Liebe ist kälter als das Kapital

Eine Ausstellung über den Wert der Gefühle

noch bis 21.04.2013 | Kunsthaus Bregenz
Eingabedatum: 11.02.2013

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Der Titel der großen Gruppenausstellung im Kunsthaus Bregenz Liebe ist kälter als das Kapital ist gestohlen. Entwendet wurde er dem gleichnamigen Theaterstück des aktuell viel diskutierten postdramatischen Bühnenregisseurs René Pollesch, der in seinen Werken die neoliberale Ausbeutung des Privaten und Persönlichen durch ökonomische Interessen verhandelt. Das zunehmende Verschwinden industrieller Produktion und das verstärkte Aufkommen serviceorientierter Dienstleistungen fordern deutlicher als früher den emotionalen Einsatz der Arbeiter, lassen Gefühle – seien sie nun vermeintlich echt oder lediglich vorgetäuscht – immer umfassender zum Bestandteil immaterieller, warenförmiger Produkte werden.
Auch in dem Film Liebe ist kälter als der Tod aus dem Jahr 1969 von Rainer Werner Fassbinder dreht sich alles um die Liebe und ihr Verhältnis zum Geld. Ein kompliziertes, durch Begierden und Sehnsüchte bestimmtes Dreiecksverhältnis zwischen dem von Fassbinder selbst gespielten Zuhälter Franz, seiner Freundin, der Prostituierten Joanna (Hanna Schygulla), und dem Gangster Bruno (Ulli Lommel) führt in diesem ersten abendfüllenden Spielfilm von Fassbinder zu einem furiosen Showdown, bei dem auf der Flucht vor der Polizei die Leiche Brunos von den beiden anderen aus dem fahrenden Auto gestoßen wird.
Emotion, Leidenschaft, Fürsorge, wenn nicht sogar Liebe sind die augenscheinlichen Themen der aktuellen Bregenzer Ausstellung. Dabei schwingt jedoch in dieser essayistisch konzipierten Schau stets auch die vertrackte Mehrdeutigkeit der an Zuneigung orientierten Begriffe mit.
Denn bei den ausgestellten Werken lässt sich nicht immer eindeutig sagen, ob es sich hier um die vermeintlich romantische Vorstellung sogenannter »wahrer« Liebe oder doch eher um ihre durch wirtschaftliche beziehungsweise andere gesellschaftliche Aspekte »befleckte« Variante handelt. Spätestens seit dem Ende der Nullerjahre fällt es zunehmend schwer, eine Grenze zwischen dem eigenen Persönlichen und dem Öffentlichen zu ziehen. Um diese These zu untermauern, bedarf es nicht so sehr eines Blicks auf die digitalen sozialen Netzwerke, bei denen die Aktivitäten der Nutzer, ihre Beziehungen, Vorlieben und Hobbys nach dem Kriterium ihrer materiellen Verwertbarkeit für die Konsum- und Unterhaltungsindustrie abgeschöpft werden. Auch in anderen Arbeits- und Freizeitbereichen gewinnen die sogenannten weichen, emotionsorientierten Faktoren an Bedeutung für ökonomische Interessen.
Trotzdem wäre es irreführend, hieraus die Abwesenheit von realen Gefühlen und spürbarer Empathie im gesellschaftlichen Geschehen zu postulieren. Im Gegenteil, das
Begehren nach persönlicher und sozialer Sinnstiftung jenseits eines ökonomischen Nutzens ist größer denn je. Spätestens seit den aktuellen Finanzkrisen in der Folge des Banken-Crashs 2008 und der hieraus resultierenden Occupy-Bewegung sowie dem Auftreten anderer vehement an das Soziale appellierender gesellschaftlicher Gruppierungen lässt sich die Suche nach alternativen Lebensmodellen breitenwirksam im öffentlichen Diskurs nachvollziehen.
Vor diesem Hintergrund und mit dem Bewusstsein der gegenseitigen Beeinflussung von Kunst und Gesellschaft beschäftigt sich die Ausstellung unter anderem mit folgenden Fragestellungen: Wie thematisieren Künstlerinnen und Künstler das Verhältnis von Emotion und Ökonomie?
Welche Rolle spielen Emotionen im ökonomischen Handeln? Wie reflektieren Kulturschaffende die Ambivalenz persönlicher und sozialer Empathie im Spannungsfeld von Authentizität und inszenierter Verführung?
Dabei nutzen einige der vorgestellten Positionen inszenatorische und zuweilen performative Vorgehensweisen, die mitunter nur ein schmaler Grat von den Praktiken des Theaters und seinen bühnenbildnerischen Mitteln trennt. Viele der Installationen, Objekte und Videos sind speziell für die Ausstellung entstanden. Darüber hinaus sind bedeutende, bereits heute zum Kanon der zeitgenössischen Kunst zählende Arbeiten von Hans Haacke, Isa Genzken und Cindy Sherman zu sehen. Zu den historischen Höhepunkten der Ausstellung können die berühmten Werke des legendären New Yorker Künstlers Keith Haring gerechnet werden, die schon in den 1980er Jahren eindringlich das Verhältnis von Liebe, Sexualität und Kommerz in neuartigen Bildfindungen zum Ausdruck brachten.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
Neil Beloufa, Minerva Cuevas, Mariechen Danz, Isa Genzken, Hans Haacke, Keith Haring, Teresa Margolles, Ken Okiishi, Julika Rudelius, Yorgos Sapountzis, Cindy Sherman,
Andreas Siekmann, Dirk Stewen, Pascale Marthine Tayou, Rosemarie Trockel, Cathy Wilkes.

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr

Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
Kunsthaus Bregenz



PM






Daten zu Cindy Sherman:

- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- Biennale Venedig 2011
- Biennale Venedig 2013
- Das achte Feld, Köln
- Das imaginäre Museum, 2016
- documenta 7, 1982
- Faites vos jeux ! Kunst und Spiel seit Dada
- Flick Collection
- Frieze London 2016
- Gwangju Biennale, 1997
- Manifesta 10, 2014
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- Museo Reina Sofía, Minimal Resistance
- Preisträger 2012, Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung
- Preistraeger Goslarer Kaiserring
- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Sammlung F.C. Flick
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Solomon R. Guggenheim Collection
- Sprüth Magers Berlin London
- Tate Post War Collection ,London
- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien

Weiteres zum Thema: Cindy Sherman



DIE WOHLTAT DER KUNST - Kunsthalle Baden Baden



Die Ausstellung "Die Wohltat der Kunst" stellt in einer pointierten Auswahl eine der international bedeutendsten deutschen Sammlungen zeitgenössischer Kunst vor: die Sammlung Goetz, München. In enger Diskussion mit der Sammlerin Ingvild Goetz wurde aus dem reichen Bestand wichtigster Positionen der letzten Jahrzehnte eine thematische Fragestellung entwickeln, die sowohl ein Hauptthema der Kunst der 90er Jahre untersucht, als auch - indirekt - die intellektuelle Physiognomie der Sammlerin in diesem Thema reflektiert.

Wie kein Jahrzehnt zuvor sind die 90er Jahre künstlerisch durch die offensiven und in ihrem analytischen Blick keineswegs konfliktscheuen Werke junger Künstlerinnen geprägt. Im Vergleich zum überkommenen emanzipatorischen Ansatz des Feminismus, eine der einschneidendsten gesellschaftlichen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts, haben sich die Strategien und Perspektiven junger Künstlerinnen grundlegend verändert. Selbstbewusst haben sie sich in Kunstöffentlichkeit und -markt etabliert.
Dass neben international renommierten Künstlerinnen auch die Positionen dreier Künstler integriert sind, demonstriert, dass manche ältere Polarität der feministischen Diskussion längst durch vielschichtigere Befragungen von Rollenklischees und Geschlechterbildern abgelöst wurde.

Gezeigt werden Werke von: Matthew Barney, Rineke Dijkstra, Tracey Emin, Mona Hatoum, Jonathan Horowitz, Sarah Jones, Mike Kelley, Karen Kilimnik, Sarah Lucas, Tracey Moffatt, Cady Noland, Catherine Opie, Pipilotti Rist, Daniela Rossell, Cindy Sherman , Ann-Sofi Sidén, Sam Taylor-Wood, Gillian Wearing, Sue Williams, Andrea Zittel.

Die Ausstellung wurde gemeinsam von der Sammlung Goetz und der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden konzipiert und von Rainald Schumacher und Matthias Winzen kuratiert.
Es erscheint ein Katalog mit Essays von Katharina Sykora und Jessica Morgan, Kommentaren zu allen Werken, einem kritischen Gespräch mit Thomas Meinecke und Barbara Vinken zum Begriff einer "post-feministischen Kunst" und einem Interview, das Matthias Winzen mit der Sammlerin Ingvild Goetz zur Charakteristik und den Schwerpunkten ihrer Sammlung führte.


14. September – 10. November 2002

Eröffnung: 13. September 2002, 19.00 Uhr
  • Photo-Kunst 1852 – 2002 Licht und Schatten (22.3. – 15.6.03)

  • Kunstmuseum Basel: Looking In - Looking Out (26.04 - 29. 06.03)

  • Sammlung F. C. Gundlach in den Deichtorhallen Hamburg (29.10.03 - 25.01.04)

  • SOZIALE KREATUREN. Wie Körper Kunst wird im Sprengel Museum Hannover(29.2. - 13.6.04)

  • Louise Lawler and Others im Museum für Gegenwartskunst, Basel (15.5. - 29.08.04)

  • Vision einer Sammlung - Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg (23.10.04-06.03.05)

  • 15 Jahre Deichtorhallen in Hamburg ( mit Auktion am 8.11.04)

  • Aufruhr der Gefühle - Kunsthalle Göppingen (21.11.04-23.1.05)

  • Flashback - Museum für Gegenwartskunst, Basel (30.10.05-12.2.06)

  • Superstars - Das Prinzip Prominenz. Von Warhol bis Madonna, Kunsthalle Wien (04.11.05 - 22.02.06)

  • Cindy Sherman - Kunsthaus Bregenz (2.12.06-21.1.07)

  • What does the jellyfish want? - Museum Ludwig, Köln (31.3.-15.7.07)

  • Traum & Trauma - Kunsthalle Wien / MUMOK (29.06.-04.10.07)

  • twitters tages themen kunst

  • Der Goslarer Kaiserring 2008 geht an Andreas Gursky

  • Über 200 Werke aus der DZ BANK Kunstsammlung für das Städel Museum, Frankfurt

  • Female Trouble - Pinakothek der Moderne, München (17.07.-26.10.08)

  • Auswertung der Flugdaten - K21 Ständehaus, Düsseldorf

  • Rosemarie Trockel

  • That's me. Fotografische Selbst-Bilder

  • Wolfgang-Hahn-Preis KÖLN 2011 an John Miller

  • Street Life and Home Stories. Fotografien aus der Sammlung Goetz

  • Rollenbilder - Rollenspiele

  • Roswitha Haftmann-Preis 2012 geht an Cindy Sherman

  • Erweiterungsbau des Frankfurter Städel Museums

  • Paul Graham gewinnt den Hasselblad Award 2012

  • Spezial: Zeitgenössische Kunst in Istanbul, Teil 1

  • Reich mir die Hand – Die Geste in der zeitgenössischen Fotografie

  • Parallelwelt Zirkus

  • Atelier + Küche = Labore der Sinne

  • «Deftig Barock» im Kunsthaus Zürich

  • Glam! The Performance of Style | Tate

  • Performance Künstlerin Andrea Fraser erhält Wolfgang-Hahn-Preis 2013

  • Roswitha Haftmann-Preis 2013 für Pierre Huyghe

  • Liebe ist kälter als das Kapital

  • Das achte Feld - Geschlechter, Leben und Begehren in der Bildenden Kunst seit 1960 (19.08.-12.11.06)

  • KONZEPT: 20 Jahre DZ BANK Kunstsammlung

  • Glam! The Performance of Style

  • Aus der Datenbank - 200 Künstler mit Biennale Hintergrund

  • Wir haben die Künstlerlisten von über 40 Biennalen untersucht.

  • «Go! You sure? Yeah.»

  • Roswitha Haftmann-Preis 2014 für Rosemarie Trockel. Sonderpreis für Robert Frank.

  • Unser aktuelles top 69 Ranking im Februar 2014 - ungefiltert

  • Room Service

  • Manifesta 10 | State Hermitage Museum, St. Petersburg

  • Die top 106 im Mai 2014

  • Retrospektive zu Cindy Sherman

  • Letzte Tage einer Ausstellung

  • BÖSE CLOWNS

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