Der Stachel des Skorpions

Tobias Zielony, Chicks on Speed, M+M, Keren Cytter, Julian Rosefeldt und John Bock

28.3.-9. 6. 2014 | Museum Villa Stuck, München
Eingabedatum: 29.03.2014

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Luis Buñuels Film »L’Âge d’Or« (1930) gilt als der zentrale Film des Surrealismus und als grundlegend für den Einzug des Mediums Film in die bildende Kunst. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Kunst – insbesondere auch auf erzählerische Tendenzen der letzten Jahre – ist unübersehbar. Für das Projekt »Der Stachel des Skorpions« haben das Museum Villa Stuck und das Institut Mathildenhöhe Darmstadt auf Initiative des Künstlerduos M+M sechs aktuelle Künstlergruppen bzw. Künstlerinnen und Künstler eingeladen, dieses surrealistische Werk in Form eines filmischen Ausstellungsparcours neu zu interpretieren.
In der Ausstellung »Der Stachel des Skorpions« setzen sich die sechs beteiligten Künstlerinnen und Künstler bzw. Künstlergruppen, ausgehend vom jeweils eigenen künstlerischen Ansatz, mit Buñuels radikalem Film »L’Âge d’Or« auseinander. Der intensive Austausch zwischen den beteiligten Künstler/innen war Grundlage des Prozesses. Er wurde während eines gemeinsamen Aufenthalts an den spanischen Drehorten von »L’Âge d’Or« angestoßen.

Mit den Mitteln des Rückverweises auf diese Ikone des Surrealismus sind heutige gesellschaftsdynamische Entwicklungen fokussiert neu zu bewerten. Erfahrbar wird dies in einem Ausstellungsparcours, der den Spagat zwischen sechs ganz unterschiedlichen künstlerischen Arbeiten und einem zusammenhängenden, miteinander verwobenen Gruppenprojekt wagt. Die installative Präsentation der einzelnen Filmbeiträge ist dabei in einen Parcours eingewoben, der mit seinen alten,
wiederaufbereiteten Kinostühlen wie ein fragmentiertes Kino wirkt.

Der Bezug auf »L’Âge d’Or« belebt nicht nur die Neubewertung dieses Films, zumal dieser 50 Jahre Aufführungsverbot hatte und in dieser Zeit nur heimlich in Avantgardekreisen gezeigt wurde, sondern ermöglicht einen neuen Blick auf den internationalen Künstleraustausch und dessen Potenzial für die Betrachtung von gesellschaftlichen Fragestellungen.

Das Kooperationsprojekt »Der Stachel des Skorpions«

Die Episoden in »L’Âge d’Or« sind durch unterschiedliche inhaltliche sowie stilistische Merkmale gekennzeichnet, die für die Auswahl der beteiligten Künstler/innen entscheidend ist. Tobias Zielony setzt sich mit der dokumentarisch anmutenden, abgründigen Skorpionszene des Filmanfangs auseinander. Die australisch-amerikanische Musik-Künstlergruppe Chicks on Speed entwickelt ihre Version heutiger Gruppenselbstdarstellung als Pendant zu der Banditenszene mit Max Ernst als surrealistischer Bandenchef. Das Duo M+M nimmt die gewaltsame Trennung der Liebenden zum Ausgangspunkt einer mysteriösen nächtlichen Odyssee, während die israelische Künstlerin Keren Cytter das hochherrschaftliche Fest mit einer Mischung aus tödlicher Gewalt und Langeweile in einen texanischen Salon überträgt. Der Berliner Julian Rosefeldt führt den Tod des Buñuelschen Helden vor, lässt Modot dann aber post mortem im Nachtclub »Deep Gold« auftauchen. Den Abschluss bildet John Bocks Variation auf Buñuels De-Sade-Groteske mit einem verstörend obszönen Blick auf das orgiastische Sterbebett des Marquis.

Pressemitteilung



Keren Cytter:


- Affekte, Kunstpalais Erlangen, 2014

- ars viva Preistraeger 2008

- Art Basel 2013

- art berlin 2017

- Bielefelder Kunstverein

- Biennale Venedig 2009

- Busan Biennale 2016

- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V. Sammlung

- Kunstverein Augsburg

- Made in Germany 2

- Manifesta 7

- Marrakech Biennale MB5 2014

- Pilar Corrias Gallery


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