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Nicole Six & Paul Petritsch, Räumliche Maßnahme (1), 2002

Ozeanische Gefühle 10

1. November bis 1. Dezember 2019 | Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Eingabedatum: 31.10.2019

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Nicole Six & Paul Petritsch, Räumliche Maßnahme (1), 2002 © VG Bild-Kunst, Bonn 2019bilder

Ein Mann steht auf der Eisfläche und schlägt ein Loch. Unbeirrt holt er immer wieder mit seiner Spitzhacke aus. Er hebt sich dunkel vom nebligen Horizont ab. Er wird sich - so ahnt man bald - ganz real selbst den Boden unter den Füßen wegziehen. Als Aktion nicht spektakulär, aber aberwitzig und gefährlich. Was sucht er? Was will er freilegen? Wohin vorstoßen?

Die Spannung zwischen dem Einsamen, seiner widersinnigen Handlung und der durch den fehlenden Horizont und leichten Nebel gespenstig unendlich erscheinenden Natur verbreitet enorme sinnliche Qualitäten. Diese Erhabenheit wird durch das menschliche Verhalten gestört. Zwar arbeitet er nicht gegen die Natur, aber er betreibt konzentriert den eigenen Untergang. Wir als Betrachter werden Zeugen eines vorsätzlichen Verschwindens. Das Loch im Eis wird am Ende auch eine Art Fenster hinaus aus dem Bildraum, aus dem Video. Ins schwarze Nichts.

Das österreichische Künstlerduo Nicole Six und Paul Petritsch erkundet und durchmisst seine Umwelt anhand sehr konkreter Experimente. Die teilweise ins Absurde kippenden Versuchsanordnungen führten über die Jahre zu einem Archiv poetischer Parabeln der Ausgesetztheit des Menschen im Raum. Immer wieder stellen sie die uns vertraute Sicherheit unseres Alltags auf die Probe und testen Grenzen, auch die des eigenen Körpers, aus.
Künstlergespräch mit Nicole Six & Paul Petritsch und Dr. Gabriele Mackert, Sonntag, 17. November 2019, 14 Uhr

Videoreihe »Ozeanische Gefühle« bis Dezember 2019
In seinem neuen Videoraum stellt das Hessische Landesmuseum Darmstadt im monatlichen Wechsel internationale Filme über die Neugierde des Menschen, seine Umwelt und die Natur zu erforschen, zu verstehen und zu gestalten, vor. Der Titel »Ozeanische Gefühle« verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der die Geschichte des Darmstädter Universalmuseums seit über 200 Jahren prägt. Er beschreibt die Sehnsucht, sich als Teil der Ewigkeit und des Unendlichen zu erleben.
Das Wort »ozeanisch« ist dabei nicht wörtlich zu verstehen. Es geht nicht um eine spezielle Empfindung beim Anblick des Meeres, sondern um das emotionale Einssein mit der Welt und die Zugehörigkeit zum Ganzen.
Der Wunsch der Menschen, ihr Dasein und die Welt zu verstehen, erscheint gleichsam »ozeanisch«. Unbegrenzt und schrankenlos erkunden und kategorisieren wir die Erde, eignen sie uns an oder erfinden neue Welten. Dies gilt ebenso für die Effekte der Globalisierung und die Kreisläufe des Kapitals. Angesichts gravierender Veränderungen unseres Planeten und bedrohlicher Umweltzerstörung erscheint nicht nur unser Verhältnis zur Natur, sondern auch die Existenz des Menschen gefährdet und damit jene allumfassende Emotion.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Friedensplatz 1

64283 Darmstadt

www.hlmd.de

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