Reservoir Moderne

9. Februar - 21. Mai 2018 | Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz
Eingabedatum: 10.02.2018

bilder

Die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung beziehen sich auf die Moderne – und entdecken diese neu.

Sie befragen konzeptionelle, programmatische und formale Traditionen des frühen 20. Jahrhunderts, die sich als Parameter festgeschrieben haben. Sie suchen nach Spuren, die alternative Rezeptionsweisen erschliessen, und eröffnen so Wege für eine ungeahnte Verortung in der Kunstgeschichte. Dabei spielt das Moment der Inspiration, das in der Neubewertung der Vergangenheit liegt, eine bedeutende Rolle: Die Moderne wird zum Reservoir.

Die Herangehensweisen der Künstler sind selbstreflexiv und konzeptuell geprägt. Recherche, Aneignung, Wiederholung, Reenactment, Narrativ, Reportage und Archivierung sind Mittel, die eingesetzt werden, um die zuweilen konfliktreiche und ambivalente Geschichte der Avantgarden künstlerisch aufzuarbeiten. So unterschiedlich die Zugänge auch sind – es eint sie das Bestreben, die Kunstwerke der Moderne von ihrer repräsentativ gewordenen Rolle zu lösen, ihren offenen Charakter zu bewahren und ihren Diskurs weiterzuführen. Bezugspunkt ist immer wieder das Werk von Marcel Duchamp.

Mai-Thu Perret etwa entwickelt seit 1999 vor allem in der Auseinandersetzung mit den Protagonistinnen der Klassischen Moderne und ausgehend von ihrer fiktiven Erzählung The Crystal Frontier das umfangreiche Projekt eines weiblichen Gesellschaftsmodell für eine mögliche Zukunft. Saâdane Afif hingegen setzt sich in seinem Werk Fountains mit der Rezeptionsgeschichte eines Schlüsselwerks der Moderne, Marcel Duchamps Fountain von 1917, auseinander. Und Mario García-Torres widmet sich in seiner Installation A List of Names of Artists I Like (Or Cubism Seen Under a Specific Light) einer legendären Notiz von Pablo Picasso im Vorfeld der ersten Armory Show 1913.

Reservoir Moderne präsentiert Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein von Saâdane Afif, Tacita Dean, Marcel Duchamp, Latifa Echakhch, Mario García-Torres, Dmitry Gutov, Thomas Hirschhorn, David Maljković, Charlotte Moth, Mai-Thu Perret, Pamela Rosenkranz, Bojan Šarčević, Maya Schweizer/Clemens von Wedemeyer und Rosemarie Trockel sowie die Arbeit Walter Benjamin „Mondrian ’63–’96“.

Eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Friedemann Malsch und Christiane Meyer-Stoll.


Kunstmuseum Liechtenstein
FL-9490 Vaduz
www.kunstmuseum.li

Presse






Daten zu Latifa Echakhch:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Biennale of Sydney 2012
- Biennale Venedig 2011
- Canadian Biennial 2017
- Frieze London 2016
- Galerie Eva Presenhuber
- Istanbul Biennial 2017
- Kunsthalle Basel
- Kunsthalle Basel
- MACBA COLLECTION
- Manifesta 7
- Preistraeger Prix Marcel Duchamp
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Sharjah Biennial 11, 2013

Weiteres zum Thema: Latifa Echakhch



Latifa Echakhch


Die französisch-marokkanischen Künstlerin Latifa Echakhch untersucht in ihren Werken Fragen von kulturellem Transfer und die damit einhergehenden Verschiebungen von Identität. Für das Kunsthaus schafft die Künstlerin neue Werke, die exklusiv in Zürich zu sehen sein werden. Das Leitmotiv ist der Zirkus.

Als Latifa Echakhch (*1974) im Rahmen der Gruppenausstellung «Shifting Identities» (2008) ihren ersten Museumsauftritt hatte, war ihr Name noch unbekannt. Die damals gezeigte Arbeit «Fantasia» – eine Gruppe von schwarz bemalten, leeren Fahnenstangen, die sich im Raum überkreuzten – erregte jedoch grosse Aufmerksamkeit. Inzwischen hat die in Marokko geborene und nun in Martigny, Schweiz, lebende Künstlerin an der Venedig-Biennale 2011 und 2012 an der Sydney-Biennale teilgenommen. Renommierte Institutionen wie die Tate Modern, London, haben ihr Einzelausstellungen ausgerichtet. Nach dieser Reise um die Welt kommt die Künstlerin nun an den Ort ihres ersten Museumsauftritts zurück, ans Kunsthaus Zürich. Die gemeinsam mit Kuratorin Mirjam Varadinis vorbereitete Präsentation besteht aus neuen, speziell für die Sammlungsräume geschaffenen Werken, die exklusiv im Kunsthaus gezeigt werden.

AKTUELLES LEITMOTIV: ZIRKUS UND LEERE
Als zentrales Motiv hat Latifa Echakhch den Zirkus ausgewählt. Dabei interessiert sich die Künstlerin nicht für die lustige, fröhliche Seite des Zirkus, sondern vielmehr für den melancholischen Aspekt des Spektakels und die Leere. Die Vorstellung von etwas, das nur in seiner Abwesenheit gegeben ist, beschäftigt die Künstlerin seit längerem. Die Idee der Leere geht bei Latifa Echakhch allerdings noch weiter. Erst wenn die vermeintlich bekannten Objekte ihrer ursprünglichen Bedeutung entleert sind, können neue Lesarten entstehen – und genau das macht Latifa Echakhch. Sie verwendet Objekte, die wir alle gut kennen, wie z.B. die typischen architektonischen Bestandteile und Requisiten des Zirkus: Manege, Kostüm, Podest und Zirkuszelt. Ein solches Zelt ist in den Sammlungsräumen des Kunsthauses so arrangiert, dass der Besucher das Gefühl hat, er spaziere über das Dach des Zirkus – ein poetischer Wechsel der Perspektive. Gleichzeitig fehlt die politische Komponente nicht, für die Echakhch bekannt ist. Mit der Installation im Kunsthaus verweist Latifa Echakhch auf die innere Leere unserer Event-Gesellschaft, nimmt gleichzeitig aber auch Bezug zur Geschichte des Zirkus und jenen «Freak-Shows», in denen Menschen mit Abnormitäten aller Art zur Schau gestellt wurden. Diese Shows, wie jene berühmte von Barnum, lebten von der Inszenierung des Blicks auf das Fremde – ein Thema, das für Latifa Echakhch von zentraler Bedeutung ist, wie schon ihre früheren Arbeiten erkennen lassen.

POLITISCHE BEDEUTUNGSEBENE
Den oftmals voreingenommenen Blick auf nationale und religiöse Identitäten reflektiert die Künstlerin seit Beginn ihres Schaffens in poetischen und zugleich konzeptuellen Arbeiten. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Titel, wie bei der Installation «Stoning» (2010). Am Boden liegende Steine wirken auf den ersten Blick harmlos. Die Bezeichnung «Stoning» ruft jedoch plötzlich Bilder von brutalen Steinigungen hervor und lädt das Werk mit einer neuen Bedeutungsebene auf. «À chaque stencil une révolution» (2007) erinnert – aus einiger Entfernung betrachtet – an abstrakte Wandmalerei. Doch der Titel löst ganz andere Konnotationen aus. Er erinnert nämlich daran, dass früher politische Manifeste mit Hilfe jener blauen Kopierfolien vervielfältigt wurden, die Latifa Echakhch für ihre Arbeit verwendet. Jede der an die Wand geklebten blauen Folien steht für die Möglichkeit einer Revolution, und somit verwandelt sich die vermeintlich abstrakte Malerei in einen politisch explosiven Wandbehang.

PUBLIKATION
Weitere Informationen über die Arbeitsweise von Latifa Echakhch und ihren Blick auf die Welt gibt eine zur Ausstellung erscheinende Broschüre. Neben Abbildungen der neu entstehenden Werke enthält sie den Abdruck eines ausführlichen Gesprächs zwischen Kuratorin Mirjam Varadinis und der Künstlerin.

Offen: Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr. Feiertage: 26. Dezember, 1./2. Januar 2013: 10–18 Uhr. 24 / 25. / 31. Dezember geschlossen.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH–8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84
kunsthaus.ch


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Atelier


    Anzeige
    berlin


    Anzeige
    karma




    Marisa Merz Il cielo è grande spazio / Der Himmel ist ein weiter Raum

    Arbeiten aus fünf Jahrzehnten des künstlerischen Schaffens von Marisa Merz, der einzigen weiblichen Vertreterin der Arte Povera, sind in der Ausstellung versammelt. weiter


    Ein gemachter Mensch – Künstlerische Fragen an Identitäten

    Wer bin ich eigentlich? Und warum bin ich so, wie ich bin? Fragen nach der eigenen Identität treiben jeden von uns um. weiter


    Hans Hartung. Malerei als Experiment – Werke von 1962 - 1989

    Hans Hartung (1904-1989) gehört zu den herausragenden Malerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In Leipzig geboren, verließ er Deutschland früh, um in Spanien und Frankreich zu leben. weiter

    Nicolaus Schafhausen verlässt Kunsthalle Wien

    Nicolaus Schafhausen hat sich entschlossen, die Kunsthalle Wien mit 31. März 2019 zu verlassen. weiter


    HÖHENRAUSCH. Das andere Ufer

    Der HÖHENRAUSCH ist seit der Kulturhauptstadt 2009 eines der auffälligsten und erfolgreichsten Ausstellungsformate für zeitgenössische Kunst in Österreich.
    weiter

    Existenz Kapitel 1: Skizzen

    Ein Ausstellungsprojekt im Oktogon der HfBK Dresden mit Professor*innen, Studierenden, Lehrenden, Absolvent*innen der HfBK Dresden und Gästen. weiter


    Roman Ondak. Based on True Events. Lovis-Corinth-Preis 2018

    Nach wahren Begebenheiten, verheißt der Titel der Schau, doch in unserer Welt der Fake News, alternativen und Post-Fakten ist dieses Versprechen verstörend geworden. Was ist denn wahr und wer bestimmt, was Wahrheit ist? weiter


    Jonathan Meese / Daniel Richter / Tal R - BAVID DOWIE

    Unter dem Titel Bavid Dowie präsentiert das Kunsthaus auf drei Etagen farbintensive Gemälde und Skulpturen, die in einer einmaligen Zusammenarbeit im Vorfeld der Ausstellung entstanden sind. weiter

    Der Begriff - erscheinen - in Texten zur zeitgenössischen Kunst

    Industry erscheinen innerhalb der, Inhaltlich erscheinen seine Arbeiten, Installationen erscheinen als Orte, Institutionen erscheinen diese Forderungen
    Interaktion, erscheinen auf den, interessant erscheinen uns die .... weiter



    IN THE CUT - Der männliche Körper in der feministischen Kunst

    Sexualität als zentrales Thema in der Kunst war bis in die 1970er Jahre vornehmlich vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper beherrscht. weiter


    Raum D: Digitale Projekte Malte Bruns

    Bis zum 9. September gibt die neu initiierte Reihe „Raum D: Digitale Projekte“ Einblicke in die Praktiken junger medienkünstlerischer Positionen. weiter


    Raphaela Vogel Ultranackt

    Die neuen Arbeiten in dieser ersten Einzelausstellung ausserhalb ihrer deutschen Heimat entfalten eine Welt, die aufregend und dystopisch zugleich ist.
    weiter


    Jutta Koether Tour de Madame

    Kaum eine andere Künstlerin hat unser heutiges Verständnis von Malerei und von der Kulturlandschaft seit den 1980er Jahren so entscheidend geprägt wie Jutta Koether. weiter


    Jan Bräumer / Sebastian Tröger

    Unter dem Titel Von vielen Möglichkeiten weiß der Dinosaurier nichts präsentiert das Kunsthaus Gemälde, Zeichnungen und Installationen von Jan Bräumer (*1970 in Darmstadt) und Sebastian Tröger (*1986 in Erlangen). weiter


    Ernst Caramelle - Very angenehme Konzeptkunst

    Was ist Wirklichkeit, was nur Schein? Bei den raffinierten Wandgemälden des in Tirol geborenen Künstlers Ernst Caramelle (*1952) verschwimmen diese Grenzen. In der stillen und zugleich eindrucksvollen Einzelausstellung „Very angenehme Konzeptkunst“ zeigt Marta Herford anhand von Zeichnungen, Film, „Lichtarbeiten“ sowie einer eigens für die Lippold-Galerie konzipierten Wandmalerei Caramelles gewitzte und verblüffende Konzeptkunst. weiter

    Elke aus dem Moore ist neue Leiterin der Akademie Schloss Solitude

    Elke aus dem Moore folgt Jean-Baptiste Joly, der die Akademie von Beginn an geleitet hat. weiter


    erreger– | EIGEN frequenz

    Die zweiteilige Ausstellung erreger- | EIGEN frequenz widmet sich vom 17. Mai bis 10. Juni 2018 mit Werken von Prof. Una H. Moehrke sowie von ihren Studierenden und Alumni und einem außergewöhnlichen Begleitprogramm dem Phänomen der Gabe und dem Prinzip von Impuls und Resonanz. weiter


    Herr Fritz, woher stammen die Bilder? Ausstellung zur Provenienzforschung im MKK Dortmund

    „Herr Fritz, woher stammen die Bilder?“ Provenienzforschung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund weiter

    Andreas Wachter – Bilder, Plastiken

    "Nichts erklären – beleuchten" (Andreas Wachter) weiter

    Tatjana Doll erhält den Konrad-von-Soest-Preis 2018

    Tatjana Doll, Professorin für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, erhält den Konrad-von-Soest-Preis. weiter