (UK), Dr. Katharina Ammann und Fritz Hauser (CH)
    Sponsored Content weiter


    OH WOW

    Kunst, die sich auf der Höhe internationaler Debatten bewegt, entsteht in einem Geflecht aus Bezugnahmen und Weiterentwicklungen, bedeutet kritische Entgegnung und Verwerfung. weiter

    Stiftung Insel Hombroich erstellt Werkverzeichnis zu Erwin Heerich

    Wer besitzt Arbeiten von Erwin Heerich? Das Archiv Erwin Heerich der Stiftung Insel Hombroich, das unter Mitwirkung von Martin Heerich den künstlerischen Nachlass seines Vaters betreut, bittet private und institutionelle Besitzer ... weiter



    Koki Tanaka. Provisorische Studien (Arbeitstitel) + Haegue Yang. The VIP’s Union

    Das Kunsthaus Graz präsentiert ab 23. Juni 2017 zwei neue, von Barbara Steiner kuratierte Ausstellungen der international renommierten Kunstschaffenden Koki Tanaka und Haegue Yang. weiter


    Frank Bowling: Mappa Mundi

    Mit „Frank Bowling: Mappa Mundi" widmet das Haus der Kunst dem 1934 in Bartica in Britisch-Guayana geborenen Künstler seine bisher umfassendste Überblicksausstellung, mit teils monumentalen Gemälden aus fünfzig Jahren künstlerischen Schaffens weiter


    Ruinen der Gegenwart

    Unsere globalisierte Gegenwart kann als Zeitalter der Ruinen charakterisiert werden. Weltweite politische Instabilität und medial omnipräsente Bilder der Zerstörung liefern uns Ruinen quasi frei Haus weiter


    Graphzines aus der Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte

    Zum ersten Mal überhaupt werden französische Graphzines in einem Museum in Deutschland zu sehen sein weiter


    Work it, feel it!

    Work it, feel it!, der Beitrag der Kunsthalle Wien zur Vienna Biennale 2017, umkreist die Themen Arbeit und Körper in Gegenwart und Zukunft weiter

    Meisterschüler 2017

    Sprungbrett in den Ausstellungsbetrieb: Die Ausstellung „Meisterschüler 2017“ der HBK Braunschweig findet erstmals in der Städtischen Galerie Wolfsburg statt. weiter