Georg Herold

21. 09. 2017 - 7. 01. 2018 | Kunstmuseum Bonn
Eingabedatum: 24.09.2017

Werkabbildung

Georg Herold, Ohne Titel, 2010, Döpfner Collection, Foto: Jochen Littkemann, Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017bilder

Georg Herold, 1977 bis 1983 Schüler Sigmar Polkes, stellte Anfang der 1980er-Jahre zusammen mit Martin Kippenberger, Werner Büttner und Albert Oehlen radikal und sarkastisch Kunst und Kunstbetrieb in Frage und entwickelte in diesen Jahren ein Werk, das wie eine Dada-inspirierte Enzyklopädie des Provisorischen anmutet. Im bewusst beiläufigen Charakter der Arbeiten, die neben Malerei, Skulptur, Installation und Objekten auch Texte und Videos umfassen, spiegelt sich dabei eine künstlerische Grundüberzeugung, die eine genau kalkulierte Unfertigkeit als Strategie gegen den Mythos der Perfektion und des Meisterwerks stellt. Seine Werke aus Materialien und Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs setzen sich kritisch und ironisch mit kunsthistorischen, gesellschaftlichen, politischen wie auch mit religiös-ideologischen Denkgewohnheiten auseinander und versetzen den Betrachter in eine immer wieder überraschende Konfrontation mit seinen eigenen Kunsterwartungen.

Der 1947 in Jena geborene Künstler gehört seit den 1980er-Jahren zu den prägenden Künstlerfiguren innerhalb der internationalen Gegenwartskunst und ist in nahezu allen richtungsweisenden Gruppenausstellungen der letzten Jahrzehnte, u.a. der documenta IX oder den Skulptur Projekten Münster 1997, vertreten gewesen.

Sieben Jahre nach der großen Ausstellung Der Westen leuchtet, die das Kunstmuseum Bonn der Kunstlandschaft Nordrhein-Westfalens gewidmet hatte und an der u.a. Georg Herold beteiligt war, zeigen wir nun, knapp eine Dekade nach Herolds letzter größerer Einzelausstellung im Rheinland, eine monografische Präsentation, welche die zentralen Aspekte des Werks beleuchtet und zugleich die vitale, humorvolle Frische seines OEuvres beweist.
Kuratoren: Dr. Volker Adolphs und Prof. Dr. Stephan Berg

Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn
kunstmuseum-bonn.de


Presse






Daten zu Georg Herold:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- art cologne 2015
- Contemporary Fine Arts
- Daimler Art Collection
- documenta 9, 1992
- Flashback - Museum für Gegenwartskunst, Basel, 2006
- Galleria Raucci/Santamaria
- Kunstverein Freiburg
- MoMA Collection
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sadie Coles HQ - Gallery
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Skulptur Projekte Münster 1987
- skulptur projekte münster 1997
- ZKM Sammlung, Karlsruhe

Weiteres zum Thema: Georg Herold



Kunstmuseum Wolfsburg: Baustellen der Subversion-Update #7 (13.06 bis 23. 11.03)


"Update # 7" mit Werken der Künstler Fischli/Weiss, Georg Herold, Bruce Nauman, Manfred Pernice ist die Fortsetzung einer Reihe, die das Kunstmuseum konzipiert hat, um seine eigene Sammlung in Auszügen und unter bestimmten thematischen Vorgaben zu zeigen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Leihgaben

Pressemitteilung / Auszug: "... Mit der Ausstellung XTOONE hatte das Kunstmuseum 1995 erstmals das Werk Georg Herolds in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt. Mit dem Lichthaus und dem Bilderzimmer (beide 1995) konnten aus dieser Ausstellung eine kapitale Einzelarbeit und ein komplettes Ensemble dieses Künstlers erworben werden, in denen Herolds "fröhlicher Dekonstruktivismus mit einem kritischen Impuls" offen zutage tritt. So vereinigt das Bilderzimmer Arbeiten, die in den Jahren 1988 bis 1995 entstanden sind und in der Regel am Beginn von "Versuchsreihen" des Künstlers standen. Es finden sich Beispiele für Ziegelstein-Bilder, Collagen aus Plastiktüten, vier Kaviarbilder und zwei Multiple-Vitrinen, die den traditionellen Kunstbegriff in Frage stellen und den Betrachter systematisch verunsichern, um ihn zu einer – oft durch Humor und Ironie gewürzten – neuen Perspektive auf alltägliche Verhaltensweisen und Gegenstände zu provozieren. Einige Leihgaben wie Die Verwandlung von Dachlatten in Gold werden dieses Konzept noch verdeutlichen.

Auch Manfred Pernices Werke heben sich von den Hochglanzarbeiten seiner Zeitgenossen vor allem durch ihren spröden und unfertigen Charakter ab. Zunächst scheinen sie auf vertraute Utensilien – vor allem Behältnisse verschiedener Art – abzuzielen, untergraben diese Vertrautheit jedoch bei näherem Hinschauen durch die Rohheit bzw. das Fragmentarische ihrer Verarbeitung. Seine Architekturen, Container und floßartigen Gebilde verunsichern den Betrachter, da sie zunächst keinerlei Sinn zu stiften scheinen: Pernice spricht daher auch von einem "Unsinnzusammenhang" den der Besucher betritt, "eine unerträgliche Zumutung von Einzelaspekten, die nur als künstlerischer Entwurf akzeptabel ist und doch potentiell einen Typus alltäglicher Wahrnehmung parallelisiert. Dieser Typus ist die heterogene Situation – eine temporäre oder permanente Koexistenz von aneinander nicht interessierten Einzelaspekten. [...] Jede Beschäftigung des Betrachters mit einem Einzelaspekt ergibt Sinn, die Aspekte insgesamt jedoch nicht. Auf der Suche nach Sinnfälligkeit werden diese Unsinnsituationen meist nicht bemerkt, obwohl das Leben voll davon ist." Neben dem 1a Dosenfeld ’00 aus der Sammlung wird auch Manfred Pernices documenta-Arbeit von 2002, ESTREL: Quattro Stagioni präsentiert.

Mit dem Lauf der Dinge und ihrem Kanal-Video (zer)stören Peter Fischli und David Weiss die Erwartungen an den Umgang mit alltäglichen Dingen. Während im Lauf der Dinge vornehmlich Haushaltsgegenstände in immer neuen Konstellationen in einer scheinbar endlos langen Kettenreaktion ein energiereiches Eigenleben entwickeln, wurden im Kanal-Video sämtliche störenden Elemente entfernt, um in einer endlosen Geradeausfahrt durch Kanalröhren bei gleichbleibender Geschwindigkeit jede Hoffnung auf eine kurzweilige Handlung zu enttäuschen. Die Nützlichkeit, die Funktionalität der Dinge wird in einen absurden Zusammenhang überführt.

Über die Dehnung von Raum und Zeit gelingt es Bruce Nauman in seiner Videoinstallation Falls, Pratfalls and Sleights of Hand, den Betrachter in den Zustand der Desinformation und Verunsicherung zu führen. Indem Nauman rund um den Betrachter sowohl alltägliche Handlungsabläufe wie auch Zaubertricks bis unterhalb der Ebene des Erkennens extrem verlangsamt, schafft er ein Modell für die Undurchschaubarkeit unserer modernen, funktional differenzierten Gesellschaft."


Ausstellungsdauer: 13.06 bis 23. 11.03

Öffnungszeiten: Di 11.00 bis 20.00 Uhr | Mi bis So 11.00 bis 18.00 Uhr | Mo geschlossen

kunstmuseum-wolfsburg.de
Kunstmuseum Wolfsburg | Porschestr. 53 | 38440 Wolfsburg



Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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